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Thema: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo miteinander,

    die Bröschüe 'Kommt nach Danzig!', etwa 1932, bietet das eine oder andere bisher so nicht gefundene Bildmaterial. Dazu gehört für mich das untige Bild mit der Bildunterschrift "Danzig: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart bei Schöneberg an der Weichsel".

    1. Kennt jemand den Standort dieses 'Windschöpfwerkes'?
    2. Hat jemand weitere Informatioenn zu diesen 'Windschöpfwerken'?

    Name:  Schöneberg.jpg
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    Viele Grüße

    Peter

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von JuHo54
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Peter,
    siehe hier:
    http://forum.danzig.de/showthread.php?409-M%FCggenhahl #1
    Liebe Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Jutta,

    jetzt habe ich den gesamten Thread quergelesen, aber nicht verstanden, welchen Hinweis ich dort zu meinem Beitrag finden sollte ...


    Viele Grüße

    Peter

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von JuHo54
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Peter in #2, ich bin aus Versehen auf die 1 gekommen, da schreibt Wolfgang in seinem Beitrag:
    "Die eigentliche Entwässerung des Dorfes wurde, in den Jahren der Gründung beginnend, mit Windschöpfmühlen durchgeführt. Das Danziger Werder hat hiervon etwa 60 Stück gehabt. In Müggenhahl hat es verschiedentlich zwei bis fünf Mühlen gegeben. Hiervon hat eine an der Stelle des späteren Schöpfwerkes und eine am Weg nach Nassenhuben gestanden. Eine soll in den Dreivierteln auf den drei Morgen der „Hofbesitzergenossenschaft“ und eine in Hundertmark und Großland gestanden haben. Müggenhahl hat immer sehr unter dem Prauster Wasser gelitten. Praust hatte eine eigene Windschöpfmühle an der alten Radaune in der Nähe der Vollwerkschen Brücke. Im Jahre 1861/62 wurde das erste Müggenhahler Dampfschöpfwerk gebaut. Nunmehr schloss sich Praust der Müggenhahler Entwässerungsgenossenschaft an.. An der Stelle des am Wege nach Nassenhuben gelegenen Windschöpfwerkes wurde im Jahre 1892 eine zweite Dampfmühle gebaut. Schon 1909 stellte sich Müggenhahl auf Elektrizität um. Neben dem ersten Dampfschöpfwerk wurde das neue Pumpwerk erbaut. Beide Dampfschöpfwerke riss man nach Erstellung des neuen elektrischen Pumpwerkes ab. Der Bau dieses neuen Pumpwerkes, wahrscheinlich das erste seiner Art, wurde durch den damaligen Deichinspektor des Danziger Deichamtes, Professor Bertram, angeregt und energisch vorangetrieben. Er fand viele Befürworter und große Unterstützung im Regierungspräsidium sowie auch bei anderen Behörden. Aber auch der damalige Vorstand des Müggenhahler Entwässerungsverbandes war sehr aufgeschlossen für dieses Vorhaben und nutzte die günstige Gelegenheit, die nun einmal vorhanden war, aus."
    Und du wolltest doch etwas über diese Mühlen wissen...
    Liebe Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

  5. #5
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Schönen guten Abend,

    besonders interessiert mich die Feststellung, es habe "Windschöpfwerke ordenszeitlicher Bauart" gegeben. Beruht das auf Tatsachen? Auf Wunschdenken? Wie sahen diese Werke ordenszeitlicher Bauart aus?

    Hier im Werder östlich der Weichsel herrscht heute überwiegend die Meinung, vor den Mennoniten habe es nichts gegeben, die Zivilisation, die Besiedlung habe erst mit ihnen begonnen. Wer kann Belege/Nachweise für "Werke ordenszeitlicher Bauart" aufzeigen?

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Jutta,

    danke für das 'mit der Nase drauf stoßen'. So leseblind wird man, wenn die Suche nur nach 'Schöneberg' erfolgt. Offenbar hat mein Kopf überall, wo 'Müggenhahl' stand einfach mal alles Andere ausgeblendet ...


    Viele Grüße

    Peter

  7. #7
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Wolfgang,

    deine Frage ist zum Einen schwer, zum Anderen leicht.

    Schwer: Windschöpfwerke ordenszeitlicher Bauart lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht beweisen, da die Zeit zwischen Niedergang des Ordensrittertums und der mennonitischen Besiedlung im 16. Jahrhundert ausreichte, um jegliche hölzerne Schöpfwerke vollständig verrotten zu lassen. Hinzu kamen die z.T. katastrophalen Überschwemmungen durch Weichsel- und Nogat-Hochwasser.

    Leicht: Es ist unzweifelhaft, dass zur Zeit der Ordensritter bereits Deichmaßnahmen, Schöpfwerke u.ä. existiert haben. Allerdings haben nicht die Ordensritter diese gebaut, sondern durch qualifizierte 'Facharbeiter' erstellen lassen. Diese Sichtweise findet sich so auch in Büchern, die nach dem dritten Reich geschrieben wurden.

    Meine persönliche Meinung ist auch, dass es völlig unsinnig ist, zu meinen, dass es keine Besiedlung im werder vor den Mennoniten gegeben haben soll.
    M.E. ist auch eine Festlegung auf die 'Mennoniten' eine Fehlleitung. Es dürfte unzweifelhaft sein, dass in Nordeuropa die Holländer die größten erfahrungen mit Eindeichungen, Trockenlegungen und Wasserregulierungsmaßnahmen hatten. Wegen dieser Kenntnisse wurden bereits im Jahr 1106 holländische Bauern vom Erzbischof Friedrich von Bremen an die Unterweser geholt. Diese Gegend heißt heute noch 'Hollerland'. Annähernd zeitgleich (1108) taten Ähnliches die Bischöfe der Magdeburger Kirchenprovinz. Und so geht es weiter mit dem östlichen Holstein oder dem gebiet zwischen Elbe und Oder. Beispiel: 1143 warb Graf Adolf in Flandern, Holland, Friesland und Westfalen. Ganz allgemein gab es seit dem 12. Jahrhundert einen steten Zustrom holländischer Bauern und Fachleute in Richtung Osten. Flämisches und fränkisches Recht kamen mit ihnen. Der Hochmeister Hermann von Salza stüzt sich im Jahr 1233 ausdrücklich darauf. Alles in allem gab es eine erste Einwanderungswelle von Holländern bis etwa 1370 (Tod des letzten Pasten Kasimir des Großen). Die erste 'holländische Gründung' in Ostpeussen war dann die Stadt 'Holland' (später 'Preussisch-Holland').

    Und all das geschah, bevor es die ersten Mennoniten gab!

    Also: ja, die Holländer und ihre weiter östlich geborenen Nachkommen hatten einen sicher hohen Anteil an der Urbarmachung des Landes zwischen Weichsel und Nogat, aber das hat primär nichts mit den Mennoniten zu tun. Nichtsdestotrotz ist die Aussiedlungswelle der Mennoniten im 16. und 17. Jahrhundert eine nicht unerhebliche Verstärkung des Freibauerntums gewesen. Man möge aber berücksichtigen, dass der prozentuale Anteil der Mennoniten an der Gesamtbevölkerung um Werder etwa 5% betrug.

    Im Kern ist mir unwohl dabei, die Deichleistungen einer politischen, religiösen oder sonstigen 'Macht' zuzuschreiben. Die Beauftragung mag ja von dort kommen, die Organisation, Durchführung und Pflege oblag aber den 'Fachleuten'.

    Soweit meine angelesen und persönliche Meinung.


    Viele Grüße

    Peter

  8. #8
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Schönen guten Abend,
    hallo Peter,

    mir ist ganz und gar nicht unwohl dabei, belegbare geschichtliche Leistungen meinen/unseren Altvorderen zuzuschreiben. Aber auch heute noch gilt meist: Geschichte schreibt der Sieger. Zumindest bestimmt er dessen Lesart wenn er nicht Anderes weiß. Es gibt leider aber noch viele weiße Flecken zu denen ich nichts weiß, nicht gegenhalten kann.

    Ich weiß, dass der Deich auf dem ich mein Haus gebaut habe, bereits im 14. Jahrhundert zu Deutschordenszeiten errichtet wurde -das ist unbestritten-, wird aber in der Geschichte des Werders meist ausgeblendet da diese -nach unbedeutenden und kaum erwähnenswerten Zeiten- erst mit den Mennoniten begann. Mir schwillt dabei der Kamm, selbst wenn ich mennonitische Vorfahren hatte.

    Ein ganz, ganz, ganz klein wenig gilt es gegenzuhalten. Nach dem Motto: Wenn die Mennoniten im 16. Jahrhundert ihr Besiedlungswerk begannen, ja, wer hat dann diese imposanten Wehrkirchen im 14. Jahrhundert errichtet?

    Auch ich vermute, dass es vor den Mennoniten Wassermühlen gab. Ich will nun nicht als Vorgestriger gelten (alleine PARDON für den Verdacht, dass dieser Eindruck entstehen könnte), aber trotzdem: was haben UNSERE Altvorderen geleistet? Ganz konkret, durch Quellen nachweisbar?

    Ich weiß, ich bin hier zu Hause. Ich kann unter meinen Vorfahren Kornmühlenberechtigte im 17. Jhrhdt. nachweisen. Obwohl das Geschichte ist: Sollen wir eine Geschichtsschreibung widerspruchslos hinnehmen obwohl sie -bei einem kleinen bisschen Mühe unsererseits- trotzdem noch partiell beeinflussbar ist?

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  9. #9
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallo Wolfgang,

    die hölzernen Schöpfwerke der Ordenszeit dürften nicht mehr nachzuweisen sein - zumindest sind mir keine diesbezüglichen archäologischen Funde bekannt. Als 'Nachweise der vor-mennonitischen Zeit können somit nur 'Hilfsgrößen' wie
    - Handfeste
    - Kirchenbauten
    - Komtureien
    - Deichbauten
    herhalten.


    Viele Grüße

    Peter

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Antennenschreck
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Hallöle,

    also, ich habe in meiner Landkarte jede Menge Mühlen im Danziger Hinterland verzeichnet. Diese befinden sich alle irgendwie an Flüssen und Kanälen. Meine Vermutung war schon von Anbeginn, dass es sich hier um Vorrichtungen für die Wassergewinnung / Weiterleitung handeln müsse. Da die Druckplatten Stand ca. 1920 gewesen sind, und solche Anlagen / Kanäle nicht innerhalb weniger Jahre geplant / gebaut wurden, dürften sie zum Teil schon sehr alt sein (besonders die langen Kanäle).

    Tschü....

  11. #11
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    Schönen guten Abend,

    es geht hier um die ordenszeitliche "Bauart", dem kann ich nach Betrachten des Bildes zustimmen:

    - es ist kein Rad i.e.S., sondern ein Vieleck
    - die Balken sind nach dem natürlichen Wuchs gewählt
    - es sind "Wurfbretter" und ohne Taschen zum effektiven Schöpfen

    Also möglicherweise der Nachbau (remake) eines Wurfrades "ordenszeitlicher Bauart".
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Themenstarter

    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    ... und noch ein wenig Information zur Funktionsweise der Wurfräder aus 'Pierer's Universal-Lexikon', Band 19. Altenburg 1865, S. 389:

    " Wurfrad: eine in Holland sehr gebräuchliche Wasserhebmaschine zum Heben des Wassers auf kleinere Höhen; doch kann man durch mehrere hintereinander aufgestellte Wurfräder das Wasser höher heben. Sein Haupttheil ist ein gewöhnliches Schaufelrad in einem Kropfgerinne; seine etwas schräg stehenden Schaufeln fassen bei der Umdrehung des Rades das Wasser und führen es mit sich im Kropf in die Höhe und schleudern es am oberen Ende des Kropfs in ein Gerinne, in welchem das gehobene Wasser abfließt. Damit zwischen dem Wurfrad und dem Kropf möglichst wenig Wasser zurückfließe, muß sich das Wurfrad mit großer Geschwindigkeit umdrehen. Wird daher das Wurfrad von einem gewöhnlichen Wasserrade in Umdrehung versetzt, so hat letzteres eine besondere Welle und überträgt seine Bewegung durch ein Zahnräderpaar auf das Wurfrad. In Holland macht man die Wurfräder sehr groß, z.B. 22 Fuß Durchmesser, und läßt sie gewöhnlich durch Windräder treiben. Das Wurfrad, welches das Wasser der Seine in das den Hafen zu St. Quen bei Paris bildende Bassin hebt, wird durch eine 40pferdige Dampfmaschine getrieben und hebt in der Secunde etwa 1 Cubikmeter Wasser in seinem steinernen Kropfe 4 Fuß hoch. "


    Viele Grüße

    Peter

  13. #13
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: Wurfrad eines Windschöpfwerkes ordenszeitlicher Bauart

    https://picasaweb.google.com/regideu...75353290669394

    Bitte beim Bild Lupenfunktion benutzen. Seite stammt aus Quade, Die Landschaft des Weichsel-Nogat-Deltas, (wohl nach) 1930.

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