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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Desaströse Regenfälle und Überflutungen im Werder



Wolfgang
31.07.2025, 22:36
Liebe Forumfreunde,

möglicherweise habt Ihr es noch nicht gehört: Vor ein paar Tagen, am 27. Juli, gab es hier im Werder nicht nur stürmische Winde aus nordischen Richtungen sondern auch katastrophal wirkende Regenfälle. Von morgens früh bis abends spät öffnete sich der Himmel und es goss unaufhörlich, teils auch so, dass durch den Regenvorhang nur wenige Meter zu sehen waren.

Die Folgen? Sie sind regional begrenzt, es gibt keine Schlagzeilen. Trotzdem: das gesamte Werdergebiet, also das gesamte Weichsel-/Nogatdelta ist schwer betroffen. Es gab weitflächige Überflutungen mit immensen Schäden in der Landwirtschaft, vor allem aber auch an Häusern. In unserer Region gab es über 2.000 Notrufmeldungen, vor allem wegen überfluteter Keller, aber nicht nur das Wasser richtete riesigen Schaden an. Durch extreme Winde und Schlagregen wurde das kurz vor der Ernte stehende Getreide platt gedrückt, Kartoffelfelder stehen unter Wasser, die Landwirte wissen nicht mehr weiter.

Überall in unserer Nachbarschaft steht das Wasser in den Gärten und wer sein Haus unterkellert hat, weiß nicht mehr ein noch aus. Wir selber haben Glück. Kein Keller, rund um das Haus üppige Vegetation, aufgrund dessen kein stehendes Wasser.

Viele Probleme sind hier menschengemacht. Ganze Landschaftstriche zugebaut, zubetoniert, keine Retentionsflächen in denen sich das Wasser ausbreiten kann, keine Schutzmaßnahmen.

Wie gesagt, wir haben hier Glück. Aber wir fühlen mit unseren Nachbarn die nun mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang

Belcanto
01.08.2025, 14:42
Wir müssen uns an sintflutartige Regenfälle gewöhnen. Ein Grad plus Oberflächenwassertemperatur in den Meeren ergibt 7% mehr Verdunstung. Die Oberflächentemperaturen der Meere sind zum Teil, um plus fünf Grad angestiegen, d.h 35% mehr Verdunstung. Die gewaltigen Regenwolken müssen irgendwo ausregnen. Zum Glück meistens über den Meeren. Und nicht nur das, die Meeren fallen auch zunehmend als Kohlendioxidsenken aus.

Willy Gohl
01.08.2025, 17:55
Hallo Wolfgang, das hört sich aber schlimm an, ich hoffe, Du sowie deine Nachbarn werdet dieses Unwetter ohne großen Schaden überstehen. Ist Fischerbabke auch von diesem Unwetter betroffen ? Herzliche Grüße Willy

MeinEichwalde
13.08.2025, 09:15
Im Werdermuseum wird doch die Entwässerung genau dargestellt. Dass die Gräben und Drainagen nicht gewartet werden ist merkwürdig. lg Eure Werderanerin Delia

Belcanto
13.08.2025, 14:52
Wir müssen in Zukunft damit rechnen, dass der Austausch zwischen kalter und warmer Luft immer länger dauert, weil der Jetstream, nicht mehr so arbeitet, wie früher. Tief- und Hochdruckgebiete verweilen länger an einem Ort.

MeinEichwalde
14.08.2025, 11:04
Gibt es vielleicht weitere Nachrichten. Immerhin ist das ein Touristengebiet in der Hochsaison. Sind Touristenpensionen betroffen.? Ist jemand vor Ort ? Welche Auswirkungen haben die Regenfälle auf die Ostsee. ist sie auch voller als sonst ?
Beste Grüße aus dem herrlichen Sommer Berlins.
wo ich gestern eine Ringelnatter am Teufelssee schwimmen sah. Ich schwamm auch. Dort ist es paradisisch
was macht der Boottourismus im Werder
Lg Eure Delia

Wolfgang
17.08.2025, 13:06
Die durch die Regenfluten verursachten Schäden sind verheerend. Betroffen waren westlich der Weichsel die Danziger Niederung und östlich von ihr das gesamte Marienburger Werder bis hin zu den Elbinger Höhen. Besonders große Schäden richteten Überflutungen in Tiegenhof, Elbing und Tolkemit an.

Vor allem die Landwirte leiden unter großen Ernteverlusten. Bedingt durch den verregneten Juli konnte die Ernte bis zu diesem katastrophalen Unwetter nicht eingebracht werden - dann wurde das Getreide durch starke Winde und die Regenwalze plattgedrückt und die Felder überschwemmt. Bis jetzt sind viele Felder noch nicht abgeerntet. Auf den Felder steht teils noch immer Wasser oder das Korn ist zu feucht, ist verfault, verschimmelt oder keimt aus.

Jeder schimpft auf Jeden und alle weisen jedwede Verantwortung von sich. Niemand fühlt sich zuständig und alleine das ist schon eine Katastrophe. Hier gibt es keine Umweltbewegung, keine Grünen, hier gibt es kaum Umweltbewusstsein geschweige denn praktizierten Umweltschutz. Die Konsequenz: Wenn die nächsten starken Regenfälle kommen, wird genau die gleiche Katastrophe erneut eintreten.

Für die Geschädigten, also in erster Linie die Landwirte und Hausbesitzer, sind die Politiker schuld. Und zwar auf allen Ebenen, den Kommunen, Landkreisen, der Wojwodschaft, dem Staat. Dabei muss sich JEDER an die eigene Nase fassen. Warum gab es diese Schäden? Dafür gibt es schier unendlich viele Ursachen:

- weil die Landschaft zubetoniert und versiegelt wird
- weil in bebauten Flächen nicht dafür gesorgt ist, dass Oberflächenwasser schnell genug abfließt
- weil sich niemand ausreichend um die Entwässerungssysteme kümmert und die meisten Entwässerungsgräben zugeschüttet oder zugewachsen sind
- weil es keine Retentionsflächen gibt
- weil die Landwirte durch ihre extrem schweren Maschinen den Boden der Felder so stark verdichtet haben dass sie kaum mehr Wasser aufnehmen
- weil selbst in privaten Gärten die Böden so kaputt sind, dass sie kein Wasser mehr halten
- weil die Deiche nicht genug in Schuss gehalten werden

Nur ein Beispiel aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft. Die bei mir vorbeiführende Kreisstraße wurde durch einen Schotterstreifen verbreitert. Das ausgehobene Erdreich wurde in den daneben liegenden Entwässerungsgraben entsorgt. Außerdem werden dort entlang der Straße jährlich Sträucher, Büsche, Bäume gestutzt. Der gesamte Schnitt wird ebenfalls in den Graben geworfen. Fakt ist: Dieser Entwässerungsgraben kann seine Funktion nicht mehr erfüllen.

Es kommt noch ein Problem hinzu. Große Flächen des Weichsel-Nogat-Deltas liegen in Depressionsgebieten, liegen also unter dem Meeresspiegel. Eigentlich müssten größere Retentionsflächen angelegt werden, also Gebiete die bei extremen Niederschlägen oder Hochwassern nicht abfließende Wasser aufnehmen. Gibt es aber nicht - alles ist landwirtschaftliche Fläche oder Baugebiet. Ja, wo soll das Wasser hin?

Höhere Deiche helfen auch nicht. Denn die Flüsse und Kanäle können nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen und wenn die Deiche erhöht werden, läuft das Wasser zwar nicht mehr über die Deiche, aber aufgrund des hohen Wasserdruckes besteht dann die Gefahr, dass die Deiche unterspült werden.

Ich sehe schwarz. Die Rumwurschtelei und das sich nicht zuständig fühlen kombiniert damit, dass alle anderen nur man selber nicht schuld ist, wird höchstwahrscheinlich dazu führen, sich solche hausgemachten Naturkatastrophen in Zukunft häufiger eintreffen werden.

Schöne Grüße aus dem herbstlich werdenden Werder
Wolfgang

Hier noch ein Foto des Entwässerungsgraben entlang unserer Kreisstraße:
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MeinEichwalde
18.08.2025, 13:32
Schaut bitte auf den Nachruf auf Sigurd van Riesen, ich hatte ihn an anderer Stelle hingeschrieben...

JuHo54
18.08.2025, 16:09
Hallo Wolfgang,
das ist ein großes Problem , das du da beschreibst, ist aber bei uns genauso....die Gräben sind zugewachsen und auch die Durchflussrohre, es staut sich also überall, die Gebiete die unterhalb des Wasserspiegels der Innerste liegen, haben zwar ein Pumpsystem, das reicht aber nicht. Es fehlt überall an geeigneten Rückhaltebecken. Seit Jahrzehnten wird das Problem besprochen, aber beim letzten starken Regen und Hochwasser, waren wieder viele Gebiete überschwemmt einschließlich dem Kulturcampus unserer Uni.Wir liegen, Gott sei Dank, hoch genug, unser Haus leicht erhöht und da sie beim Bau einen Fehler gemacht haben und die Kanalisation auf die falsche Seite gelegt haben, liegt auch diese tiefer als geplant, ... für deine Nachbarn hoffentlich nicht ganz so schlimm wie gedacht.
Liebe Grüße
Jutta

Wolfgang
18.08.2025, 18:44
Schönen guten Nachmittag,
hallo Jutta,

entlang des Küstenstreifens östlich der Strom-Weichsel, also in dem Gebiet nördlich der Elbinger Weichsel, hatte es zwar auch rund 200 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter gegeben, aber das Gebiet liegt ein klein wenig über dem Meersesspiegel und die Entwässerungsmöglichkeiten sind etwas besser als in vielen anderen Teilen des Werders. Aber auch hier sind die Felder teils immer noch nicht befahrbar - die Ernte steht auf den nassen Feldern und trocknet nicht.

Früher wurde auf den Boden mehr Rücksicht genommen. Jeder wusste, dass dies hier "Blott"-Boden ist und da gab es auch nicht unendlich weit mit Monokulturen bebaute Ackerflächen. Dazwischen lagen immer auch natürliche Retentionsflächen, Wiesen, ungenutztes mit Gebüsch und Bäumen bewachsenes Land. Eine der größten Umweltsünden steht kurz vor der Vollendung: Die Zubetonierung bzw. Kanalisierung des Elbing-Flusses ins Frische Haff. Bis vor wenigen Jahren ein einzigartiges durch ein Naturschutzgebiet führendes Gewässer wird jetzt zur kanalisierten Betonrinne. Dann wird Elbing bei Nordostwinden, wenn es zum berüchtigten Haffstau kommt, noch schneller von Überflutungen heimgesucht.

Aber nicht nur das: Überall finden Abholzungsaktionen statt, große Waldgebiete liegen bereits brach. Das hat mit natürlicher und nachhaltiger Forstwirtschaft nichts mehr zu tun. Profitgier gewinnt gegen Naturschutz. Und so verhält es sich auch mit den Alleen. Kilometerweise wurden und werden sie abgeholzt ohne dass nachgepflanzt wird.

Als die Schnellstraße bzw. Autobahn S7 von Danzig Richtung Elbing gebaut wurde, schlug man ebenfalls wahnwitzig breite Schneisen durch Wald und natürlichen Bewuchs. Heute sind entlang der S7 Felder auf denen noch immer Wasser steht.

Sich nur aufregen hilft nicht. Es wird sich wahrscheinlich auch künftig nur wenig oder nichts tun. Ich sagte es schon: Eine Naturschutzbewegung oder auch nur ein Umweltschutzbewusstsein ist hier nicht oder nur ganz vereinzelt bemerkbar. Richtig aktiv, so wie ich das mitbekomme, ist in diesem Sinne nur eine Gruppe auf der Bohnsacker Insel - und die haben dort mitunter auch mal Erfolg.

Schöne Grüße aus dem Werder
Wolfgang

MeinEichwalde
18.08.2025, 18:55
Hallo Wolfgang , Hallo Jutta


habe eben die Fotos der Hochwasser in Hildesheim und Innerste gegoogelt. Sieht ja auch sehr überflutet aus. Wo wir gerade beim Thema Überschwemmungen sind: Ehrlich gesagt war mein Vorfahr schon Deichhauptmann : Wilhelm Güssefeld in Seehausen an der Elbe. Und die Weichseldeichhauptleute sind ja legendär und es gibt sie lange.

"Der Schimmelreiter" von Theodor Storm ist bekanntlich auch auf die Weichselhochwasser gegründet. Obwohl er in Schleswig Holstein Schullektüre ist.
Nun aber zu den Europäischen Aktuellen Verhältnissen:
An der Elbe werden in den Unescoweltkulturerbe - gebieten die Drainagen in den Wiesen abgebaut, wenn die Besitzer einverstanden sind. Die Havelwiesen sollen dann wieder einfach überschwemmt werden können. Das Havelland soll in Zukunft ein weites Überschwemmungsgebiet sein dürfen..

Diese Vorstellungen der Naturschutzverbände könnte ich mir für das Weichseldelta auch vorstellen. Denn die Holländer sind ja nun weg und Landwirtschaft kann man auch in anderen Teilen Europas betreiben. Ich bin sehr gespannt auf die Planungen. In meinem Berlin Tempelhof werden die Pfuhle auch peu a peu von ihren Einfriedungen befreit. Es nennt sich dann Renaturierung . Der BUND ist federführend im Hintergrunde.

Und Sigurd van Riesen war wie gesagt so ein Europäischer Wasserfachmann.

Liebe Grüße und nicht traurig sein.
Delia

MueGlo
25.08.2025, 21:59
Moin,

es war einmal: Da gab es die Schlickgeschworenen, verantwortlich für die Instandhaltung der Gräben, Laaken, etc., die Teichgeschworenen, verantwortlich für die Dämme, und die Wassermüller, die permanent gepumpt haben.

Nachdem es nach dem Weichseldurchstich 1895 keine relevanten Dammbrüche der Weichsel mehr gab ist offensichtlich insbesondere für die neue Bevölkerung ab 1945 die Bedrohung durch das Wasser im Werder nicht mehr im Bewußtsein ... es fehlen die Geschichten aus der Vergangenheit ...

Da macht man halt bei einem derartigen Unwetter die Regierung verantwortlich ...

Beste Grüße aus Potsdam, Rainer MueGlo

Ulrich 31
26.08.2025, 16:59
Dies aktuell zu diesem Thema (übrigens für jeden bei gdansk.pl zu finden) *):

► https://www-gdansk-pl.translate.goog/wiadomosci/Od-50-do-100-proc-zniszczonych-upraw-po-ulewach,a,294681?_x_tr_sl=pl&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp (deutsch).

Ulrich

*) Das am Anfang des betr. Artikels angegebene Datum 27. August (auch im Original) ist falsch. Richtig: 25. August.

Wolfgang
28.08.2025, 08:29
Einen schönen guten Morgen,

Danzig und die dazu gehörenden Orte wie z.B. auch auf der Bohnsacker Insel sind noch relativ gut weggekommen. Viel größere Schäden und Verluste traten in den Kreisen Praust, Tiegenhof, Elbing, Marienburg und Stuhm auf. Insgesamt sind nun von Seiten des Staates 69 Millionen Złoty Hilfe für das ganze Land bewilligt worden. Das ist lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Verluste für die Landwirte sind riesig, bei meinem Nachbarn und seinem an mein Grundstück angrenzenden Feld dürften praktisch 100% der Ernte verloren sein. Seine Felder wurden bisher nicht abgeerntet, das Grün schießt bereits durch das plattgedrückte Getreide hervor.

Nun beklagen sich Alle. Warum? Ich kann es verstehen, habe aber nur bedingt Verständnis dafür. Es fehlt jedwedes Bewusstsein, jedes Gefühl für potentielle Gefahren. Viele, viele Versäumnisse, eine ungehindert weiter gehende Zerstörung der Natur und deren natürlichen Regenerationskräfte, die rücksichtslose Ausbeutung der Landschaft, also der Felder, Wälder, Wiesen, Gewässer, gepaart mit absoluter Gleichgültigkeit und dem Desinteresse dem gegenüber, was das alles zur Folge haben kann, führten nun zu dieser Katastrophe. Gut, es sind Ansätze erkennbar, landkreisübergreifend etwas zu tun, aber dem stehen die vielen verschiedenen Zuständigkeiten bremsend im Wege. Wer ist für was zuständig? Alle reklnamieren für sich Zuständigkeiten, aber Niemand will für irgend etwas verantwortlich sein. Und am Geld für die Umsetzung mangelt es sowieso.

Gut, das war jetzt wieder mal ein Jahrhundertereignis, aber ich wette darauf, dass das nächste Jahrhundertereignis jederzeit wieder eintreffen kann - und wahrscheinlich auch eintreffen wird.

Schöne Grüße aus Ravensbrück
Wolfgang

MeinEichwalde
28.08.2025, 19:37
Im Werder wurden immer Zuckerrüben angebaut, die in der Fabrik Neuteich und Praust zu Zucker wurden. Das ist noch heute so. Hier ein Film
https://www.google.com/search?q=burak+cukrowy+zzulawy&oq=burak+cukrowy+zzulawy&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOTIJCAEQIRgKGKABMgkIAh AhGAoYoAEyCQgDECEYChigATIJCAQQIRgKGKAB0gEJNjA0MGow ajE1qAIMsAIB&sourceid=chrome&ie=UTF-8#fpstate=ive&vld=cid:e20b8c87,vid:N59dVi--mnY,st:0

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hier noch ein merkwürdiger Film des guten Weizens. im Werder der früher vierspännig abgefahren wurde..https://www.facebook.com/watch/?v=3077006552467152

Fischersjung
28.08.2025, 21:45
zu #15:.... zum Kurzvideo im zweiten Link die Übersetzung mit Hilfe von Deepl:

"So sieht der Weizen in den Elbląskie-Deichen aus. Eine totale Katastrophe!🌾 Der Landwirt ist verzweifelt: „50–60 cm Wasser stehen auf den Feldern, und die Felder sind flach. Das ist kein Abfluss aus den Bergen. Das ist das Grundwasserniveau, das aus den Kanälen ausgelaufen ist, obwohl es eigentlich zu den Pumpstationen fließen sollte ...”

Wolfgang
28.08.2025, 22:05
Zuckerrüben werden natürlich auch heute noch angebaut, aber es ist heute nicht mehr so, dass es Zuckerraffinerien in Neuteich und Praust gibt. Bis zur Rübenernte dauert es aber noch etwas und überall da wo die Rüben nicht verfault sind und die Felder befahrbar sein werden, wird auch geerntet.

Und was ist an dem Film über das Weizenfeld zu dem Du den Link zeigst so merkwürdig? Es ist schlichtweg eine Katastrophe und nicht nur die Felder standen/stehen unter Wasser sondern das Wasser steht den betroffenen Landwirten bis zum Hals. Da würden auch keine vierspännigen Fuhrwerke helfen und sie hätten auch früher bei solchen Starkregenereignissen nicht geholfen.

Natürlich müssen sich ALLE Landwirte auch an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob sie in den Feldern die Entwässerungsgräben gepflegt haben, oder auch in manchen Fällen ob es klug war, diese Gräben zuzuschütten oder welchen Sinn es machte, Retentionsflächen zu nutzen nur um zusätzliche Ackerfläche zu gewinnen.

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Hallo Joachim,

zu Deiner Übersetzung: Ja, stimmt alles, aber wenn das letzte Stückchen freie Natur intensiv vergewaltigt wird, wenn die Böden versiegelt und verdichtet werden, wenn es aufgrund des nicht mehr zu leugnenden Klimawandels immer stärkere Naturereignisse gibt, ja, diese Gemengelage führt dann zu solchen Katastrophen. Das Schlimme dabei ist -man kann auch sagen, es sei das Gute-, dass es nur ein relativ kleines Gebiet in Polen betrifft. Und das kann man einfach ignorieren. Das ist das Einfachste, denn wir die Warnzeichen ernst nehmen würden, wenn wir die Konsequenzen ziehen wollten, dann müssten wir unser bisheriges Leben umstellen. Und, bitteschön, wer will das? Es ist doch viel einfacher, so weiterzuleben und zu sagen, sollen sich doch unsere Kinder und Enkel mit den Problemen herumschlagen.

Schöne Grüße aus Ravensbrück
Wolfgang

MeinEichwalde
29.08.2025, 06:31
Liebe Agrarfreundinnen,

ich hatte mich auf die Kreisbauernschaften Westpreussens spezialisiert und mit allen Verwaltern telefoniert und sie interviewt. Der Witz ist, dass es diese bis heute gibt und sie sich nach den EU Richtlinien verhalten müssen. Die einzeln angetüterte Kuh in Ostpreussen gibt es nicht mehr seit dem Beitritt und die Anwendung der Richtlinien wird von der EU kontrolliert oder vom Bürger. Ich fahr jetzt nicht extra nach dem Werder und schau nach ob Blühstreifen angelegt sind oder ob die Köpfrodebunker für die Rübenkampagne ihren Sprit in die Gräben verteilen. etc etc. Und selbstverständlich sind wir eigentlich als ehemalige Eigentümer der landwirtschaftlichen Betriebe dazu hervorragend geeignet zu schauen wie ( bei uns Danko Firma als neuer Eigentümer) wie es auf den Feldern ausschaut. Polen ist ein Agrarstaat. Auf der grünen Woche kann man jedes Jahr viel hören.
Schöne Grüße aus dem nebligen Berlin
Eure Delia, Enkelin von Schroedter Eichwalde