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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Taufe



Karin Langereih
08.01.2015, 12:17
Hallo an das Forum,
ich habe einen Taufschein meiner Mutter, sie wurde 1920 in der St.Katharinenkirche getauft.
Die St.Katharinenkirche ist evangelisch.
Ich weiß aber, dass meine Mutter katholisch war, in der Heiratsurkunde z.B. steht eindeutig katholisch.
Wie ist das möglich?
Mein Großvater war evangelisch, meine Großmutter katholisch.
Viele Grüße Karin L.

Ute Marianne
08.01.2015, 12:21
HAllo Karin,

Kann es sein dass sie evangelisch getauft wurde und bei der Heirat katholisch angab??

Ich habe den Fall anders herum.

Ururgroßvater in königl. Kapelle 1822 katholisch getauft und 1846 in St Barbara evangelisch geheiratet. Später Kinder wareb alle evangelisch.


Gruß Ute

Karin Langereih
08.01.2015, 12:41
Hallo Ute,
meine Mutter ist zwar früh gestorben, aber ich weiß genau, dass meine ganze Familie katholisch war, auch mein Vater, ich und meine Geschwister.
Bei Archion steht auch die Taufe ihres jüngeren Bruders und auch evangelisch.
Ich habe erst 2013 meine Taufurkunde angefordert. Dort steht auch einwandfrei: Mutter und Vater römisch-katholisch.
Irgendwie irritiert mich das jetzt.
Viele Grüße Karin

waldkind
08.01.2015, 13:33
Hallo Karin,
mein Urgroßvater war evangelisch, meine Urgroßmutter katholisch, die folgenden Kinder katholisch. Die Heirat der beiden habe ich zufällig in der Evangelischen Kirche zu Ohra entdeckt. Kommt vor.
Das hatte vielleicht praktische Gründe, z.B. wenn die evangelische Familie eine alt eingessene in der entsprechenden Kirche war. Bei Mischehen ging es in Richtung katholisch was die Taufe der Kinder anbelangte. Vielleicht sah man das bei der Heirat noch nicht so krass. Ein Konfessionswechsel muss nicht automatisch bei der kirchlichen Heirat stattfinden. Kann auch danach stattfinden. Es ist ja ein Amtsakt und kein Kirchenakt.
Wir erwarten von den früheren Amsträgern und -vollstrecker immer diesen pedantischen Ordnungs- und Perfektionssinn von heute. Aber den gab es nicht. Da hatte man sich leicht mal verhört und verschrieben.
Beste Grüße, waldkind.

Karin Langereih
08.01.2015, 13:51
Hallo Waldkind,
der erste Satz bis zum Komma deckt sich mit meiner Familie.
Da meine Mutter und ihre Geschwister evangelisch getauft wurden, nehme ich an, daß sich meine katholische Großmutter später durchgesetzt hat.
Mein Großvater ist nicht in Danzig geboren sondern in Müggenhahl, er ist erst um 1909nach Danzig gekommen.
Irgendwann nach der evang.Taufe und vor der späteren Hochzeit muß bei meiner Mutter ein Konfessionswechsel statt gefunden haben.
Viele Grüße Karin

waldkind
08.01.2015, 14:10
Hallo Karin,
es könnte doch auch sein, dass aus irgend einem Grund zeitweise die Katharinenkirche für katholische Taufen genutzt wurde. So was kam vor.
Also wenn einer der Ehegatten katholisch war, wurden die Kinder katholisch getauft (glaube ich gehört zu haben). Bist du dir sicher, dass deine Mutter evangelisch getauft wurde, aber später katholisch war? Oder beziehst du dich nur auf das Gebäude? LG wk.

Karin Langereih
08.01.2015, 14:12
Wie lief in Danzig so ein Konfessionwechsel?
Mußte man wenn man katholisch werden will,erst aus der evangelischen Kirche austreten?
Wurde das irgendwo vermerkt? Wenn ja, wo?
Viele Grüße Karin

JuHo54
08.01.2015, 14:16
Hallo Karin,
es wurde auch manchmal in einer ev. Kirche katholisch getauft, das habe ich unter meinen öfters und auch umgekehrt , eine ev. Taufe in einer kath. Kirche.
Vielfältige Gründe können dafür verantwortlich sein. Ich habe sogar mehrere Fälle, da wurden die Kinder sowohl ev. als auch kath getauft wegen der Taufpaten. Gerade bei Mischehen kam das auch vor. Vielleicht hast du ja den Eintrag in der kath Kirche nur noch nicht gefunden. Hast du schonmal bei St. Brigitten geschaut?
Liebe Grüße
Jutta

Karin Langereih
08.01.2015, 14:19
Hallo Waldkind,
mir liegt folgendes Original vor:
"Nur zum Zwecke der Taufe gültig"
Dort steht, dass meine Mutter in das Geburtsregister von Danzig eingetragen wurde.
Neben der Unterschrift des Standesbeamten steht ein handschriftlicher Vermerk:
"getauft am 1.2.1920 in der St.Katharinenkirche"
Ich bin mir da sicher, dass sie später katholisch war, steht ja auch eindeutig auf ihrer Heiratsurkunde von 1943 in Danzig.
Viele Grüße Karin

Karin Langereih
08.01.2015, 14:24
Hallo Jutta,
nein St.Brigitten liegt mir nicht vor, bei ptg ist der Zeitraum nicht indiziert.
Viele Grüße Karin

waldkind
08.01.2015, 14:34
Gut, dann kann sie auch in der St. Katharinen-Kirche katholisch getauft worden sein. Aber das müsste ja im Taufbuch stehen. Also alle hier genannten Möglichkeiten mal abklopfen. Wie ein Kirchenübertritt funktionierte damals, weiß ich leider nicht. LG waldkind.

Karin Langereih
08.01.2015, 14:41
Das muß man erst einmal verstehen.
Wenn ich mein Kind katholisch taufen lassen will, gehe ich doch nicht in eine evangelische Kirche. Das macht doch ein evangelischer Pfarrer, wurde das so anerkannt? Muß wohl so sein.

waldkind
08.01.2015, 15:18
Nein, nein, manchmal geht eine Kirche grad nicht wegen Umbau, Pfarrer krank oder sonst was ... dann kam es unter Umständen auch zu Doppelnutzungen, also Katholische und Evangelische in einer Kirche.
Sieht aber eher nach evangelischer Taufe oder späterer Konvertierung aus. Kannst dir aus dem Evangelischen Zentralarchiv eine Kopie des Taufeintrages schicken lassen. Vielleicht findest du da noch was Spannendes drin. Dann müsstest du halt überlegen, wann sie konvertiert sein könnte. Zur Heirat vielleicht?

Dass es auch Doppeltaufen gab, wie Jutta schreibt, habe ich auch noch nicht gehört. Man lernt doch niemals aus.
Interessiert mich auch, wie das mit dem Übertreten ging. Aber wo da nachfragen?
Viel Erfolg! waldkind.

Karin Langereih
08.01.2015, 15:51
Ja Waldkind, das ist die Frage, wo nachfragen?
Ich brauche jetzt diesen Eintrag im katholischen Kirchenbuch.
Dann kann ich wieder besser schlafen😰
Danke Waldkind.

Bartels
09.01.2015, 01:10
Hallo und einen späten guten Abend,

wenn einer der Ehegatten katholisch ist, werden die Kinder katholisch getauft - dazu muss man sich heute bei einer ökumenischen evang./kath. Ehe praktisch verpflichten.

Uneheliche Kinder wurden in Bayern (u.d. bayer. Pfalz) nach 1816 katholisch getauft, auch wenn Mutter oder Erzeuger evang. waren.

Bei Mischehen war es früher auch so üblich:
Töchter bekamen die Konfession der Mutter,
die Söhne die des Vaters.

Meine Ur-Ur-Ur-Grossmutter wurde 1784 auf der Reise von Mainz (oder Speyer) nach Holland in Limburg/Lahn durch einen kath. Pfarrer "auf evang.-lutherische Weise" getauft. - Ich vermute, dass sie in den Weihnachtstagen in Rotterdam zu Welt kommen sollte, durch den Reisestress kam sie dann ein paar Wochen zu früh auf die Welt. - In Limburg gab es keinen evang. Pfarrer.
Also praktisch eine Nottaufe.

Zu gleicher Zeit kenne ich Einträge, dass Taufen in der Pfalz und über 200 km weiter auch mit gleichem Termin auch in ein württemberg. Kirchenbuch eingetragen wurden. (am Herkunftsort der Mutter).


Im speziellen Fall sollte man prüfen ob es ein Verzeichnis der Firmung oder der Konfirmanden gibt. - Viel Erfolg!

Bartels
09.01.2015, 01:13
zu #15:

wenn Mutter UND Erzeuger evang. waren.

JuHo54
09.01.2015, 01:53
Hallo Waldkind,
wie das vonstatten ging, kann ich dir leider auch nicht sagen, nur dass mein Ururgroßvater Wittmann kath getauft war, seine Hochzeit habe ich noch nicht gefunden und ich kenne auch nicht das Nest meiner Ururoma, aber ihre Kinder wurden mal ev. , mal kath getauft und mein Ururgroßvater wurde letzendlich ev. beerdigt...., von daher stehe ich immer wieder vor Karins Problem, unerwartet treten Verwandte in Kirchenbüchern auf, wo ich sie nicht vermutet habe und auch rein ev. Trauungen in kath. Kirchen ( Dirschau) und dort , wo ich sie vermute, sind sie nicht zu finden. Mir fehlt unsere Sigi da sehr, sie hatte meist ein Näschen dafür bzw. den nötigen Einblick in Kirchenbücher, auch weil sie weitläufig zu meiner Verwandtschaft zählte, kreuzten sich immer mal wieder unsere "Suchen" und gemeinsam haben wir so manchen Knoten entwirren können....
Liebe Grüße
Jutta

Beate
09.01.2015, 02:00
Guten Abend allen,

Rudolf, das kann ich aber so nicht glauben. In der Familie meines Mannes sind sein Vater und auch dessen Geschwister evangelisch wie die Mutter, der Vater katholisch.
Und in der Gegenwart ist es genauso: der Vater (mein Sohn) katholisch, Mutter und Kinder evangelisch. Geht und ging also...

Ich kenne das Problem von Dir, Karin, aber auch: in einer Urkunde steht der Urgroßvater als evangelisch verzeichnet, bei der Hochzeit seines Sohnes ist er auf einmal katholisch angegeben...:confused:

Schöne Grüße Beate

stazki
09.01.2015, 02:03
Hallo Rudolf,

"wenn einer der Ehegatten katholisch ist, werden die Kinder katholisch getauft - dazu muss man sich heute bei einer ökumenischen evang./kath. Ehe praktisch verpflichten."

Vielleicht wird des in der Pfalz so gehalten... unsere Söhne wurden in Baden-Württemberg anno 1984-1989 alle ev. getauft obwohl die Mutter katholisch ist. Unsere Ehe wurde ökumenisch geschlossen. Natürlich hätte es der katholische Pfarrer gerne anders gesehen ;)

Karin Langereih
09.01.2015, 07:21
Guten Morgen,
vielen Dank für Eure Informationen.
Ich war ja auch davon überzeugt, dass meine Familie katholisch waren, zumindest alle väterlicherseits.
Die Familie meines Großvaters mütterlicherseits war evangelisch, die Kirchenbucheinträge beweisen dieses, das war mir auch bekannt
Ich wußte aber noch aus meiner Erinnerung, dass meine Großmutter katholisch war, ich habe ihre Geburtsurkunde vorliegen.
Darum bin ich davon ausgegangen, daß meine Mutter katholisch getauft worden ist, naja vielleicht ist sie dieses auch, später, nachdem sie evangelisch getauft worden ist.
Gab es so etwas, erst vom evangel. Pfarrer taufen lassen, dann rüber zur katholischen Kirche und anschließend dort taufen lassen?
Ich denke mal nicht.
Also Fakt ist, meine Mutter wurde 1920 evangel. getauft, (wie auch ihre Geschwister) nach diesem Zeitraum bis zur ihrer Hochzeit 1943 muß sie die Konfession gewechselt haben, sicher hat meine streng gläubige Großmutter ihren Einfluß geltend gemacht.
Obwohl ich schon viele Jahre dabei bin, habe ich es jetzt erst entdeckt.
Na ich werde noch sicher sehr viel dazu lernen müssen.
Viele Grüße Karin

waldkind
09.01.2015, 12:47
Hallo Karin,
bei meiner Großmutter steht in der Heiratsurkunde "katholisch". Erst später bemerkte ich, dass sie evangelisch getauft war. Aber das rührte mich wenig, ist sie halt zur Heirat übergetreten. Diesem Übertretungsvorgang bin ich nie nach gegangen, weil ich nicht wüsste wo da suchen.
Ansonsten glaube ich, dass damals auch manchmal Dinge geschrieben wurden, die einfach nicht stimmen. So steht z.B. bei einer Urgroßmutter ein falscher Geburtsort in der Sterbeurkunde drin, bei einem Urgroßvater nur der Spitzname.

Hallo Jutta,
dann müssten wir es herausfinden wie die Übertretung funktionierte. Vielleicht über ein Amtsgericht?
Beste Grüße, waldkind.

sarpei
11.01.2015, 16:04
Hallo miteinander,

da ich so einen Konfessionswechsel in der Familie habe, kann ich an Hand der Dokumente mal den Ablauf rekonstruieren:

1905-03-18 Geburtsurkunde Ehemann
1905-05-05 Taufzeugnis Ehemann; Konfession geht nur aus dem Kirchensiegel bzw. der Begrifflichkeit 'Pastor' hervor (=evangelisch);Konfession der Eltern nicht dokumentiert
1906-08-19 Geburtsurkunde Ehefrau; Konfession der Eltern dokumentiert (=katholisch)
1906-08-26 katholische Taufe der Ehefrau
1929-05-15 Nachweis des katholischen Pfarrers über die katholische Taufe der Ehefrau
1929-08-19 Aufgebotsbescheinigung enthält keine Angaben über die Konfession der Brautleute
1929-09-01 Bescheinigung des evangelsichen Pastors über die Konvertierung der Ehefrau zum evangelischen Glauben
1929-09-07 Eheschließung (Standesamt) ohne Nennung der Konfession
1929-09-07 Bescheinigung der Eheschließung zum Zwecke der Trauung; keine Angaben zur Religion
1929-09-07 Trauung durch den evangelischen Pastor (Kirchensiegel)

Hiernach sieht es wohl so aus, dass der Kirchenübertritt eine Angelegenheit der jeweiligen Kirchenvertreter ist.


Liebe Grüße

Peter

kleeblatt
09.10.2015, 23:17
Hallo miteinander,
ich weiß, dass die Taufe eine überkonfessionelle Sache ist, Es geht darum, im christlichen Glauben getauft zu werden. Es ist also egal, ob katholisch oder evangelisch.
Ich komme selbst aus so einer Familie, mein Vater evangelisch, meine Mutter katholisch. Getauft wurde ich in 1944 in der Königlichen Kapelle in Danzig. Nach der Flucht in die Nähe von Lübeck gingen wir alle in die evangelische Kirche. Ich bin konfirmiert worden und brachte mich in die Kirchenmusik ein.( C-Prüfung für Organisten). Nie musste ich konvertieren, um in die evangelische Kirche aufgenommen zu werden.
Aus den Kirchenbüchern Käsemark entnehme ich, dass, wenn die Weichsel zugefroren war, so im Januar/Februar eines Jahres und die Fähre nach Schönbaum/Fürstenwerder wegen Eisganges nicht fuhr, katholische Familien dann ihren Säugling in Käsemark taufen ließen. Früher wartete man nur ein paar Tage nach der Geburt, dann wurde getauft, damit das Kind getauft war, falls es noch im Babyalter starb. Isolde

Felicity
10.10.2015, 02:11
So ist es auch in unserer Familie gewesen, Isolde. Wir sind in St.Nilolai getauft worden, in unserer katholischen Pfarrkirche, sind aber in einer multireligioesen Familie aufgewachsen und haben die Evangelische und auch die Orthodoxe Religion respektiert. Sowie ich es sehe, hast Du ganz Recht Isolde, wir sind in den Christlichen Glauben getauft worden. Unser Heiland, Mann und Gott, teilt mit uns den Heiligen Geist in der Taufe und durch das Wasser werden wir symbolisch von der Ur-Suende klar gewaschen. Koerper und Seelchen des kleinen Wesens, bekommt durch die Taufe, ein Kind Gottes. So wie Du sagst, die Taufe ist eine ueberkonfessionelle Sache. Wir sind Kinder Gottes und Christen. Das ist mein Glaube seit 88 Jahren. Liebe Gruesse von der Feli