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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewehrfabrik Danzig



Jagdwaffensammler
24.03.2013, 12:08
Als Autor einer renommierten Waffenfachzeitschrift arbeite ich momentan an einem Artikel über die Danziger Gewehrfabrik.
Dringend suche ich zur Illustration zeitgenössische Fotos u.ä., leider blieb die online Suche erfolglos.
Hat vielleicht jemand einen Tip oder gar selber Fotos? Gerne auch sonstige Dokumente wie Anzeigen u.ä. Danke !!!!

Bartels
24.03.2013, 13:04
Anzeigen in den Adressbüchern werden die nicht geschaltet haben ...


Kgl. Gewehrfabrik

1908: 908 Arbeiter

Grösser waren damals nur die Ks. Werft (3055) und F. Schichau (1900 in Danzig).

Marc Malbork
24.03.2013, 14:12
Hallo Jagdwaffensammler,

für Bilder aus dem Internet z. B. in der Google-Bildersuche "Weidengasse" oder " Fabryka Karabinów Gdańsk" oder "Łąkowa"eingeben. Weniges, aber immerhin....

Gerade Alt-Danziger Themen aller Art werden heute durch eine Vielzahl polnischer Seiten erschlossen, Gewehrfabrik z. B.:

http://www.forum.dawnygdansk.pl/viewtopic.php?t=1988

http://gdansk.naszemiasto.pl/galeria/opis/1261077,1-lutego-2012-roku-krolewska-fabryka-karabinow-w-gdansku-obchodzi-159-quoturodzinyquot,galeria,2084785,id,t,tm,zid.html# galeria-duze-zdjecie

Jagdwaffensammler
24.03.2013, 15:52
Besten Dank für die Hinweise.
Da ich der polnischen Sprache nicht mächtig bin ist es schwierig über google an relevante Informationen zu kommen, insbesondere möchte daher für die angegebenen Suchwörter danken.
Finde es erstaunlich das kaum zeitgenössische Ansichten zu finden sind, selbst über grosse Anbieter von Ansichtskarten.

Marc Malbork
24.03.2013, 16:58
Nja, während z. B. in Berlin praktisch ganze Straßenzüge in den Bezirken fern vom Zentrum postkartenmäßig abfotografiert wurden, gibts derlei für Danzig in den Vorstädten und Vororten leider nicht.

Vlt. kann Herr Daniluk noch weiterhelfen, der die militärische Topographie des alten Danzigs aufarbeitet (Seite auch in Deutsch):

http://www.garnison-danzig.pl/

Geigersohn
24.03.2013, 19:47
Ich weiß leider nicht mehr woher ich es erfahren habe.
Danach könnte in der Niederstadt hinter der Kolkowgasse
eine Zweigstelle gewesen sein.
Schöne Grüße von Geigersohn

Uwe
24.03.2013, 19:57
Hallo, dann würde ich die regionale Profil in Facebook "Opowiadacze Historii" empfehlen. Dort sind wahre Experten versammelt was die Niederstadt in Danzig angeht. Dort kann man ruhig auch in deutsch schreiben, wenn jemand helfen kann wird einem geholfen.

Herzliche Grüße

Uwe

christian65201
24.03.2013, 20:21
Hallo,
nach meinem Wissensstand war die Gewehrfabrik in der Weidengasse zwischen dem Marienkrankenhaus und der Brotfabrik.

Grüße
Christian

Bartels
24.03.2013, 20:27
Hallo,

das hat was:

Brot
Gewehre
Krankenhaus

Einen schönen Abend wünscht

Rudolf H. Böttcher

Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
24.03.2013, 21:34
Hallo
Dies Thema ( Gewehrfabrik ) hatten wir schon einmal im Forum
Hier die Beitäge u.a. auch meiner .....

http://forum.danzig.de/showthread.php?7319-Bischofsberg-und-Gewehrfabrik&highlight=Gewehrfabrik+Danzig

Viele Grüße
Hans-Jörg

Felicity
25.03.2013, 06:58
Mein Grossvater hat in der Gewehrfabrik in der Weidengasse gearbeitet. Er war Werkmeister und ein Feinmechaniker. Vorher war er in der Schichau Werft. Wir wohnten in der Weidengasse 48 und die Fabrik war zwischen dem Tabaks Monopol und dem Marienkrankenhaus. Der Name vom Opa war Eugen Ornowski. Leider Habe ich keine Papiere und auch keine Photoes, alles ist verbrannt. Liebe Gruesse von der Feli

Bartels
25.03.2013, 12:12
Hallo Feli,

weisst Du wann ungefähr Dein Opa Eugen von Schichau zur Gewehrfabrik gewechselt ist? -
Mein Opa Max war über 40 Jahre bei Schichau und ich sammle alle Informationen über diese Firma.

Liebe Grüsse nach Down-Under

Bartels
25.03.2013, 12:25
Hallo,

hier die Infos zu 1942:

Ecke Schleusen- / Sperlingsgasse

Weidengasse 34 Marienkrankenhaus

Weidengasse 35/38 ehemalige Gewehrfabrik (Eigentum der Stadt)
- jetzt Adresse für über 20 kleinere Fabriken und Gewerbetreibende
- Schießstand des Schießklubs eV 1924
- diverse Direktoren-Wohnungen

Weidengasse 39/44 Zigarettenfabrik der Reemtsma

Kolkowgasse

Beste Grüsse
Rudolf H. Böttcher

Bartels
25.03.2013, 12:42
Hallo,

hier die Infos zu 1937/38:


Weidengasse 35/38 ehemalige Gewehrfabrik (Eigentum der Stadt)
- noch Adresse für über 40 kleinere Fabriken und Gewerbetreibende
...

Weidengasse 39/44 ehemalige Gewehrfabrik (Eigentum der Stadt)
- Mieter: Danziger Tabak-Monopol AG

Beste Grüsse
Rudolf H. Böttcher

alterschotte
25.03.2013, 12:57
"einer renommierten Waffenfachzeitschrift"


Darf ich erfahren um welche Zeitschrift es sichdabei handelt und wann Dein Artikel dort erscheinen soll?

Der jetzige Eigentümer der ehemaligen Gewehrfabrik sammelt alles was dieses Gelände betrifft und hat auch schon etliches zusammengetragen. Bilder aus der zeit als Gewehrfabrik sind allerdings extrem selten, da es ein Militärbetrieb war, mit Geheimhaltung usw. Bilder von in dieser Fabrik hergestellten Waffen sind im Netz schon häufiger zu finden.Der Verbleib der Maschinen nach dem IWeltkrieg ist auch geklärt.

Felicity
25.03.2013, 13:46
Lieber Rudi ! Ich weiss wirklich nicht wann Opa von der Schichau Werft zur Gewehrfabrik ueberwiesen wurde. Hoechstwahrscheinlich war es fuer ihn viel bequemer. Nach der Kolkowgasse, kam die Hirschgasse als Nebenstrasse von der Weidengasse und das Eckhaus war 48, in dem wir wohnten, dann kam die Straussgasse als Nebenstrasse und 49 war das Eckhaus. Beide Haeuser sind ausgebrannt und verschwunden. Jetzt ist da ein Stueck Grassland. Das letzte Mal, wie ich in Danzig war, in 2009, habe ich die Niederstadt wieder besucht und war auch in meinem Kapellchen vom Marienkrankenhaus. Ich war im Dom Muzika Hotel. Liebe Gruesse von der Feli

Jagdwaffensammler
25.03.2013, 19:00
Ich schreibe für die Zeitschrift Visier des VS Medien Verlages. Der Artikel befasst sich neben einer Pirschbüchse der bayerischen Gewehrfabrik in Amberg mit einem vergleichbaren Modell der Gewehrfabrik Danzig. Das interressante an diesen Waffen ist der Umstand das die staatlichen Gewehrfabriken im Nov. 1918 begannen Produkte für den zivilen Markt zu fertigen um eine Weiterbeschäftigung der noch vorhandenen Mitarbeiter zu ermöglichen, auch unter dem Gesichtspunkt evtl. Aufstände der Arbeiterschaft zu vermeiden. Noch 1919 wurden Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit angestellt, wie leicht zu erraten mit negativen Ergebniss. Amberg und Erfurt wurden über Abwicklungsgesellschaften aufgelöst, das Ende der Danziger Fabrik war das überlassen der Maschinen als Reperationsleistung an Polen.
Vorgesehen ist der Artikel in 2-3 Monaten, da noch Recherchen im bayerischen Armeemuseum ausstehen.

suum cuique
29.03.2013, 22:19
Horrido Jagdwaffensammler,
(eine Namensnennung würde die Anrede vereinfachen),
ich wußte gar nicht, dass in den Danziger Gewehrfabriken nach 1918 noch gefertigt wurde. Das bekannteste Produkt scheint ja das legendäre "Gewehr 88" zu sein. Wünsche Dir viel Erfolg.

Jagdwaffensammler
30.03.2013, 10:32
Hallo Andreas,
als Anrede geht natürlich auch Mike. Verwende jedoch lieber "Jagdwaffensammler" durchgängig in allen Foren die ich benutze, macht die Sache einfacher.
In den staatlichen Gewehrfabriken Danzig, Amberg und Erfurt wurde bis Mitte 1919 eine Fertigung aufrechterhalten.
Neben der Aufarbeitung aber auch der Zerstörung von Waffen wurden auch noch Teile wie MG Schlösser gefertigt.
Daneben wurden die erwähnten Pirschbüchsen für den Zivilmarkt gefertigt.
Leider gibt es über Danzig keine Archivquellen in dieser Richtung. Amberg ist gut dokumentiert, hier wurden auch Kleinmöbel aus Schaftholz gebaut, Messer sowie Kleinwerkzeuge. Dazu Blechteile für die Nürnberger Firma Bing.
Danzig fertigte neben dem Gewehr 88 mit Beginn der Mobilmachung 1914 rund ein drittel der vorgesehenen Menge an Gewehren mit System 98, nach anfänglich rund 300 Stück am Tag wurde die Tagesproduktion auf ca. 1000 Waffen bis 1917 erhöht.
Schätzungsweise wurden bis Ende 1917 rund eine Million Gewehre 98 gefertigt, die Höchstzahl an Mitarbeitern betrug Ende 1917 ca. 5.800.
Mike
www.jagdwaffensammler.de

Wolfgang
02.04.2013, 17:53
Schönen guten Nachmittag,

hier ein Artikel über die Abwicklung der Gewehrfabrik, erschienen in der Danziger Volksstimme vom 14.12.1921: http://library.fes.de/danzig/pdf/1921/1921-291.pdf

Viele Grüße aus dem Werder
Wolfgang

Jagdwaffensammler
02.04.2013, 18:07
Vielen Dank- das sind Sachen die Geschichte interressant machen!!!!!!

Regina
03.04.2013, 22:05
Hallo
In einem kleinen Reisefuehrer habe ich ein Foto von der Koeniglichen Gewehrfabrik gefunden,
mit deutscher Beschreibung. Ich kann es gerne per Poist schicken, bitte Anschrift.
Das Gebaeude steht noch.
Gruesse aus Danzig
Regina