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Thema: [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

  1. #1
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

    Schönen guten Abend,

    Zugdam? Zugdam!

    Bitte erkläre mir Einer den Namen "Zugdam" bzw. woher er sich ableiten lässt!

    Zugdam... - eine lange endlose Straße führt nach Zugdam. Unabhängig davon woher man kommt.

    Zugdam... - tief unten, mottlaudurchflossen.

    Zugdam... - ein Dorf das auf der Suche nach dem Heute ist.

    Ich war da heute. Zuerst die Mottlau. Zuvor machte mich ein Schild darauf aufmerksam, dass von der Europäischen Union Kanalisierungsarbeiten unterstützt werden. Gott sei Dank! Denn wenn Du heute auf der Mottlaubrücke stehst empfindest Du einen Odem der Dich glauben lässt, die Mottlau sei Fäkalienopfer des ganzen Dorfes. Ohhhh, ich mag gar nicht daran denken welche Duftschwaden in Zeiten höherer Plustemperaturen über Zugdam wabern...

    Zugdam ist ein typisches Dorf des Danziger Werders. Schon wenn Du Richtung Zugdam fährst, wirst Du die vielen Entwässerungsgräben sehen. Jeder Acker, jedes Feld ist von ihnen durchzogen.

    Und wenn Du in Zugdam bist... - ja, dann bist Du dort. Erst mal Ratlosigkeit. Du fährst rein, Du fährst raus. Und zwischendrin glaubst Du Bemerkenswertes gesehen zu haben. Also umdrehen und entweder im Halteverbot parken oder sonst irgendwo.

    Fahrradfahrer haben es einfach!!! Also wenn, dann FAHRRAD !!!

    "Leberecht Kapittke."

    "Leberecht Kapittke PUNKT" !

    Fast siebzig Jahr hat sich das überdauert, der Leberecht Kapittke mit PUNKT. Was heute da läuft in dem Haus habe ich nicht mitbekommen.

    Leberecht Kapittke symbolisiert den Niedergang eines Werderdorfes, DES Werderdorfes Zugdam. Johh, es mag Neubauten geben, johh, da maach sich da was tun onn dort was auch, aber wenn Du die verfallenden Höfe siehst, dann zweifelst Du an Allem.

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
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  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

    Hallo Wolfgang,

    Leberecht Kopittke war der Kneiper in Zugdam. Erstaunlich, dass die Inschrift heute noch vorhanden ist.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus

  3. #3
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    9.036

    Themenstarter

    Standard AW: [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

    Schönen guten Abend,
    hallo "Sinus",

    danke für Deinen Hinweis auf KOPITTKE - wie Du auf dem Foto sehen kannst, ist es für Nichtwissende nicht ganz einfach, den Namen korrekt zu lesen. Bitte entschuldige meine falsche Leseinterpretation!

    Ich war vor ein paar Jahren schon einmal in Zugdam. Da ich bisher keine direkten familiären Bindungen nach Zugdam nachweisen konnte, behandelte ich den Ort eher etwas stiefmütterlich.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
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  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

    Einen schönen guten Abend,

    Zugdam hat einen Wikipedia-Eintrag. Ob unser Chronist Dardol den Ortsnamen erklären kann?
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  5. #5
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: [Zugdam / Suchy Dąb] Ein kleiner Besuch

    Lieber Wolfgang,
    wir wohnten in Danzig, Schwarzes Meer Nr. 10 .
    Ich habe mich über Deinen Zugdam-Bericht sehr gefreut, weil er bei mir schöne Erinnerungen wieder wachgerufen hat.
    Kopittke war nicht nur eine Kneipe sondern das auch der Lebensmittel-Laden
    von Zugdam.
    Ich bin Jahrgang 1929. Ich erinnere mich gern an Zugdam und an das links der Motlau gelegene unmittelbare Nachbardorf Osterwick. In Osterwick wohnte meine Oma Hulda Schmidt mit ihrem zweiten Mann Gustav Schmitt. Ich war mehrmals bei ihr in den Ferien. Da sie mit meinem Stiefopa (Gustav Schmitt) in einem kleinen Haus mit kleinem Stall mit Hühnern und kleiner Scheune wohnte, aber mit schönem Obstgarten, mit vielen Himbeersträuchern, habe ich mich dort sehr wohlgefühlt.
    Ich war aber auch oft und gern auf den größeren Nachbarhöfen, bei Lina Schmitt mit Familie und beim alten Bauern Knak (oder Knaak ? Schreibweise ?) mit seiner 'Wirtschafterin', Frau Dittmer. Er hatte viel Bienen und hat auch meiner Oma Honig verkauft.
    Der größte Hof war der von Bauer Rusch, direkt gegenüber dem Haus meiner Oma.
    Die Dorfstraße war ohne Pflaster, schlimm im nassen Herbst und Winter.
    Aber daneben war ein ganz guter Fuß-und Radweg.
    Die Motlau, die östlich hinter dem Grundstück von Gustav Schmitt verlief, wurde mal ausgebaggert, damit das sehr langsam fließende Flüsslein besser strömen konnte.
    Der ausgebaggerte Schlamm wurde auf das Ufer entladen. Da gab es jede Menge Aale, die von Dorfjungen eingesammelt wurden.
    Zu meiner Oma fuhr ich von Danzig mit dem Bus (von Straße "Mattenbuden", an der dort größeren Motlau), Entfernung ca. 20 km. In Zugdam angekommen hielt der Bus gegenüber der Motlaubrücke, die unmittelbar zum Nachbardorf Osterwick führte.
    Dort in Osterwick waren auch Wirtshaus, Schule, Kirche und Friedhof. In Osterwick gab es auch einen kleinen Lebensmittelladen, von Eduard Schmitt, Bruder meines Stiefopas.

    Meine Oma starb leider mit 64 Jahren im Frühjahr 1941. Ihr Grab ist nicht mehr zu finden, weil der Friedhof durch Bomben oder Granaten zerstört wurde.
    Nach Omas Tod fuhr ich in den Ferien mehrmals zu meinem Klassenkameraden Günter
    Markurland, der bei seinen Eltern und Schwester Christel in Zugdam wohnte, aber bald die Schule aufgab, um auf dem Hof zu arbeiten.
    Es war ein "Abbau-Hof", d.h. der lag östlich vom südlichen Dorfende (wo die Meierei war)
    von dort ca. 1 km östlich, abseits der Dorfstraße.
    Es war kein großer Hof ohne Elektrischen Strom. (gepachtet von Witwe Arnold aus Dresden)
    Aber auch auf dem Hof war ich sehr gern in den Ferien und habe bei vielen Arbeiten mitgemacht.
    Immerhin gab es einen 15 PS Lanz-Bulldog Ackertrecker, 4 Pferde und ca. 14 Kühe.
    Ich lernte dort Radfahren, Treckerfahren, Reiten u.a.
    Der Hof wurde bei oder nach Kriegsende völlig zerstört und alle Geräte und Steine
    restlos entsorgt. Auf dem Google Map Foto sieht man dort nur noch ein grünes Quarree
    von Kraut und Sträuchern. Sic transit - -.
    Aber schöne Erinnerungen bleiben, vor allem aus der Jugend.
    Nach dem Krieg war ich 3 mal in "meinem" Danzig und auch in Zugdam und Osterwick,
    zuletzt 1995. Weil ich 1995 am Bahnhof in Danzig (an meinem Geburtstag !)
    überfallen und beraubt wurde, fahre ich nicht mehr hin. Das brauch ich nicht nochmal.

    Herzlichen Gruß,

    Dibomax

    PS: Für das Forum Danzig bin ich sehr dankbar

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