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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Karte, Plan von Ohra?



waldkind
17.02.2010, 12:20
Hallo an alle,
einen schönen guten Tag wünsche ich dir/euch.

Ich suche einen alten Plan von Ohra (oder auch mehrere) oder einen Hinweis, wo ich solchen finden kann.
Die Karten, die hier zum Teil mit Links hingestellt wurden, kann ich nicht über den PC laden, jedenfalls nicht die, die mir Hoffnung gäben einen Ohra-Plan zu finden.
Ich kann mir über diesen Ort einfach kein richtiges Bild machen.
Bin dankbar für jeden Hinweis. Vielleicht könnte ich aufgrund eines eurer Hinweise eine Zeichnung für das Forum machen. Dann hätten wir alle etwas davon. Ich bin mir sicher, dass dies auch andere interessiert.

Außerdem suche ich auch Berichte über diesen Ort. Wer hat noch Tipps?

Und an alle, die hier schon was eingestellt haben an Ohra-Geschichte und -erinnerungen herzlichen Dank dafür! Hat mich sehr gefreut.
Mit guten Grüßen vom waldkind

Karin Langereih
17.02.2010, 12:52
Hallo Miriam,
also ich habe einen kleinen Plan, er ist so als Zusatz zu dem Stadtplan von Langfuhr.
Wenn Dir das genügt, sende ich ihn Dir gerne.
LG Karin

Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
17.02.2010, 13:13
http://forum.danzig.de/showthread.php?3002-Erinnerungen-an-Ohra&highlight=OhraHallo waldkind
Zu Berichten hast Du als Forum - Leser sicherlich diesen Bericht von Wolfgang gelesen....

Viele Grüße
Hans-Jörg

waldkind
17.02.2010, 15:49
Hallo Hans-Jörg, hallo Karin,
ja den Bericht von Wolfgang habe ich sehr gerne gelesen und bin zutiefst dankbar. Da auch ich Orsches Blut in mir trage, mag ich besonders den letzten Satz des Berichtes:
Mag darüber noch so viel Zeit vergehen - „Ohrches Blut vergeht nicht“.
Wie wahr, wie wahr, wir sind zäh! Rabowken eben, Baum rauf, Baum runter.

Da ich aber ja Landschaftsplanerin bin, brauche ich immer so eine Karte/Plan um mir die Örtlichkeit räumlich vorstellen zu können. Deswegen bin ich dir sehr dankbar Karin, wenn du mir deinen kleinen Plan zuschickst. Ja, gerne! Hastedie e-mail-adresse noch?
Liebe Grüße an euch und an alle anderen
waldkind

Karin Langereih
17.02.2010, 16:30
Ja Miriam habe ich.
Ist schon unterwegs.
LG Karin

waldkind
17.02.2010, 17:53
Danke Karin,
jetzt habe ich wieder etwas zum Tüffteln. Prima. Dann kann ich die paar Bilder, die ich habeschon mal richtig zuordnen.
LG Miriam

Mariolla
18.02.2010, 14:01
Ich wünsche einen schönen Tag,
in meinem Fundus befindet sich eine kleines Heftchen mit einigen Informationen zu
Ohra. Vielleicht hilft es etwas weiter. Leider habe ich das Druckdatum bzw. das
Erscheinungsjahr nicht in dem Heft gefunden. Viele Grüße Mariolla alias Marion
48934892

Mariolla
18.02.2010, 14:10
ups, könnt Ihr die Anhänge öffnen ?
LG Mariolla a.Marion

waldkind
18.02.2010, 14:16
Hallo Marion,
nein kann ich leider nicht öffen.
Weiter hilft alles, wasman finden kann. Bin schon am Knobeln.

@Karin: Hast du zufällig eine Idee aus welchem Jahr, ungefähr, der Plan stammt, den du mir geschickt hast? Ja, es ist ja klar, dass sich Straßennamen im Laufeder Zeit verändern. Daran habe ich zunächst nicht gedacht als ich beim Überfliegen die Horst-Wessel-Straße suchte. Horst-Wessel hatte das NSDAP-Lied komponiert, welches die Nationalsozialisten nach dem Deutschlandlied sangen. Klar, dass es den Namen kaum vor 1933 und nach 1945 gegeben haben kann.
LG waldkind

Karin Langereih
18.02.2010, 14:30
Miriam, der Plan ist von 1913.
LG Karin

waldkind
18.02.2010, 14:43
Danke Karin,
das hilft mir weiter.
Einen schönen Tag noch. LG waldkind.

Mariolla
18.02.2010, 19:34
Guten Abend,
hoffentlich klappt es jetzt mit dem Öffnen.
LG Mariolla alias Marion

waldkind
18.02.2010, 21:46
Danke Marion, super.
Ich hatte mir ursprünglich die Vororte Danzigs viel größer vorgestellt. Inzwischen begreife ich, dass es meist kleine Dörfer waren. Ohra ist also genauso abgebrannt wie Stolzenberg, sogar zweimal.
Dass die Kirche nach Plänen von Schinkel gebaut wurde, weckt in mir eine liebevolle Verbindung. Ist ja der Schinkel mir hier in Berlin durch seine Baukunst allgegenwärtig und bin ich allezeit seine größte Verehrerin. Ja, das ist interessant. Ob wohl der Friedrich Wilhelm III. dies veranlasste? War ja die Königin 1810 gestorben, nachdem sie da im Osten auf der Flucht war. Ob sie auch in Ohra war? Gestorben ist sie mehr am gebrochenen Herzen über das verwüstete Land, weniger an dem Polypen, der ihr im Herzen saß.
Vielen Dank Marion, das gefällt mir.
Liebe Grüße von Miriam

Marc Malbork
18.02.2010, 22:34
...Dass die Kirche nach Plänen von Schinkel gebaut wurde, weckt in mir eine liebevolle Verbindung...

Na, Vorsicht. Gucken wir sie uns erstmal an, sofern du sie - wie ich auch - bislang noch nicht kanntest.:)

http://www.diecezja.gda.pl/modules.php?name=Kuria&op=Parafia&par=323

http://www.salezjanieorunia.pl/html/galeria.html

"Nach Plänen von Schinkel" kann im Übrigen insb. in der preussischen Provinz auch immer heißen, dass die Mitarbeiter der Baudeputation die Pläne gemacht haben und Chef Schinkel kurz raufschaute und lediglich abnickte. Trotzdem, die Qualität der Kirche zeigt sich in den schönen, deutlich wohl der Marienburg abgeguckten Pfeilern und Gewölben.

waldkind
19.02.2010, 19:03
Hi Rüdiger,
danke für die Bilder,
gekannt habe ich diese Kirche zumindest von Bildern. Eine alte Ansichtskarte habe ich davon. Was mir gefallen hat ist ihre Leichtigkeit und Bescheidenheit, grazil und ohne jeden Protz. Das gefällt mir, wie z.B. auch der Schinkel-Pavillion im Schloss Charlottenburg, an dem ich vorbei laufen könnte ohne ihn zu bermerken.
Nun, dass ein "Chef" nicht alles selber zeichnet, ist klar. Genauso wenig wie einer alles selber baut, was er entwirft. Und trotzdem steht ja oft geschrieben: Gebaut von Schinkel. Ich meine, es ist üblich, dass ein Chef seinen Mitarbeitern seinen eigenen Stempel aufdrückt.
Mir soll es recht sein, wenn mich die Architektur einer einfachen Kirche eines Tages nach Danzig locken sollte, wenn dies meine Ahnen nicht fertig bringen.;)
Ich finde überhaupt die ganze Situation um diese Kirche spannend.
Die Bilder vom Innenraum kannte ich noch nicht. Danke dir dafür.
Liebe Grüße aus dem Spree-Walde, waldkind.

waldkind
21.02.2010, 10:26
Habe so eben bei der Wasserspeier-Akademie zwei Bilder von dem Cafe "Zur Erholung, An der Mottlau", entdeckt. Leider komme ich nicht damit zurecht diese Links vorher hier anzuklicken und auszuprobieren. Ich hoffe es klappt. Wenn nicht - einfach mal auf die Seite gehen und "An der Mottlau" anklicken. LG waldkind

http://www.danzig.at/image_zoom.php?show=OGEzMWI2NmMwYzZlMmI1MDcyNTEwOG U2ZjIzNjMzNjYuanBnP3dpZHRoPSI5MDAiIGhlaWdodD0iNTYx Ig==

http://www.danzig.at/image_zoom.php?show=ZDQ0NzJiNTBhNDliMDU0NzdmYWRkND NjOGZlNTkyZDEuanBnP3dpZHRoPSI5MDAiIGhlaWdodD0iNDY5 Ig==

Karin Langereih
21.02.2010, 11:04
Hallo Miriam,
ich habe es mal ausprobiert, die Links klappen, aber wie komme auf der Seite zu den anderen schönen Fotos und Karten?
LG Karin

waldkind
21.02.2010, 13:20
Hallo Karin,
welche anderen schönen Fotos und Karten? Die "Wasserspeier-Akademie, Institut der Danziger Straßenkunde" ist ja in diesem Forum bekannt. Über diese Adresse müsste du da rein kommen, ansonsten über Google eingeben. Und dann kannst du damal rumsurfen.
http://www.danzig.at/index.php

Damit du nicht alle Straßen anklicken musst, hier die Ausbeute meiner heutigen stundenlangen Recherche zu Ohra, was Bilder anbelangt. Du musst links den Anfangsbuchstaben des Straßennamens anklicken, dann die Straße. Da findest du es.
- An der Ostbahn
- An der Schönfelder Brücke
- Neue Welt
Das sind die Bilder, die ich zu Ohra gefunden habe.
Ich habe mir heute die Straßen zu Ohra angesehen, damit ich weiß, was ich in den Plan, den ich zeichnen möchte, hinein schreiben muss. So kann ich auch den Plan, den du mir geschickt hast, besser verstehen.
Nun bin ich müde-gestraßt und mache Pause mit cup-of-coffee.
Liebe Grüße vom waldkind.
Solltest du nicht zurechtkommen mit der Adresse, einfach noch mal nachfragen.

Karin Langereih
21.02.2010, 13:28
Danke Miriam,
ich hatte auf Lenzgasse und Schmiedegasse geklickt, ich habe jetzt aber festgestellt, dass nicht bei allen alten Straßen ein Bild vorhanden ist.
LG Karin

waldkind
03.03.2010, 15:51
Hallo an alle,
nach dem, was ich bisher über Ohra erfahren und an Kartenmaterial bekommen habe, werde ich zuerst einen kleinen Plan von Ohra 1913 zeichnen, nach einer von G.Rogalski gezeichneten Vorlage. Dieser hört allerdings südlich An-der-Ostbahn, nördlich Hoene-Park auf. Der südliche Teil Ohras zu dieser Zeit lässt sich später nachkonstruieren. Da wir mehrere Pläne machen zu unterschiedlichen Zeiten, fangen wir mit dem Einfachsten an. Jetzt muss ich noch warten bis ich mal wieder einige Stunden am Stück Zeit habe, um das zu erstellen; denn leider habe ich kein Zeichenprogramm.
Liebe Grüße
waldkind

waldkind
06.03.2010, 18:46
Hallo an alle,
hier mein erster Versuch eines Entwurfes für 1913. Das ist nicht maßstabsgerecht. Mir geht es darum Straßen auf einem Blick auch erkennen zu können. Die Mariengasse war auf dem Grundlagenplan nicht eingetragen, folglich habe ich sie auch nicht eingetragen, weil ich nicht weiß, ob sie zu dieser Zeit eventuell anders hieß.
Ich habe nicht alle Einrichtungen eingetragen, die auf dem Grundlagenplan stehen, weil ich die Datei dann nicht mehr auf eine Größe bekomme, die sich als Anhang hochladen lässt.
Jetzt könnt ihr mir sagen, was fehlt noch in dem Plan? An was erinnert Ihr Euch noch?
Folgende Einrichtungen konnte ich nicht richtig entziffern bzw. ich verstehe sie nicht, etwa
Schweinegarten?
Hundehaus?
Freundschaftsgarten?
Hatte die Laubenkolonie damals einen Namen?

Aber bitte bitte, jetzt mal erst nur 1913. Ansonsten komme ich durcheinander. Mir brummt jetzt schon das Gehirn vor lauter Straßen. Und deswegen brauche ich jetzt mal Plan-Pause.
Bis auf Weiteres, waldkind (aus dem Straßennetz).

alterschotte
08.03.2010, 00:49
1913 verlief die nördliche Grenze von Ohra ca. 200 m. südlich von der Wurstmachergasse (für Eingeborene - ca. bei der Bäckerei Warschun).
Deine Karte zeigt also in den oberen ca. 50% Altschottland, im mittleren Abschnitt zeigt sie das Stadtgebiet und die 25% am unteren Rand zeigen Ohra.
Karten von Ohra aus dieser Zeit sind mir noch nicht begegnet. Man müsste also von einer jüngeren Karte ausgehend den Zustand von 1913 rekonstruieren.

waldkind
08.03.2010, 09:16
Guten Morgen alterschotte,
vielen Dank, du hast recht. Ich bin dabei einen Plan auf der Grundlage einer jüngeren Karte zu erstellen, die mir freundlicher Weise Helga (Omahelga) überlassen hat. Da dürfte dann Ohra weitestgehend vorhanden sein. Von dieser Grundlagenskizze aus könnten wir uns in die unterschiedlichen Zeiten und Grundlagen vorantasten.
Vielleicht magst du die vorher eingestellte Skizze herunterladen und die Ortsgrenzen einzeichnen? Das Ganze wieder hier anhängen, musste aber ein paar Pixel wegradieren, die momentan nicht so wichtig sind, weil ich glaube die Anhänge dürfen nur 100 KB haben. Wäre schön. Da ich nicht ortskundig bin, hatte ich die Gebietsgrenzen nicht eingetragen.
Liebe Grüße waldkind

waldkind
08.03.2010, 10:37
Guten Morgen an alle,
jetzt habe ich eine Grundlage skizziert, wo Ohra etwas mehr vorhanden ist. Diese Skizze ist bewusst nicht beschriftet. Denn so kann sie jeder für seine Situation nutzen. Einfach auf DinA4 ausdrucken, dann auf A3 hochkopieren. Und schon habt ihr eine Grundlage zum hineinschreiben und -malen (für private Zwecke und Forumszwecke). Ebenso lassen sich daraus Ausschnitte ziehen, die ihr detailierter ausschmücken und hier im Forum als Anhang hochladen könnt, z.B. wenn jemand zeigen möchte, wo genau seine Oma wohnte.:D
Ich glaube, ich mache danach eine Beschriftung für ca 1935, und danach eine Rekonstruktion für ca 1910. Ich meine 1910 muss Ohra einfach ein kleines Dorf gewesen sein.
Wenn ihr Anregungen habt zu dieser Grundlagenskizze, meldet euch.
Liebe Grüße, waldkind.

waldkind
10.03.2010, 10:58
Schönen Guten Tag,
im Anhang befindet sich eine Skizze zur Gemarkung Ohras entsprechend zweier Vorlagen, eine von 1913 (G.Rogalski) und eine von 1920 (n.n.).
Was mir immer wieder auffällt, ist, dass Rogalski die Straße, die sich in anderen Plänen "Neuer Weg" nennt als "Boltengang" bezeichnet. Ob Rogalski sich da vertan hat? Oder ob es bereits zwischen 1913 und 1920 an dieser Stelle eine Straßennamenänderung gab?
LG waldkind

waldkind
12.03.2010, 11:35
Guten Tag an die Ohra-Interessierten,
ich habe soweit einige Details für Ohra 1935 zusammengetragen und stelle sie in den Anhang. Bei der Straßenbenennung habe ich mich nach den Angaben des Instituts der Danziger Straßenkunde der Wasserspeier-Akademie gerichtet, mit einer Ausnahme. Die Angaben zur Horst-Wessel-Straße fand ich im Stadtplan von Danzig 1935 nicht bestätigt. Dort gab es noch die Einteilung Hauptstraße und Stadtgebiet. Ich habe also die Straße nach dem Plan benannt und für den südlicheren Teil die Umbennenung zur Horst-Wessel-Straße in Klammern gesetzt.
Einige Straßennamen konnte ich nicht finden. Wer Tipps dazu hat, immer gerne!
Wer Fehler entdeckt, bitte melden.

Zur Grafik verwendete Quellen:
- Institut der Danziger Straßenkunde;
http://www.danzig.at

-Tessa: Stadtplan Danzig; 1:20.000

- Stadtplan Danzig-Ohra: n.n.

- Plan Gdanska - Danzig und Vororte - 1935
http://sabaoth.infoserve.pl.danzig-online/plan/mapo.htm

- http://maps.google.de

waldkind
13.03.2010, 10:22
Erwin-von-Scheubner-Richter versandet

Gestern lag ich ausruhend auf dem Sofa, in meinen Plan von Ohra 1935 versinkend, fasziniert davon, wie in meinem Kopf aus einer Menge von Buchstaben und Linien Häuser, Straßen, Gleise, Felder und Wiesen lebendig werden. Als ich anfing zu überlegen wie damals die Straßen gebaut gewesen sein könnten, geschah das Unfassbare. Im Westen Ohras entdeckte ich einen weißen Flecken, von dem ich annahm, dass er nicht hätte weiß sein dürfen. Und richtig! Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich die Erwin-von-Scheubner-Richter-Straße während der Bearbeitung des Plans heimlich aus dem Staube machte.
Das ist doch nicht zu fassen - eine Straße, die stiften geht!
Hastig sah ich noch einmal alle Vorentwürfe durch. Überall war sie eingetragen, nur nicht in der Endfassung des Ohra-Plans von 1935.

Erwin-von-Scheubner-Richter, wer war das eigentlich, dass man ihn in eine hohle Gasse steckte, fragte ich mich. Aber da meldete sich schon mein Gewissen und befahl, diese Frage heute besser nicht zu stellen. Ich begriff, dass wahre Weisheit nicht nur darin besteht, wie allgemein angenommen, stets das Richtige zu tun, sondern auch das Richtige zu lassen. Ein enormer Gewinn in der heutigen schnelllebigen Zeit.
Erwin-von-Scheubner-Richter ist also niemand, nach dem ich in hohlen Gassen suchen sollte. Aber was ließe sich anderes finden auf dem weißen Flecken meiner Landkarte? Was passiert in Ohra, wenn Erwin-von-Scheubner-Richter sich heimlich aus dem Staube macht?
Sandkörner! Lauter Sandkörner entdecke ich. Ach, wie schön. Sand hat die größte Kornfraktion von allen braunen Böden, die wir kennen und sorgt gemeinsam mit Ton und Schluff dafür, dass wir festen Boden unter die Füße bekommen. Das hatte Erwin-von-Scheubner-Richter wohl nicht gewusst, bevor er sich davon machte, dass es auch auf den Ton ankommt.

Nun gut, wenn sich dieser Mensch in Luft auflöst, muss ich nicht diejenige sein, die ihn wieder einfängt. Oder? Besser beschäftige ich mich mit Ohras Sandgrube. Die war schon da, als in Ohra an Scheubner-Richter noch niemand dachte. Und weil dort niemand an ihn dachte, wurde die Sandgrube in Ohra nach ihm umbenannt, damit man sich seiner erinnere. Und nun komme ausgerechnet ich daher und vergesse diese Straße in meinen Plan einzuzeichnen. Eigentlich wollte ich ihn nachgetragen haben, den Herrn, der den Ohranern die Sandkante stahl. Aber, liebe Leserinnen und Leser, ich mag Sand gerne, wenn man ihn mir nicht in die Augen streut. Deshalb, wenn Sie eine Erwin-von-Scheubner-Richter-Straße in Ihrem Plan haben wollen, dann malen Sie sich doch eine. Was? Sie wissen nicht, wo diese Straße liegt? - Na, so etwas! Sie liegt südlich der Korinthengasse, geht von der Andreas-Buriedl-Straße ab in Richtung Westen verlaufend, auf Höhe der Wurstmachergasse liegend. Alles klar? Noch immer nicht? Dann schauen Sie besser in einen aktuellen Plan von Danzig nach ul. Piaskowa.
Na, sehen Sie, geht doch! Es findet sich jede Strecke wieder ein, wenn man nur lange genug danach sucht.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, immer ausreichend viele Tonkolloide unter der Schuhsohle, damit Sie nicht wie der schiefe Turm von Pisa den Boden unter den Füßen verlieren oder wie Erwin-von-Scheubner-Richter plötzlich vom Erdboden verschwinden.
Ihre Miriam Denise Weeke, (c)Berlin 2010

waldkind
16.03.2010, 19:06
Hallo liebe Ohra-Leser,
wieder habe ich einen Buchstaben entdeckt, der sich an einer Stelle hat eingeschmuggelt, wo er nicht hingehört - im Plan 1935.
Korinthengasse mit 'h' geschrieben, ist in diesem Falle falsch. Sie schrieb sich ohne 'h'. Steht aber als solche nicht einmal im Duden von 1935. Waren damals wohl noch nicht so berühmt, die Korinten.

Ich werde als nächstes einen Plan von 1927 machen. Das erscheint mir momentan als die nächstliegende, am einfachsten zu verwirklichende, Möglichkeit. Kommt Zeit, kommt Plan, aber nicht am Wochenende, da bin ich auf der Buchmesse.
LG waldkind

waldkind
19.03.2010, 23:07
Hallo liebe Ohra-Freunde,
die Schulstraße scheint eine Straße zu sein, die man in den meisten Plänen und Karten einfach nicht beschriftet hat. In einer aktuellen Danziger Karte habe ich sie letztlich gefunden und dies zum Anlass genommen, den Dorfkern zu skizzieren. Dieser lag östlich der Hauptstraße zwischen An der Ostbahn, Bahnplatz und Schulstraße. Hier befanden (befinden) sich die ev. St. Georgskirche, die Volksschule für Jungen und ein Straßenbahndepot. Außerdem endete hier die Straßenbahnlinie 6 von Danzig herkommend. Hier sollte auch der neue evangelische Friedhof liegen.
In der anhängenden Skizze habe ich nach Angaben des Einwohnerverzeichnisses von 1937/38 den alten Friedhof angedeutet. Der Bahnhof ist in den verschiedenen Karten auch an den verschiedensten Stellen eingetragen. Ich habe versucht ihm einen Platz zu geben, der mir logisch erschien.
Wenn ihr nun Verbesserungsvorschläge habt oder Ergänzungen, bitte gerne.
waldkind

Quellen:
Wasserspeier-Akademie; Danziger Straßenkunde
Tessa Stadtplan Danzig 1:20.000
Einwohnerverzeichnis 1937/38

waldkind
24.03.2010, 21:44
Lieber Ohra-Freunde,
ein erster Versuch die Situation Ohras von 1932 darzustellen, also kurz vor der großen Straßen-Umbenennungsaktion. Es ist wie immer ein Entwurf, eine Idee, die nicht Anspruch auf absolute Richtigkeit erheben kann. Wir sind ja noch beim Proben. Es dient mir nur als Überblick,damit ich nach und nach die einzelnen Straßen und Situationen ihrer richtigen Zeit zuordnen kann. Ich weiß z.B. nicht, ob es diese ganzen Kolonien auch wirklich schon gab in 1932. Ein Teil von Grauer Weg nannte sich derzeit Schwarzer Weg. ich weiß allerdings nicht, welcher Teil. Wer etwas weiß, der melde sich bitte.

Um, wie ursprünglich angedacht, einen Plan für 1927 zu erstellen, muss ich mich jetzt erst einmal eine Weile mit der Wandlung der Hauptstraße auseinandersetzen bzw. versuchen heraus zu finden, wo denn nun die Südstraße begann bzw. die Lindenstraße lag. Also wenn einer dazu noch was weiß (außer das, was sowieso schon im Forum steht), bitte melden.
Liebe Grüße vom Gemüsekind

Peter von Groddeck
11.04.2010, 21:39
Hallo Miriam,
zu Ohra und seinem Höhner Park habe ich noch etwas gefunden:
In dem Buch „Danzig von A bis Z“ von Jerzy Samp, 1997 in deutsch erschienen, schreibt der Autor über diesen Park: „Nachdem er von seiner letzten Besitzerin 1917 der Stadt geschenkt worden war, wurde auch der Ohraer Park besucht, der noch auf die Renaissance zurückging. Er liegt nicht fern vom Radaunekanal zwischen malerischen Moränenhügeln und bezaubert mit seinem reichen, alten Baumbestand, einer schönen Allee von vierhundert Linden, zwei auf unterschiedlichen Ebenen gelegenen Teichen, einem Wasserfall sowie einem klassizistischen Palais. Einst hatte er den Danziger Bürgermeistern gehört und ihnen als Sommerresidenz gedient. Hier waren Könige, Gelehrte und Reiseschriftsteller zu Gast, die die Anlage beschrieben. Während der letzten Kriegshandlungen, vor allem 1945, stark beschädigt, wurde der Park wiederhergestellt und ist heute neben dem berühmten Park von Oliva die größte Anlage dieser Art in der Umgebung der Stadt.“
Liebe Grüße Peter

waldkind
12.04.2010, 12:58
Hallo Peter,
vielen Dank für deinen Beitrag.

Die letzte Besitzerin war wohl Emilie Hoene, die den Park/Garten der Stadt vermacht hatte. Die Familie Hoene erwarb den Garten/Park um 1800. Schriftlich erwähnt soll der Garten bereits 1636 gewesen sein. Wenn in Danzig von A-Z steht, dass der Garten ursprünglich im Renaissance-Stil angelegt wurde, so könnte dies also zwischen dem 14. und 16.Jh. stattgefunden haben. Das interessiert mich schon sehr, wer sich da draußen in Ohra als erster einen Garten angelegt hatte.
Das klassizistische Palais müsste dem Stile nach dann zwischen 1750 und ca 1830 angelegt worden sein (mal vage getippt).
In einer Karte von 1800 sah ich im Osten Bauten gelegen, westlich der Mitte einen Teich. Es gab ursprünglich nur einen Teich. Ansonsten alles schön grün und ordentlich, eben einem Garten ähnlich, nichts von einem späteren Landschaftsstil.
In einer Karte von 1813 nennt sich dieser Garten "Reyers Garten". So, so! Warum nicht Hoene-Garten? Ob da die Fischreiher wohnten?
Vielen Dank, Peter, mit vereinten Kräften bekommen wir schon eine kleine Geschichte um diesen Park zusammen.
Liebe Grüße
Miriam