Ergebnis 1 bis 21 von 21

Thema: Danziger Bahnhöfe

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Standard Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier mal ein Anfang zum Thema Eisenbahn in Danzig:

    Unmittelbar an der Mündung der Ströme liegt nirgends in Deutschland eine bedeutende Stadt, die beiden Siedlungen, die von dem Handelsverkehr auf der Weichsel den Vorteil zogen und ihn auch heute noch ziehen, Danzig und Elbing, liegen sogar nicht einmal an dem Strom selbst. Wer von Westen her auf der Eisenbahn der Hauptstadt Westpreußens zustrebt, kann entweder die Ostbahn benutzen oder über Stettin und durch Hinterpommern seinen Weg nehmen. – In Dirschau zweigt sich vom Hauptbahnstrang der Ostbahn (Eydtkuhnen – Petersburg) der 32,8 km lange Weg nach Danzig ab, das somit früher für den Bahnverkehr stark in den Winkel gerückt war und nicht wenig darunter litt; auch heute noch liegt es nicht unmittelbar an der großen Weltlinie, doch haben sich, wie wir später genauer ausführen werden, die Verhältnisse außerordentlich gebessert. Von Dirschau an begleiten die Höhen der pommerschen Seenplatte ununterbrochen links in größerer oder geringerer Entfernung das Bahngleis bis Danzig hin, rechts schweift das Auge dauernd in die weite gesegnete Weichselniederung hinaus. Nachdem die Station Praust passiert ist, mehren sich bald die Siedlungen in der Nähe der Bahn, denn schon wenig mehr als 1km nördlich von Praust beginnen mit dem Pfarrdorf St. Albrecht, dessen Kirche am Fuß eines bewaldeten Hügels liegt, die Vororte Danzigs. Auf den Hügeln links zeigen sich jetzt Befestigungen. Zwei kurze Tunnel werden im Augenblick durchfahren, der Hauptbahnhof Danzigs ist erreicht......


    Soviel zum Anfang


    Tschü....

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
    Registriert seit
    25.07.2012
    Ort
    Frankenthal, Partnerstadt von Sopot
    Beiträge
    3.021

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    #1 ist allerdings schon zweite Periode.

    Erste Periode:
    1852 Bahnhof Leegetor - schon sehr repäsentativ
    1867 Hohetor-Bahnhof
    1870 Olivaertor-Bahnhof

    1891 Vorort-Bahnhof

    Zweite Periode:
    1896 Leege- & Hohetor werden geschlossen > Hauptbahnhof Danzig
    1900 Das Gebäude des Hauptbahnhofs wird eingeweiht (Toilette nur für den Kaiser)
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
    Registriert seit
    25.07.2012
    Ort
    Frankenthal, Partnerstadt von Sopot
    Beiträge
    3.021

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    repräsentativ !!!

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle Rudolf,

    wir können ja erst mal Daten sammeln, und die dann im Nachgang noch mal etwas ordnen. Dieser Text war mir just zuerst in die Hände (Augen) gefallen.

    Freundliche Grüße Arndt

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
    Registriert seit
    25.07.2012
    Ort
    Frankenthal, Partnerstadt von Sopot
    Beiträge
    3.021

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle Arndt,

    #2 sollte keine Kritik an #1 sein. - Wir sammeln weiter!

    Freundliche Grüsse
    Rudolf

  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von djjack
    Registriert seit
    24.05.2012
    Ort
    Danzig - Weidengasse 29
    Beiträge
    27

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Das älteste Bild von der „Gedrehten”
    http://www.opowiadaczehistorii.pl/da...der-gedrehten/
    "(...) In der Mitte des Bildes sieht man das Gebäude des ältesten Danziger Bahnhofs. (...)"

  7. #7
    Forum-Teilnehmer
    Registriert seit
    05.01.2012
    Ort
    Schleswig-Holstein
    Beiträge
    310

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallo Jacek,

    vielen Dank für den Link zu dem alten Foto und Deiner schönen Beschreibung des Blickes von der Bastion.

    Tja, der Bahnhof wurde im Krieg zerstört, und die Lagerhallen wurden im vorletzten Jahr abgerissen.

    Weißt Du, was dort geplant ist?

    Beste Grüße
    Rüdiger
    Es gibt nichts Gutes / außer: man tut es. (Erich Kästner)

  8. #8
    Forum-Teilnehmer Avatar von djjack
    Registriert seit
    24.05.2012
    Ort
    Danzig - Weidengasse 29
    Beiträge
    27

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallo Rudiger.
    Von dem, was ich weiß, dass der Ort des ersten Bahnhofs in Danzig ist Siedlung gebaut werden. Und durch seine Mitte eine Straßenbahnlinie auf der Straße Hopfengasse abgelassen laufen.
    Darüber hinaus in diesem Bereich ist es geplante Verbindung New Mottlau - Old Mottlau.
    Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.
    Jacek aus Niederstadt.

  9. #9
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier einmal ein Foto des Danziger Bahnkraftwerkes (ca. 2. Drittel 19. Jh.), und einige Beschreibungen dazu:


    Dasselbe liefert ferner für die gesamten Anlagen den Strom für die Beleuchtung, den Schwachstrom für die elektrische Feuermelde- und Wächterkontrollanlage, die Läutewerke, Uhren und Fernsprecheinrichtungen, den gesamten Hochspannungsdampf, Heizdampf sowie die Preßluft. Das Kraftwerk bildet den Mittelpunkt der auf dem Werkstätten-
    gelände stehenden Gebäude. Kessel- und Maschinenraum bilden die Haupthalle, während an der einen Giebelseite die Aufenthaltsräume für das Maschinen- und Kesselpersonal, an: der andern ein um den Schornstein führender geschlossener Vorbau mit den Räumen der Entseuchungsanstalt aufgeführt ist. Kessel- und Maschinenraum sind unterkellert, soweit dies die Maschinen und Kessel zulassen. Im Maschinenraum haben 2 A.E.G.-"Curtis"-Dampfturbinen Aufstellung gefunden, die gleicher Bauart und mit den 2 Dreileiter-Gleichstromerzeugern unmittelbargekuppelt sind. Letztere leisten bei Vollast je 300 kW entsprechend einer Turbinenleistung von etwa 450 PS. Die Turbinen können mit Auspuff, Dampfniederschlag oder Anzapf für die Ferndampfheizung arbeiten. Der auf 350° überhitzte Dampf tritt durch die Düsen, durchströmt unter Einwirkung auf die Laufräder 1 oder 2 Stufen, je nachdem
    der Abdampf für Heizzwecke nutzbar gemacht oder niedergeschlagen werden soll. Der Dampfverbrauch einer Turbine beträgt bei
    Vollast (300 kW) = 7,35, bei
    8/4 Last (250 kW) = 7,80 kg, und bei halber
    Last (150 kW) = 8,70 kg/PS-St.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	bahnkraftwerk-danzig.jpg 
Hits:	25 
Größe:	230,5 KB 
ID:	22508

    Tschü......

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    mal weiter im Thema Eisenbahn und Danzig:

    Man schrieb das Jahr 1844, als man sich im damaligen Königreich Preußen dessen bewußt wurde, daß in dem entstehenden Netz der Eisenbahnlinien noch ein sehr wichtiges Glied fehlte, nämlich die Schienenverbindung von Berlin nach Königsberg, der Hauptstadt des östlichen Stammlandes. Da das Privatkapital sich nicht bereit fand, diesen Bau zu finanzieren, mußte sich die preußische Regierung notgedrungen dazu entschließen, diese Ostbahn als Staatsbahn in eigener Regie zu bauen. Über die vorteilhafteste Linienführung wurde auch hier, wie so oft, zunächst gestritten. Schließlich fand ein Vorschlag der Minister die Billigung des Königs Friedrich Wilhelm IV (1795-1861),
    die geraten hatten, die Linie von Stettin aus:
    - das seit 15. August 1843 mit Berlin durch eine Eisenbahn verbunden war- nach Kreuz, und weiter, der Netze folgend, über Schneidemühl nach Bromberg zu führen. Von dort aus sollte sie im Weichseltal abwärts, möglichst weit nach Norden reichen, um gleichzeitig eine Anhindung der Stadt Danzig zu erleichtern. Unter Mitwirkung des Generalstabs wurde Dirschau als Übergangspunkt über den Unterlauf der Weichsel ausgewählt und östlich davon bei Marienburg die Überquerung der Nogat, eines Mündungsarmes der Weichsel, vorgesehen. Hier ein Bild der Dirschauer Brücke:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Brücke-Dirschau.jpg 
Hits:	25 
Größe:	213,4 KB 
ID:	22509


    Tschü......

  11. #11
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier mal eine Lokomotive, 2Bh2, wie sie damals im Danziger Gebiet eingesetzt wurden:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Lokomotive.jpg 
Hits:	25 
Größe:	160,2 KB 
ID:	22510

    Tschü.....

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    das blieb von der Dirschauer Brücke nach Kriegsbeginn übrig:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Dirschau-gesprengt.jpg 
Hits:	25 
Größe:	122,3 KB 
ID:	22511

    Tschü.....

  13. #13
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier mal ein weiterer Bericht aus einem Buch von 1908 zum Thema Eisenbahn:

    Entwicklung der Eisenbahnen rund um Danzig hängt eng zusammen mit der Geschichte der ersten
    Preußischen Staatsbahn, nämlich der Königlichen Ostbahn. Obwohl bereits am 22. November 1842
    eine allerhöchste Kabinettsordre die Notwendigkeit einer Eisenbahn von Berlin nach Königsberg mit Abzweigung nach Danzig anerkannte, dauerte es bei dem Streit über die Linienführung 7 Jahre, bis durch Gesetz vom 7. Dezember 1849 die Summe von 23,5 Millionen Talern zum Bau bewilligt wurde. Wie groß das Interesse des Königs am Bau der Oftbabn war, geht aus der Inschrift am Portal der alten Dirschauer Weichselbrücke hervor:
    „Unter der Regierung Friedrich Wilhelms IV. am 27. Juli 1851 gegründet und am 12. Oktober 1857 dem Verkehr eröffnet.“

    In Danzig lief am 6. September 1852 auf dem Bahnhof Legetor der erfte Zug ein. Aber um von Berlin nach Danzig zu gelangen, musste man damals den Umweg über Stettin, Stargard i. P., Kreuz, Schneidemühl, Bromberg und Dirschau machen, weil der Bau von Berlin bis Kreuz zunächst aus Ersparnisgründen unterblieben war und weil die Linienführung über Bromberg aus militärischen Gründen bevorzugt wurde. 1857 wurden die Linien Küstrin – Kreuz, 1866 bis 1867 Berlin - Küstrin und erst 1871 bis 1873 Schneidemühl — Konitz — Dirschau dem Betriebe übergeben.

    Das alte Empfangsgebäude in Danzig, ein stattlicher aber schmuckloser Bau, hat bis zum Oktober 1896 dem Verkehr gedient; es steht jetzt noch, beherbergt allerdings nur noch Diensträume und Wohnungen. Mitten durch die Festungswerke wurde die Ostbahn mit einem Gleis in den Bahnhof eingeführt und selbst heute hat sich hieran zwischen dem Rangierbahnhof und dem Legetorbahnhof nicht geändert. Inzwischen ist der letztgenannte Bahnhof, der jetzt nur noch dem Güterverkehr dient, so eingebaut worden, dass jede Erweiterung dort ausgeschlossen ist und später Ersatz an anderer Stelle gesucht werden muss. Ähnlich verhält es sich mit dem dicht dabei belegenen Rangierbahnhof, auf dem zur Zeit alle Danzig berührenden Güterzüge behandelt werden.

    Vom Legetorbahnhof aus wird der Hauptstapelplatz des im Innern der der Stadt ansässigen Handels, nämlich die sogenannte Speicherinsel bedient. Hier wickelt sich das größte Geschäft in Getreide, Kleie, Mehl, Kartoffeln, Heringen und Kolonialwaren ab. Von den Gleisen aus, die in ca. 1500 m die Straßen durchziehen, werden die Speicher versorgt, die zum Teil mit ihren Hinterfronten an der schiffbaren Mottlau liegen. Diese zahlreichen alten Speicher und die sie umgebenden schmalen Gassen geben nicht nur ein deutliches Bild von dem einstigen Handel Danzigs, sondern auch von den beschränkten Raumverhältnissen in der uralten Festung, die dazu nötigen, wenn anders man sich des modernsten Verkehrsmittels – der Eisenbahn – überhaupt bedienen wollte, die Gleise in ganz enge Straßen zu legen.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Bahnhof-Danzig.jpg 
Hits:	12 
Größe:	62,2 KB 
ID:	22512

    Tschü......

  14. #14
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    Zum Verständnis hier mal der damalige Schienenplan:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Schienenverlauf.jpg 
Hits:	10 
Größe:	70,6 KB 
ID:	22513

    Tschü.....

  15. #15
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    weiter aus dem Buch:

    Neufahrwasser, der natürliche Hafen Danzigs an der prächtigen Wasserstraße, der Weichsel, hat besonders seit Eröffnung des Freihafens im Jahre 1899 außerordentlich günstig entwickelt. Es bestehen in Neufahrwasser drei getrennte Bahnhöfe, nämlich der Weichselbahnhof, oberhalb des Ortes gelegen, der Zollinlandsbahnhof (an der Weichsel unmittelbar im Orte) und der Freibezirkbahnhof am künstlichen Hafenbecken.
    Auf dem Weichselbahnhof sind Zucker, Baumaterialien, künstliche Düngemittel und Holzschwellen die Hauptgüter. Hier umgeben ausgedehnte Speicheranlagen (etwa 20000 qm) die Gleise, die eine Länge von rund 700 m neben der Wasserstraße herlaufen. Im Zollinland löschen vornehmlich Dampfer mit Kohlen, Salz und Baumaterialien. 1200 m Gleis stehen hier dem Umschlagverkehr zur Verfügung. Im Freihafen besorgen 5 elektrische und 2 Dampfkrane von Schiff auf Eisenbahn. Es sind 1000 m befestigte und mit Gleisen versehene Ufer, sowie 34000 qm Schuppenfläche vorhanden. Hier löschen die schwedischen Erzdampfer, die Eisenerze für Oberschlesien bringen, ein Verkehr, der sich 1906 auf 187357 t belief, ferner bringen viele Dampfer Schwefelkies, Eisenwaren, Maschinen, Pflastersteine, Baumwolle und Kolonialwaren an und nehmen russische Hölzer, die mit der Eisenbahn über Mlawa – Illowo anrollten, als Ladung wieder mit.

    Tschü.....

  16. #16
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier mal der Hauptbahnhof mit Umgebung:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	hauptbahnhof.jpg 
Hits:	10 
Größe:	216,7 KB 
ID:	22528

    Tschü.....

  17. #17
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    und weiter:

    Als im Jahre 1870 die Strecke Köslin – Stolp - Danzig zur Eröffnung gelangte, wurde der Bahnhof am Olivaer Tor Endpunkt dieser pommerschen Strecke, deren Personenzüge aber bald bis zum Hohetorbahnhof durchliefen. Heute dient der Olivaertorbahnhof nur noch dem Wagenladungsverkehr und der Zugbildung, sowie der Vermittlung des Anschlußverkehrs zur Kaiserlichen Werft und der zweiten städtischen Gasanstalt. Nachdem sich längs der Weichsel die Industrie angesiedelt hatte, wurde 1889 auch eine Anschlußbahn (die sog. Weichselbahn) vom Olivaertorbahnhof nach dem Weichselbahnhof und 1899 von dort zu dem kleinen Rangierbahnhof Saspe gebaut. An der Weichselbahn liegen 19 Anschlüsse, von denen wir nur Schichau, die Waggonfabrik, die Schrauben- und Nietenfabrik, Rütgers und die chemische Fabrik nennen. Alle Anschlüsse werden durch 2 und bei starkem Verkehr durch 3 Züge, die auf der Weichselbahn zwischen Olivaer Tor und dem Weichselbahnhof verkehren, bedient, und zwar die nach rückwärts abzweigenden auf dem Hinwege und auf dem Rückwege die nach vorwärts abzweigenden. Der Bahnhof Saspe dient als Abstellbahnhof für Neufahrwasser. Die auf den verschiedenen Ladestellen in Neufahrwasser beladenen Wagen werden mit besonderen Übergabezügen und auf einem Rangiergleise von dort nach Saspe überführt, wo dann die Zusammenstellung zu Güterzügen nach Danzig-Rangierbahnhof stattfindet. Gleichzeitig werden die mit Güterzügen von Danzig-Rangierbahnhof in Saspe ankommenden Wagen dort geordnet, nach Neufahrwasser überführt und ladegerecht gestellt. Die Verbindungsbahn von Saspe nach dem Weichselbahnhof macht diesen Bahnhof von der zweiten Seite zugänglich und entlastet so die Weichselbahn erheblich, indem die zahlreichen Wagen, die für den Weichselbahnhof selbst bestimmt sind, jetzt nicht mehr auf die sehr stark belastete Weichselbahn angewiesen sind, sondern von Olivaer Tor über Saspe unmittelbar nach dem Weichselbahnhof gefahren werden. Sendungen zwischen Neufahrwasser und dem Weichselbahnhof brauchen jetzt nicht mehr den Umweg über den Olivaertorbahnhof zu machen.

    Tschü........

  18. #18
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    Seit der Eröffnung der Pommerschen Strecke haben sich die Orte Zoppot, Oliva und Langfuhr (letzteres inzwischen eingemeindet) merklich gehoben, zu noch größerer Blüte gelangten sie aber erst nach Einführung des Vorortverkehrs, der 1891 eingerichtet wurde. Heute verkehren Sonntagsnachmittag und an schönen Sommertagen auch in der Woche die Vorortzüge nach Zoppot
    und zurück in Abständen von 10 Minuten, während der Fahrplan sonst Zwischenräume von 30, 20 und 10 Minuten aufweist. Nachdem man sich einmal entschlossen hatte, den Vorortverkehr einzurichten, der nach Zoppot und Neufahrwasser vom Hohentorbahnhof, nach Praust und Hohenstein aber vom Legetorbahnhof aus bedient wurde, war der Neubau des alten, äußerst beschränkten Hohetorbahnhofs nicht mehr zu umgehen. Schwierigkeiten boten nur die bestehenden Festungswerke und Rayonbeschränkungen. An den Bau eines neuen Hauptbahnhofes, der dem stark gestiegenen Verkehrsbedürfnis in Danzig Rechnung trug, konnte deshalb erst ernstlich gedacht werden, als die Niederlegung der alten Festungswälle im Norden der Stadt beschlossen war. Das geschah nach mancherlei langwierigen Verhandlungen und führte zur Aufstellung eines Entwurfes, für dessen Ausführung unter der Bezeichnung „Erweiterung des Bahnhofs Danzig Hohe Tor“ im Gesetz vom 20. Juni 1891 5 Millionen Mark bewilligt wurden. Schon im Jahre 1894 waren die Bauarbeiten flott im Gange.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	ansicht-HBF.jpg 
Hits:	12 
Größe:	113,0 KB 
ID:	22529

    Tschü......

  19. #19
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    hier das Innere des neuen Hauptbahnhofs:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	Empfangsgebäude.jpg 
Hits:	8 
Größe:	213,9 KB 
ID:	22530

  20. #20
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Und weiter:


    Eine Verzögerung entstand für das neue Empfangsgebäude dadurch, dass die Festlegung der das alte Festungsgelände durchquerenden städtischen Zufuhrstraßen lange Zeit in Anspruch nahm und bis Früjahr 1896 währte. Am 1. Oktober 1896 wurden sowohl der bisherige Hohetorbahnhof wie der alte Legetorbahnhof für den Personenverkehr geschlossen und der gesamte Personenverkehr Danzigs auf den neuen Hauptbahnhof mit einem aus den oben angeführten Gründen vorübergehend benutzten, in Fachwerk erbauten Empfangsgebäude verwiesen. Dies Gebäude stand an der Stelle, wo jetzt die Eingangshalle zum Vorortverkehr errichtet ist. Das neue Empfangsgebäude, dessen Gründung auf dem alten Festungsgelände schwierig und zeitraubend war, wurde erst am 30. Oktober 1900 feierlich in Benutzung genommen. Das stattliche Gebäude ist in den Formen der Danziger Renaissance unter reichlicher Verwendung von Warthauer Sandstein zu den Ecken, Einfassungen der Türen und Fenster, der Giebel und Türme erbaut. Die durch die ringsum freie Lage bedingte gruppenartige Gestaltung des Aufbaues ist als wohlgelungen zu bezeichnen. Wegen der 8 m über Vorplatz gelegenen, viel begangenen Promenade wurde auf die Ausbildung der Dächer , selbst der der Bahnsteighallen, besonderer Wert gelegt. Der 48 m hohe Turm trägt in seinem obersten, mit Giebeln reich geschmückten Geschoß eine elektrisch angetriebene Uhr mit 3,25 m großen Zifferblättern.

  21. #21
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
    Registriert seit
    05.09.2011
    Ort
    ohne festen Wohnsitz
    Beiträge
    1.228

    Themenstarter

    Standard AW: Danziger Bahnhöfe

    Hallöle,

    jetzt erst einmal abschließend zum Thema Danziger Bahnhöfe etwas Statistik:

    Im Regierungsbezirk Danzig gab es 1906 2283 km Schiene. Es wurden bei der Bahn 15011 Personen beschäftigt, welche sich unterteilten in:

    63 Oberbeamte
    1594 mittlere Beamte
    2784 Unterbeamte
    10570 Arbeiter

    davon in Danzig selbst:

    27 Oberbeamte
    332 mittlere Beamte
    336 untere Beamte
    746 Arbeiter

    An Wochentagen berührten den Danziger Hauptbahnhof im Sommer 1907 innerhalb von 24 Stunden 224 Züge, davon waren:

    11 Personen-Eilzüge
    19 Personenzüge normal
    27 Güterzüge von und nach dem Rangierbahnhof
    90 Vorortzüge von und nach Zoppot
    38 Vorortzüge von und nach Neufahrwasser
    28 Vorortzüge von und nach Praust

    hierzu kommen an schönen Sommertagen noch weiter 28 Bedarfszüge.

    Tschü......

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •