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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NS-Devotionalien / Hundemarken



Heibuder
02.08.2008, 21:57
Polen ist deren grösster Produzent! mehr... (http://www.welt.de/welt_print/arti2276973/Polen_ist_groesster_Produzent_von_NS-Symbolen_in_Europa.html)

Klar, der DOMINIK braucht ewigen Nachschub! ;)

Milchkannengasse
02.08.2008, 22:46
Booaaaah, das ist aber ein schweres Eigentor! Das Danziger Wappen und den Traditionstotenkopf der Husaren aus Langfuhr in die Nähe der "NS" zu rücken ;).... Also, meine Leute hätten sich dagegen gewehrt.
Aber ich gebe dir recht: Auch ich habe (als langjähriger Sammler) schon so manche "garantiert echten" Sammlerstücke angeboten bekommen - man, was habe wir gelacht.....
Mein Sammlungsgebiet beschränkt sich aber nicht nur auf 1933-1945, ich bin für alles Militärische offen. Wenn jemand also was abzugeben hat:)...
Mit freundlichem Gruß, Dominik

RenéDublin
02.08.2008, 23:09
Leider sind die Nachbildungen aus Osteuropa ziemlich viefaeltig. Gerade dem Sammler-Anfaenger koennen da gemeine Fehler beim Kauf unterlaufen. Zum Glueck kann man die meisten Faelschungen/Nacharbeitungen erkennen, aber man muss zugeben, dass sie immer besser werden.

Augen auf beim Ordenkauf. ;)

Wolfgang
02.08.2008, 23:43
Leider kann ich in diesem Jahr nicht auf dem Dominik sein, aber in den vergangenen Jahren wurden (vor allem auf dem Fischmarkt) überwiegend verrostete Waffen verscherbelt. Der Handel mit Hundemarken ist stark zurück gegangen. Aber Orden und Abzeichen gab es jede Menge - wahrscheinlich meist Falsifikate.

Nu ja, vielleicht klappt's dann im nächsten Jahr auf dem Dominik. Was ich aber schon in den vergangenen Jahren feststellte: Es gibt dort kaum etwas, was nicht in Deutschland deutlich preiswerter zu erhalten wäre.

waldkind
24.04.2013, 11:15
Hallo liebe Forum-Mitglieder,

bin soeben über diesen Link gestolpert. Vielleicht nicht das Richtige für eine Plachanderecke, aber ich weiß nicht so recht wo einstellen. Ich finde den Link interessant, nach dem Motto "Was wäre, wenn dein Altväterchen davon betroffen wäre?"
Herzliche Grüße vom waldkind

http://www.vksvg.eu/berichte/handelmiterkennungsmarken.php

Rudolf
24.04.2013, 12:28
Es ist traurig , aber leider wahr , daß in osteuropäischen Ländern derartiges auf Flohmärkten angeboten wird . Anfang der 90-er Jahre traf ich auf einem solchen Markt im Moskauer Ismailowski-Park auf einen Stand , wo viele Erkennungsmarken - durchgebrochene , aber auch vollständige - neben einem fast kompletten Sortiment deutscher militärischer Orden in mehr oder weniger lädiertem Zustand angeboten wurden .
Auch in Riga/Lettland sah ich wenige Jahre später einen Händler auf dem Markt in Bahnhofsnähe , der mit diesen Dingen handelte . Bei ihm sollte man für Erkennungsmarken 3 DM und für Eiserne Kreuze 5 DM das Stück bezahlen .
Grüße vom Heubuder Rudi

waldkind
24.04.2013, 15:06
Kaum zu fassen, Rudolf. Wie pietätlos können Menschen sein? Traurig.
Grüße vom waldkind.

Ulrich 31
24.04.2013, 15:37
Obwohl ich annehme, dass er über diesen widerwärtigen Handel informiert ist, habe ich gerade den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages in dieser Sache angeschrieben und darum gebeten, Maßnahmen zu prüfen, wie der betr. Missbrauch effektiv unterbunden werden kann.

Wolfgang
24.04.2013, 15:40
Schönen guten Nachmittag,

Geld regiert die Welt... - Pietät? Charakter? Anstand? Mitgefühl?

Nein! Wo der Rubel rollt wird alle Humanität bei Seite geschoben.

Es sind aber nicht nur Hundemarken die uns aufhorchen lassen sollten. Bei Ebay werden auch Nachlässe versilbert. Wer etwas genauer hinschaut bekommt das Grauen. Erben (oder auch Haushaltsauflösungstrupps) verscherbeln persönlichste Andenken, Ausweise (nach dem Motto "wer zahlt für meine Oma am meisten?"), Feldpost- und Liebesbriefe die teils in größter Not geschrieben wurden. Auch ich habe solche Schriftstücke erworben, aber für mich sind sie fast heilig und ich halte sie in Ehren und in größtem Respekt.

Die Zeit vergeht. Pietät zählt nur etwas bei direkt Betroffenen. Aber diese sterben aus. Und die Nachkommen, die Erben? Viele können oder wollen sich nicht mit ihrer Familiengeschichte befassen. "Gottlob ist der Krempel weg und es hat uns fast nichts gekostet" - das ist das Motto wie eine Haushaltsauflösung eines Verstorbenen sehr häufig verläuft.

Übrigens, auf dem letzten Dominik in Danzig habe ich keine Händler von Hundemarken mehr gefunden. Aber möglicherweise haben sie andere Vertriebskanäle erschlossen.

Ich hatte nie das Glück einen meiner Großväter, den Vater meiner Mutter, kennenzulernen. Er starb irgendwo in Rumänien. Bis heute wissen wir nicht wo. Meine Mutter die ihren Vater schier abgöttisch liebte, belastet das auch heute noch sehr. Ich persönlich habe mich damit abgefunden, dass wir sein Schicksal nicht mehr klären können werden. Aber es stimmt mich traurig zu wissen, dass eventuell auch er "geplündert" wird. Aber was soll's? Auch hier ist ein Schuss Realität angebracht. Halten wir es uns vor Augen und zwar auch ganz brutal: Wen in der Enkelgeneration juckt das noch das Mindeste?

Wolfgang

asgaard
24.04.2013, 21:26
Hallo Ulrich,

deine Initiative ist sehr anerkennenswert, ich meine aber der MdB und Wehrbeauftragte Herr Königshaus ist nicht der richtige Ansprechpartner für solche Angelegenheiten, eher das Auswärtige Amt, es arbeitet eng mit dem Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge zusammen, aber er wird es sicher weiterleiten.

Nichts für ungut Ulrich:) und einen schönen Abend
wünscht Dir Wolfgang

Ulrich 31
24.04.2013, 23:07
Hallo Wolfgang,

danke für Deinen Hinweis. Leider ist mir das AA nicht gleich eingefallen. Hoffe aber wie Du, dass meine Information dort landen wird. Bin gespannt, ob ich eine Antwort erhalten werde, zumal Herr Königshaus eigentlich nur Ansprechpartner für Soldaten ist. Habe aber bei meiner Information diese Einschränkung erwähnt. - Eigentlich sollte angenommen werden, dass das AA von diesem widerwärtigen, pietätlosen Handel mit Erkennungsmarken gefallener deutscher Soldaten Kenntnis hat.

Auch Dir noch einen schönen Abend und viele Grüße
Ulrich

Peter von Groddeck
25.04.2013, 09:00
Hallo Ulrich,
vielleicht ist auch das Verteidigungsministerium die richtige Adresse.
Gruß Peter

Ulrich 31
25.04.2013, 11:21
Hallo Peter,

danke auch für Deinen Hinweis. Vielleicht kannst Du die betr. Information dorthin übernehmen?

Übrigens stört mich in diesem Thread die Überschriftenkombination "NS-Devotionalien" mit "Hundemarken", wobei außerdem letztere Bezeichnung besonders von jüngeren Forum-Teilnehmern vermutlich missverstanden werden kann. Ich würde diese Themen (obwohl beide einen gewissen Handel betreffen) trennen und letzteres besser wie folgt bezeichnen: "Handel mit Erkennungsmarken toter Soldaten".

Gruß Ulrich

Ulrich 31
25.04.2013, 12:40
Nachtrag zu #13:

Hier noch nähere Informationen zum Stichwort "Erkennungsmarke" (sog. "Hundemarke"): http://de.wikipedia.org/wiki/Erkennungsmarke.

Interessant ist, was man zu diesem Stichwort bei Google außerdem noch findet.

Peter von Groddeck
26.04.2013, 17:22
Hallo Ulrich und andere Interessierte,
ich habe dem Verteidigungsministerium und auch an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge diesbezüglich geschrieben.
Gruß Peter

Ulrich 31
26.04.2013, 19:35
Danke Peter. Bitte berichte über evtl. Antworten.

Gruß Ulrich

Peter von Groddeck
27.04.2013, 10:13
Natürlich werde ich.
Gruß Peter

Bartels
29.04.2013, 20:13
Hallo Ulrich,
hallo Peter,

herzlichen Dank für Euren Einsatz in dieser wichtigen Angelegenheit.

Bei nächster Gelegenheit werde ich hier die beiden MdBs ansprechen, die eine ist Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin.

Ulrich 31
29.04.2013, 22:39
Danke, Rudolf, für Deinen zusätzlichen Einsatz.

Bin gespannt, ob unsere Einsätze die dadurch gewünschte Resonanz finden werden. Leider überwiegt bei mir die Skepsis.

Gruß Ulrich

Bartels
29.04.2013, 22:52
Hallo Ulrich,

noch hat meine Mutter eine kleine Hoffnung, dass sie noch etwas über das Schicksal ihres Bruder erfährt. Er war in Stalingrad und gilt noch als vermisst.

Vor einigen Tagen jährte sich bei uns der Absturz eines viermotorigen Bombers. Letzten September wurden die Überreste der von fünf vermissten Besatzungsmitgliedern ausgegraben. Der Bruder des Piloten (95 Jahre - er flog damals auch) hat erst jetzt erfahren, dass sein Bruder nicht über der Nordsee verschollen ist! Ob er noch die DNA-Identifikation und Beisetzung erlebt ist unsicher - der britische Dienstweg dauert zwei Jahre ...

Beste Grüsse
Rudolf H. Böttcher

Wolfgang
30.04.2013, 03:34
Schönen guten Morgen,

auch heute noch zeigt sich wie wichtig es wäre über das Schicksal des Vaters, des Bruders oder eines sonstigen Angehörigen zu erfahren.

Aber die Realitäten sind anders.

Und deswegen nun auch eine ketzerische Frage: Ist es nicht Zeit, Hoffnung aufzugeben und Ungewissheit endgültig anzuerkennen?

Und noch ketzerischer: Wer wirft den ersten Stein auf Jene, die um ihre Familie zu ernähren, zu "Grabräubern" werden? Weder in Polen noch in Russland kann man mit dem Plündern und Verscherbeln von Andenken Verstorbener reich werden. Und deswegen laufen auch -nach meiner Meinung- jedwede Maßnahmen auf eine Kriminalisierung der Sucher ins Leere. BELOHNT die Finder!!! Belohnt sie für ihre Suche.

Ist es nicht eine Schande für Deutschland, für den Rechtsnachfolger des unheilvollen Reiches, dass es weder gegen Grabschändungen etwas tut noch für das Auffinden unserer im Feld verstorbenen Angehörigen?

Bitte, bitte, Deutschland, tue ALLES um jene Verschollene zu finden die in Deinem Namen ihr Leben lassen mussten!

Und diese Bitte gilt auch auch an Abgeordnete, an das Verteidigungsministerium, an das Bundeskanzleramt.

Wolfgang

waldkind
30.04.2013, 11:10
Guten Morgen alle zusammen.

Mich macht das Thema eine Weile sprachlos.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind die Gräber zweier "unbekannter Soldaten" öfter besuchte. Ich dachte, dass, wenn ich das Unkraut von ihren Gräbern nehme, sie nicht mehr einsam sein müssten. Auf der anderen Seite gab es vielleicht Verwandte, die ihn suchten, vermissten, beweinten. Pietät hat für mich nichts mit Alter, Betroffenheit oder Generation zu tun. In vielen Kulturen gehören die Ahnen mit zur Gegenwart, die Verstorbenen werden verehrt, weil die Hinterbliebenen ihr Erbe in sich tragen. Auch die Deutschen haben einen Totenmonat und ihre Totentage, um sich dessen immer wieder neu bewusst zu werden.
Wenn man Soldatenmarken verscherbelt, mag einem ein toter Soldat eben nur ein Toter sein. Aber ich frage mich dann wie man zu den eigenen Toten steht und zu dem Erbe, was man von ihnen erhalten hat.

Ich selber klage innerlich an, dass zu wenig für die Wiederfindung der Soldaten getan wird, so dass die Familien hätten erfahren können, wo ihre Angehörigen geblieben sind. Genauso wird die Familienforschung als ein bloßes Hobby angesehen. Sollte es nicht vielmehr ein Recht sein, erfahren zu können und zu dürfen, woher man abstammt? War Krieg und Vertreibung etwa eine Privatangelegenheit, ein Hobby?

Ich wünsche euch einen schönen Tag, lG vom wk.

asgaard
30.04.2013, 21:56
Guten Abend,

getan wird schon etwas. Aber ist es ausreichend? Es wird nie ausreichen können.

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/InternatRecht/Kriegsgraeber_node.html

WASt und Rotes Kreuz helfen mit Ihren Möglichkeiten Schicksale dieser Menschen aufzuklären.

Ich wünsche Allen einen schönen ersten Maifeiertag.

Wolfgang

Ulrich 31
30.04.2013, 23:27
Hallo,

ich melde mich noch einmal hier, um die Platzierung des gewählten Themas zu kritisieren. Es mutet widersinnig, ja verletzend an, dass "NS-Devotionalien" und "Erkennungsmarken (sog. 'Hundemarken') toter Soldaten" (siehe dazu auch meinen Beitrag unter #13) dem Unterforum "Sammelnswertes" zugeordnet werden. Mein Vorschlag wäre, das betr. jetzige Doppelthema nicht nur in die unterschiedlichen Einzelthemen aufzuteilen (siehe #13), sondern vor allem umzuplatzieren in das Unterforum "'Heiße' Diskussionen" (ein besseres gibt es m.E. z.Z. nicht).

Gruß Ulrich

Bartels
01.05.2013, 01:00
Einen schönen guten Abend,

ich stimme Ulrich zu, dass der "Handel mit Erkennungsmarken" ab #4 (oder #3) einen eigenen Thread haben sollte -
allerdings sollte dieser öffentlich bleiben.

Peter von Groddeck
12.05.2013, 19:47
Hallo,
der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge hat geantwortet
Gruß Peter

Guten Tag, sehr geehrter Herr von Groddeck,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 26. April 2013.

Leider erfahren auch wir Tag um Tag wie auf dem Militaria-Markt mit seiner anscheinend beständigen, wenn nicht gar wachsenden Nachfrage Fundstücke aus illegal geplünderten Kriegsgräbern erscheinen und manche "Hobbyhistoriker" sich auch noch mit den gefundenen "Schätzen" brüsten. In bestimmten Regionen Osteuropas wird die Grabräuberei nach unseren Erkenntnissen systematisch betrieben, weil sich damit - gerade auch über das Internet - ein gutes Geschäft machen lässt.

Der Handel mit den Fundstücken aus dieser "Tätigkeit" verstößt definitiv gegen die guten Sitten. Das Wissen darum, dass bei Verkauf oder Versteigerung solcher "gefundenen" Gegenstände nun eine Familie nie mehr Gewissheit über das Schicksal bzw. die Identität eines im Krieg gefallenen oder vermissten Angehörigen erfahren wird, macht die Sache unerträglich.

Wir versuchen beständig die Regierungsbehörden für dieses Thema zu sensibilisieren, doch bislang ohne Erfolg. Als Volksbund weisen wir immer wieder öffentlich auf diese Missstände hin. Leider haben wir jedoch keinerlei Möglichkeit, derartige Vergehen zu unterbinden.

Sehr geehrter Herr von Groddeck, für Ihren Hinweis und Ihr Interesse an unserer Arbeit sowie Ihre langjährige Unterstützung und Verbundenheit danken wir Ihnen sehr herzlich. Ihre Förderung ist eine wertvolle Hilfe bei der Bewältigung unserer Aufgaben, den Kriegstoten eine würdige Ruhestätte zu schaffen und die Kriegsgräber als mahnende Zeichen an die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zu pflegen.

Wir wünschen Ihnen alles Gute, noch eine schöne Frühlingszeit und senden Ihnen freundliche Grüße nach Goch

i. A.

Tina Alter
Mitglieder- und Spenderbetreuung

waldkind
12.05.2013, 22:34
Hallo Peter,

danke für deine Mühe.
Es war wohl zu erwarten, dass der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge kaum Möglichkeiten hat, etwas zu unternehmen. Fruchtbringender wäre vermutlich, wenn deutsche Regierungsbehörden mit osteuropäischen zusammen arbeiten würden. Aber beide finden es vermutlich nicht wichtig genug. Ebay als Online-Plattform für einen solchen Handel macht sich jedenfalls kein gutes Ansehen damit.

Gute Grüße, wk.