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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachruf auf Siegfried Naujocks, + 13.11.2004



Wolfgang
13.04.2008, 23:50
In unserem Vorgänger-Forum "Danzig-L" schrieb ich am 13.11.2004:


In Memoriam

Unser Vater und Grossvater ist tot.

Heute, am 13. November 2004, starb Siegfried Walter Naujocks im Alter von 78 Jahren nach langjähriger schwerer Krankheit. Die Nachricht ereilte mich in Danzig im Kreise meiner polnischen Freunde.

Mein Vater wurde am 02. Januar 1926 in Danzig-Langfuhr, im "Storchenhaus", geboren. Nach dem Krieg lebte er in Dachau/Oberbayern, wo er erst als Lehrer, später als Dolmetscher und Journalist arbeitete. 1966 zogen wir nach Baden-Württemberg. Nach seiner Pensionierung kaufte er sich ein Haus in Italien und lebte dort zurückgezogen.

Sein Leidensweg begann mit einer schweren Erkrankung vor sechs Jahren. Seit etwas mehr als einem halben Jahr wurde er optimal in einem Pflegeheim betreut, doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten Wochen dramatisch. Heute, um 15:15 Uhr, hörte nach erneuten Komplikationen sein Herz auf zu schlagen. Der Herr rief in zu sich am Tage an dem seine Mutter vor 110 Jahren geboren wurde.

Mein Vater liebte seine Heimatstadt Danzig über alles. Noch in den vergangenen Jahren war er immer wieder in Danzig. Unsere heute noch dort lebenden Verwandten gaben ihm Kraft und Zuversicht. Noch vor wenigen Wochen sprachen wir darüber, ob es ihm noch einmal vergönnt sei, Danzig zu besuchen.

Mein Vater hat nun seine letzte große Reise vor sich. Nach Einäscherung werde ich seine sterblichen Überreste nach Danzig überfuehren und in der Danziger Bucht beisetzen. Er wird dann dort sein, wo er immer sein wollte: Zu Hause.

In tiefer Trauer für alle die ihn liebten

Wolfgang Naujocks
Martin Naujocks

Wolfgang
13.11.2013, 20:39
Guten Abend,

neun Jahre sind es her. Ich erinnere mich noch immer wie mich seine Todesnachricht erreichte. Ich war bei der Deutschen Minderheit in Langfuhr, nahm den Anruf aber nicht an, und als ich kurz darauf zu unserer Sasper Wohnung fuhr, informierte mich meine Frau.

Mein Vater fasste nach dem Krieg im Restdeutschland Fuß, blieb aber immer entwurzelt und selbst da wo er dachte, ein neues zu Hause gefunden zu haben, blieb er immer doch nur ein Suchender.

Er ist hier auf See beigesetzt. Er ist zu Hause. Er wird unvergessen bleiben.

Im Gedenken an ihn brennt eine Kerze im Wohnzimmerfenster.

17653

Wolfgang

tina58
13.11.2013, 21:55
Lieber Wolfgang,

auch wenn eine Stimme die uns vertraut war schweigt. Was uns bleibt sind Liebe Dank Erinnerung. Ich kann Dich gut verstehen.

Tina

Helga +, Ehrenmitglied
13.11.2013, 23:26
Lieber Wolfgang,

ich kann dich gut verstehen, und die Erinnerungen bleiben zum Glück. Für mich unvergessen ist dein Streiflicht über die Beisetzung deines Vaters, ich habe es oft gelesen.