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Thema: Heubuder Rundstunk

  1. #1
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    Standard Heubuder Rundstunk

    Fritz Jaennicke schrieb Ende der zwanziger/Anfang der dreißiger Jahre einen Artikel in dem sich Poguttke über den Heubuder Rundstunk auslässt. Thema dabei ist der Heubuder Waldsportplatz, der um 1929 in einer Waldlichtung auf sandigem Gelände angelegt worden sein soll.

    Da auf purem Sand kein Gras wächst, soll man auf die glorreiche Idee gekommen sein, den Sand mit Ablagerungen aus dem Rieselgelände zu überdecken. Das wurde auch getan, wobei aber anschließend sagenhafte Düfte Heubude durchwabert haben sollen.

    Wer weiß mehr darüber? Ich werde auf jeden Fall weiterrecherchieren, denn das scheint eine tolle "Rundstunk"-Story zu sein...
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    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  2. #2
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    Themenstarter

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    Ich bin zum "Heubuder Rundstunk" fündig geworden. Vor 45 Jahren erschien in Unser Danzig, Nr.13, Seite 12 der nachfolgende Artikel.


    ROBERT SANDER

    Heubuder Rundstunk

    Das Volksseebad Heubude besaß nahe der Försterei einen schönen Waldsportplatz in idyllischer Lage, um die manche größere Stadt Heubude beneidet hätte. Dieser Sportplatz brachte um 1929, als er angelegt wurde, nicht allein Heubude in helle Aufregung, sondern bereitete ganz Danzig heiteres Vergnügen.

    Der Heubuder Turnverein, die freie Turnerschaft und die volkreiche Schule waren darin einig: Heubude hatte wohl den schönsten Danziger langen und breiten Strand mit Dünen, Kiefernwald dicht an der See, den herrlichen Waldsee, aber keinen Sportplatz. Nur Seesand. Endlich konnte dem abgeholfen werden. Entgegenkommen der Forstverwaltung ermöglichte die Erweiterung einer Lichtung, die einige Stämme her gab. Oberförster Pech kannte als Leiter des Turnvereins unsere sportlichen Sorgen und half gerne. Das Sportamt pachtete die Fläche, Gelder für Platz und Umkleidehäuschen wurden angefordert und bewilligt, das Stadterweiterungsamt übernahm das Technische. Alles ging zügig voran, die Heubuder Turner griffen zur Schippe, und im Winter entstand aus welliger Düne ein feines ebenes Fußballfeld.

    Nun lag es: schneeweißer edelster Heubuder Streusand und musste doch Rasen erhalten. Da war Mutterboden nötig. Der war in Heubude schwer zu haben. „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer", sagte mein alter Sportkamerad Tietz vom Stadterweiterungsamt, dem Danzig so schöne Sportfelder verdankte. Nicht allzu weit liegen ja vor Weichselmünde die Rieselfelder. Die geben gern von ihrem Überfluss, wir bringen davon auf unseren Sand, was Schöneres gibt es nicht für Rasen. Es wird ja ein bisschen stinken, aber im Frühjahr und im Seewind vergeht das schnell, wenn die Gräser keimen und Regen drauf fällt.

    Das leuchtete ein. Wagenreihen fuhren Danziger Verdauungsprodukte auf das große Feld, reichlich, denn es sollte schöner Rasen werden. Aber es ballte sich Unheil. Was für März geplant war, wurde erst April fertig, da lag endlich der Klärschlamm dick und Grassaat heischend. Es war ein selten milder April mit leichten Ostwinden, unser Platz entwickelte unschöne Gerüche. Der Mai folgte mit Hochsommergraden. Jetzt legte unser Sportplatz erst richtig los, er roch penetrant, der laue Wind trieb die Düfte über den Ort. So widerlich dumpf und kloakenmäßig, wie ich ihn mal wahrnehmen musste, als 1900 in Tientsin im September die Amerikaner 40 im Juni Gefallene exhumierten, um sie in die Heimat zu überführen. Die Danziger Ausflügler prallten zurück, wenn sie an den Wald kamen und zur See wollten. Alle Vögel mieden das Feld. Nebenan bei Albrecht kündigten die ersten Sommergäste, die bereits eingezogen waren, sie hielten das Parfüm nicht aus. Vereinsausflüge nach Heubude wurden verlegt, die Gastwirte grollten.

    Auch Fritz Jänicke , der unsterbliche Poguttke, der so gern sein Heubude aufsuchte, und bei Albrecht saß, geriet in das Mai-Lüfterl und ließ dann die Ballade vom „Heubuder Rundstunk" erscheinen. Ganz Danzig amüsierte sich. Sportfreunde ulkten mich als „Chef vom Rundstunk" an. Meine Sportabteilung verkroch sich. Ich habe mich wochenlang in Heubude nicht sehen lassen, immer nur bei Pech telefonisch angefragt, wie es mit Odeur stehe. Endlich hatte der Himmel ein Einsehen. Der Wind drehte, der Duft zog seewärts. Auch regnete es und unsere Rasendecke grünte. Es wurde ein wunderschöner Sportplatz. Die Jugend, die sich so gern auf ihm tummelte, hat nicht mehr daran gedacht, was die Erbauer ihres Feldes einmal zu hören und lesen bekamen! Als man in Heubude gar dran ging, eine „Sportwoche" um Kurpark und Heidsee zu begründen, da war der. Waldspielplatz, der Tausenden Sichtmöglichkeit gab, der Mittelpunkt. Gewiss war er nicht die größte und modernste, aber die lieblichste Danziger Sportanlage. Die „Deutsche Jugendkraft" unter Leitung von Pfarrer Bruski in Oliva ahmte ihn im Olivaer Wald an der Kölner Chaussee zwar nach, erreichte aber nicht seine Wirkung auf jeden Naturfreund.

    Auf diesem Platz musste sich im Sommer 1933 oder 1934, als der Nationalsozialismus in den Sport eindrang und ihn mit der SA zu unterhöhlen trachtete, die Szene abspielen, die beim Bekanntwerden viele Erörterungen nach sich zog: die erste Anwendung brutaler Gewalt im Freistaat gegen anders Denkende. Ihr sollte noch manche andere folgen.

    Den Turn- und Sportvereinen in Heubude hatte man einen SA-Sturm vor die Nase gesetzt, der aber nicht recht vorwärts kam. Man kannte sich gut und wusste, wo sich die meisten Bowkes von den Holzfeldern zu treffen pflegten. Ihr „zackiges" Soldatengehabe konnte denen nicht imponieren, die im Frieden und Krieg ausgebildet waren, und ihr Turnen - dass Gott erbarm! Höchstens sechste Riege. Ihr Antrag, auf dem Sportplatz zu exerzieren, musste nach der allgemeinen Danziger Spielplatzordnung vom Staatsausschuss für Leibesübungen abgelehnt werden, weil die städtischen Sportanlagen nur Schulen und den anerkannten Organisationen für Leibesübung unentgeltlich zur Verfügung standen. Die SA hatte im Heubuder Wald und am Strand gewiss weiten Raum für ihre Übungen. Aber die Zurückweisung vom Sportplatz wurmte!

    Der Heubuder Volkscharakter galt, ebenso wie der von Ohra, nicht als besonders sanft. So entstanden Spannungen. Die Entladung kam, als eine Frauengruppe der Freien Turner mit Kindern auf dem Sportplatz übte. Da brach „aus des Waldes Duster" ein SA-Sturm hervor, übersprang die Einfassung und prügelte mit Schulterriemen die Spielenden vom Felde. Es gab kleinere Verletzungen. Nach gewonnener Schlacht zogen sich die „Helden" wieder in den Wald zurück. Es waren keine Heubuder, die hätte man leicht erkannt. Der Sportplatzwart erstattete Meldung, sie leitete ich Beschwerde führend an die Partei weiter, aber sie konnte leider nicht ermitteln, welcher „Sturm" damals im Walde getobt hatte. Sein Tun grenzte dicht an Landfriedensbruch. Die Heubuder Turner aber halfen sich: die Spielstunden der Frauen erhielten eine Schutzwache mit kräftigen, auf den Holzfeldern trainierten Fäusten. Das genügte. Aber die Unsicherheit, verstärkt durch ähnliche Vorkommnisse in Plehnendorf, Brentau, Liessau, blieb bestehen.

    Wenn auch undeutlich, eine Spur wies nach Zoppot. Ein dortiger Studienrat war angeblich unter den Braunen erkannt worden, die ihre Schulterriemen geschwungen hatten. Der stellte sich später, zum Sturmbannführer avanciert, als „Sportbeauftragter" des Nazi-Senats vor, dem ich, amtsenthoben, meine Geschäfte zu übergeben hatte. Er hat sein stolzes Gebäude gründlich zerstört. Längst ruht er unter der Erde. (De mortuis nil nisi bene.)

    Das Gras auf dem Heubuder Sportplatz aber, der heute wie Ort und Wald verödet als Kirchhof Tausender liegt, gedeiht noch. Das habe ich 1960 erfahren, als ich in der Heimat an den alten Sportstätten stand und manche von ihnen noch fand.

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    Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgte mit freundlicher Genehmigung des "Bundes der Danziger" in Lübeck.

    Weitere Verwendungen / Veröffentlichungen bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung durch den Rechteinhaber:
    Bund der Danziger
    Fleischhauerstr. 37
    23552 Lübeck

    Bei vom Bund der Danziger genehmigten Veröffentlichungen ist zusätzlich ist die Angabe "Übernommen aus dem forum.danzig.de" erforderlich.

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    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
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  3. #3
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    Danke für den amüsanten Artikel, Wolfgang; kannte ich nicht.
    Habe ihn meinem Bruder geschickt, der ihn meiner betagten Mutter vorliest!
    Es grüßt der Heibuder!

    "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

  4. #4
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Themenstarter

    Standard AW: Heubuder Rundstunk

    Schönen guten Nachmittag,

    hier der bereits im ersten Beitrag erwähnte Artikel von Fritz Jaenicke alias "Poguttke", veröffentlicht in den "Danziger Neuesten Nachrichten" am 30.07.1927


    Heubuder Rundstunk
    -Waldesrauschen mit Esperanto-

    (Vorwort aus dem Buch "25 Jahre Poguttke", veröffentlicht 1932: "Zur Schaffung der großen Rasenfläche für einen neuen Sportplatz in Heubude hatte man hinter der dortigen Försterei im Sommer 1927 wieder als Düngemittel penetrant riechenden Klärschlamm vom Rieselfeld verwandt, wodurch der Kiefernwald des durch die Straßenbahn grade neu erschlossenen Seebades zum Entsetzen seiner Besucher wochenlang mit übelsten Düften "vergast" wurde. Zu gleicher Zeit tagte in Danzig ein großer internationaler Esperanto-Kongress der unter anderen Ausländern auch asiatische Vertreter in die Freie Stadt geführt hatte, wo man Teilnehmer aus verschiedensten Ländern und Erdteilen den grünen Esperantostern als Abzeichen tragen sah und sich in Esperanto verständigen hörte, was im Danziger Straßenleben als interessante Seltsamkeit vermerkt wurde.")

    Sinjoro Oberlino! Dallifixo! Allegro con moto: uno piccolo piwobiro colorado claro! Aber caldo wie Eiso! Esperantotalo vädurschto! Nich zu knappujo! Hatten hoito mittago Heringoj Matjes kaj Pällkartofflino pikobrillo! Ah, kickediu, danko bästo! Famoso! Na, dänn: nasdrowjo prostino! Zum Wohlo - sic jubilo!

    Hach! ... War das nich en scheener Zuch von mir? Hier, Oberchen, rännen Se nich wäch. Machen Se mich man gleich das Glaschen noch mal voll! Der Esperanto-Sprächapparat will jeschmiert sein. Das tut ein' vleicht wohl, wänn man so aus de mochumsche Heibuder Waldluft kemmt.

    De Danzjer Natzionalhymne kennt eijentlich noch en neien Värs vätragen. "Willst reine Luft mal riechen - in Danzich muss es sein!" Seitdem se neemlich in meine Sommerfrisch Heibud im Wald jätz de drahtlose Groß-Sändestatzjohn fier Rundstunk anjeleecht hahm, meine Härren, fiehlt ma sich hier inne Stadt diräkt wie innen Luftkurort. Ich wirde mir gar nich groß wundern, wänn Heibuder Einjeborene jätz mechten ne Weil nache Stadt ziehn. Zur Äholung. Tjawoll.

    Ich hab mir doch sagen lassen, dass es so an vierhundert Kubikmeter konzäntrierter Stinkstoff sind, was se vom Rieselfäld ranjeschläppt hahm auf dem Rasenplatz anne Heibuder Fersterei. Na, und nu is das Zeich hibsch ausenander jepuhlt jeworden. Ieber siebzehntausend Quadratmeter! Machen Se sich en Begriff! Na, und nu Julisonn' rauf und mal bisschen Rejen und dänn Nordwästwind, wo das Aroma im Wald und im Ort reindrickt. Dufte Sache! Schweijen im Walde! Alles hält dem Atem an.

    Dabei hat ma sich doch schon vorchtes Jahr missd aufribbeln, wie se da im Wald anfingen zu kietern und zu stänkern mit das Schweinezeich. Wie mein Freind Adolf Schaweiter und ich en Gasmaskenväleihinstitut aufmachten im Wald.

    Aber red wä von was andres. Ma mecht ja nich stänkern, aberst wänn ma auf die Art zuerst anjestänkert wird, mecht ich dem sehn, wo da nich auch der Roogen hochjeht! Meine Ollsche hat jästern nuscht nich konnt jenießen, dänn bei den Wind hätt wä jästern dem Hochjenuss mitten in unsre Heibuder Sommerwohnung inne Sandstraß. Mein Hunnd missd ich diräkt anne Lein durchziehn durch den Parfiem, der wollt mich auspeilen. Der hätt de Nas' voll. Kann ma ihm auch nich vädänken. - Prost!

    Wie ich mich nun Reicherkärzchen jing holen inne Stadt, traf ich mein Freind Adolf. Der hätt sich grad en Esperanto-Lehrbuch jekauft und war ganz voll von wejen de Wälthilfssprache. Nu hier der große Danzjer Kongräss mit die Äxoten, das is doch was fier ihm!

    "Mänsch", sacht er, "dänk dir, mit de ausjefallenste Ostasiaten kannst gleich reden un väständjen, is doch großartich! Seh mal drieben dem kleinen Jälben mit de Brill, das is sicher en Esperanto-Japaner! Oder Schines'! Seh mal, der Schupo västeht ihm nich. Wolln wir mal ranjehn, sone ausländische Kongrässteilnehmer muss ma als Danzjer nätt behandeln und hälfen, wo ma kann!"

    Na, wir nu ran, und Adolf begrießt ihm gleich und jibbt ihm dänn gleich Saures von wejen: "Salemo Aleikum, Sinjoro, hau du ju du? Wuleh wu parleeh Esperanto?"

    Jen kleiner Ostasiat grient sehr freindlich und redt dänn auch - er stottert en bisschen - gleich los auf Esperanto: "Oh, merci, dje kuje, Esperando dando pello!"

    Nanu, Adolf natierlich Feier und Fätt, dass ihm der Ostasiat gleich västanden hat und er ihm. Also Adolf winkt mir, nimmt dem kleinen Ostasiat dreibastich unterm Arm und jibbt ihm von wejen: "Aufo awanti in Kamfio Esperantorero! Bekicki la Urba Danziga!"

    Darauf meint der Kleine: "Eijawollja, sehro angenähmo!"

    Schon kemmt ne neie Linie vier "Heibuder Strand" anjeklingert und Adolf äkleert unserm Gast aus dem Lande der aufgehenden Sonne bejeistert: "Kickio, Sinjoro Japoneso! Nuwotee Elektraj Straßenbahna alla Niewiera splendissima di Heibudejo! Largo Strando per Bado! Tanti tradizioni di Missionsfesti con amore passionatiefo! Grando Kiefernwaldo...!

    "Tjawolljao", unterbrach ich ihm nu da, "stinko, stanko zum Verrecko! Fuj Deiblio nichnochmalo. Schisko jedno Misto väflixto!"

    Darauf saacht Adolf auf Deitsch zu mir: "Aber Franz, wie kannst dänn nur so losbullern und dem Fremdling gleich das Iebelste untre Nas' reiben?! Ich bitt dir, der Mann muss ja en Schräck kriejen. Mit sone Ostasiaten kann ma nich liebenswirdich jenuch sein. Wä werden ihm zu en kleines Friehstick einladen. Ich weiß bloß nich, ob er nich wird am Änd jebrat'ne Ratten oder Rejenwirmer ässen wollen..."

    Da äkleert unser kleiner Ostasiat: "Ach nee, meine Härren, sehr freindlich, das geeme wirklich aber nu gar nich in Frage, ich bin Sie neemlich so gut wie Fejetarijaner!"

    "Mänschenskind", schreit nu Adolf ganz platt, "nanujo, Sie sprächen Deitsch? Wie kämmt denn das?"

    "Na, ich bin doch aus Leipzich an der Bleiße!", grient der Japaner.

    "Warum hahm Sie das dänn nich gleich jesaacht, Mann?", frag ich nu. "Dänn hätt wä uns doch nich so dirft mit Esperanto de Zung väbogen hahm!"

    "Tja", meint der Leipz'jer, "ich dachte, Sie weeren baar ganz fremde Esberandisten, und da hab ich mir eben Miehe jejähm, mit Ihnen zu quotschen, ich gann Se nämlich sonst gee Wort Esberando!"

    "Na meinen Se vleicht, wir kennen es" beruhicht ich ihm. Und dänn jing' wä mit unsern "Japaner" en Friehschoppen jenehmijen. Und da stieß wä mit unsern bierjemietlichen äxotischen Gast natierlich bejeistert auf Esperanto an, und Adolf saachte; "Meine Härren, Se kenn sagen, was Se wollen, aber Se hahm doch eben am eijenen Leib erfahren, das Esperanto ne Sache is! Obwohl wir doch aus ganz väschied'ne Staaten stammen und ganz väschied'ne Sprachen sprächen, wä hahm uns doch durch Esperanto soffort glänzend västanden und sehr jemietlich zusammenjefunden!"

    "Ei, nu freilich!", meinte unser Pleißejapaner, der wo man unlängst Jälbsucht jehabt hätt, wie er uns nachher äzeehlte. Daher der ostasiatische Teng. Und sein Abzeichen, was wir fier das Esperantokongrässabzeichen anjesehn hätten, das war das Väeinsabzeichen der "Liga zur Fleje und Wahrung sächsischer Sprachscheenheit"! Natierlich hahm wä im weiteren Välauf von unsre dänkwirdije Zusammenkunft auch auf dem Wohle von diese Liga jetrunken. Warum auch nich?
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