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Thema: Die 3. Person

  1. #1
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    Standard Die 3. Person

    Hallo im Forum
    Vielleicht eine kleine private Frage. Mein Vater (Geboren 1921 in Danzig)durfte von uns Kindern nur in der 3.Person angesprochen werden---Hat Papa mal eine Mark--Verboten war--Hast du mal eine Mark.Meine damaligen Freunde haben das nicht verstanden und mich Oft ausgelacht. War dieses Unübliche ansprechen nur eine polnische Mentalität oder war es damals doch so Üblich?
    Viele Grüsse Roman

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Roman,

    mein Papa war Jahrgang 1918 udn wurde von seinen Kindern immer mit 'Papa' und 'du' angesprochen. Ich weiß, dass es noch in der Jugendstilzeit üblich war, die Eltern (wohl insbesondere den Vater) mit 'Sie' anzusprechen. Diese Zeit war aber schon lange vorbei, als dein Vater seinen Nachwuchs bekam. Ich halte das jetzt nicht für eine 'polnische Mentalität' sondern für eine persönliche 'Macke' ...


    Viele Grüße

    Peter

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Roman,

    meine Mutter und ihre Geschwister haben auch noch Sie zu den Eltern gesagt und nicht Du - aber das war ca. 30 Jahre früher.

    Allerdings ist Polen auch das letzte Land, wo noch der Handkuss üblich ist (bzw. war).
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  4. #4
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    Standard AW: Die 3. Person

    Love danzig #1
    Gerhard Jeske erinnert sich, Meine Großeltern Jeske sprachen ihren Schwiegersohn auch in der 3. Person an, Außerdem hielten sie zu uns drei Brüdern Distanz. Sie sprachen kaum mit uns.

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von vklatt
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo,

    meine Mutter 1899 in Koenigsberg geboren, hat ihre Eltern auch noch
    mit Sie angesprochen. Ich habe es nicht mehr erlebt. Aber sie und ihre
    Geschwister haben es uns oft erzählt.











    Gute Nacht wünscht Vera
    Was ist ein wahres Geheimnis?
    Etwas, das für jeden offen da liegt-
    und der eine erkennt es, der andere jedoch nicht.

    Lao-tse

  6. #6
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Forum
    Ich habe noch ein wenig im Internet gesurft und bin mir Sicher das dieses Ansprechen, in der 3.Person, etwas mit Ehre und Hochachtung der Eltern und der Familie zu tun hat.Ich habe im KB meines UR-UR Großvaters 1796 einen Namenszusatz gefunden ,der mir doch leicht zu denken gibt und Vielleicht mit dieser, mir unpersönlichen Anrede ,etwas Gemein hat.
    Grüsse Roman

  7. #7
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    Standard AW: Die 3. Person

    love danzig #6
    Die Anrede in der Dritten Persom.
    Die Anrede in der dritten Person hatte eine soziale, auch psychische Bedeutung. Aufschluß geben darüber Berichte von Schulern und Studenten aus dem Mittelalter. Weil einige Jungens schon mit dem 12-14 Lebensjahr die Familie verlassen mußten, durfte die Beziehung nicht zu eng werden. Deshalb hielten die Eltern zu den zahlreichen Kindern Abstand- In gro0en Familien, bis zu acht Kindern und mehr, ist das bis heute zu beobachten. Ein Student , aus meinem Semester kannte nicht die Gebursttage seiner 10 Geschwister und Besuche bei Ihnen fanden nicht statt..Das bekannte Ännchen von Tharau war in erster Ehe persönlich, sympathisch an ihren Mann gebunden, nach seinem Tode wurde sie zweimal von der Kirchenbehörde verheiratet. Sie hatte ungefähr auch an die 9-10 Kinder bekommen, Hier ist zu erkennen, dass die soziale Komponente die entscheidende Rolle gespielt hatte. Der Heimatgedanke wurde auch sozial angewandt. " Wo deine Wiege stand, da bist du zuhaus" Das bezog sich nicht auf die Familie, sondern auf die Gemeinde oder Gutsherrschaft, die bei der Rückkehr, einer dort geborenen Person, sozial für ihn verantwortlich war. Mit Heimatromantik hatte das nichts zu tun Gerhard Jeske

  8. #8
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo,

    Namenszusätze gab es im Österreich der 1980er nicht mehr, aber noch alte Familien, die in der Öffentlichkeit nur französisch parlierten ...
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
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  9. #9
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Rudolf
    Du hast den Punkt, Exakt getroffen.Nach ca.1 Jähriger Recherche bin ich mir Bewusst geworden ,das in machen Familien der Name ,oder wie Herr Jeske es beschrieb ,der Heimatgedanke Stark geprägt war.Aber hat dieser Stolz sich gelohnt ?
    KZ Aufenthalt --Ab 1816 bis 1945 ein Leben in Angst ,aber Stolz" ? Ich sage Nein .Einen Namen kann man ändern ,aber Tode auferstehen lassen ? Eine Familie ist etwas sehr Schönes und man muss sie schützen ,aber nicht durch falschen Patriotismus in Gefahr bringen.
    Diese Zeilen sind sehr Passend --SZLACHTA --Weichselzöpfe die keine Pferde brauchen ,sie werden getragen von ihren Läusen.(Zureck)
    Viele Grüsse aus Leverkusen.
    Roman

  10. #10
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Die 3. Person

    Schönen guten Abend,
    hallo Romek,

    wurde bei Euch zu Hause deutsch oder polnisch gesprochen? War Dein Elternhaus durch deutsche oder polnische Traditionen geprägt?

    Schöne Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
    https://www.facebook.com/Weichselwerderring (für aktuelle Infos "Gefällt mir" anklicken)
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  11. #11
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Wolfgang.
    Deine Frage ist nicht so Leicht zu beantworten .Zu Hause wurde Polnisch und Deutsch gesprochen ,mein verstorbener Älterer Bruder (Geb 1950 in Danzig )wuchs in England auf, da mein Vater und meine Mutter, 1953 erst von Danzig nach England gingen .Er sprach in dieser Zeit(1962) nur Englisch und Polnisch.Meine Mutter versuchte uns Kindern nebenbei ihre Heimatsprache (Lettisch) nahe zu bringen.Die Traditionen in unserer Familie waren Polnisch geprägt ,und meiner Meinung zu Konservativ.Aber meine Mutter hat es oft geschafft, meinen Vater das letzte Wort zu nehmen. Die ca 8 Wochen im Jahr,die ich bei meiner Tante in Danzig verbringen durfte ,waren und sind das High Light meiner Jugend.Danzig ist für mich eine freie Stadt, für alle Menschen.
    Viele Grüsse Roman--Romek

  12. #12
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    Standard AW: Die 3. Person

    Um noch einmal auf die Anrede von Eltern durch ihre Kinder zu kommen : unsere Nachbarn auf dem Stolzenberg - ca. 1940 - ließen sich von ihren Kindern mit Sie ansprechen. Mein Bruder und ich hörten das mit großem Erstaunen. Die Mutter lag im Liegestuhl im Garten und die Kinder verabschiedeten sich zur Mittagsruhe mit Handkuß von ihrer Mutter. Es waren mit Sicherheit keine polnisch geprägten Sitten, sondern heute glaube ich eher an nationalsozialistische Sitten. Die Kinder hießen Helgard und Winfried und die Mutter trug manchmal eine BDM-Uniform, Grüße von Ada
    Was ist Geld? Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt. (H. Heine)

  13. #13
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    Standard AW: Die 3. Person

    Hallo Ada
    Ich glaube nicht das die Politik eine große Rolle,bei dieser Form der Elternverehrung gespielt hat.Im früheren Russland
    war diese Sitte sehr verbreitet.Ich würde das Wort KULTUR, doch mehr als vermuten.Aber wie auch immer, dieses verhalten war ca 1970 in Deutschland sehr Merkwürdig .
    Grüsse Roman

  14. #14
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    Standard AW: Die 3. Person

    Nein, Ada, das wohl eher nicht.
    Meine Mutter ( geb. 1900) hat uns erzählt, dass in ihrem Elternhaus die Kinder die Eltern mit "Sie" angesprochen haben.Aber das ist ja nicht in der 3. Person,so wie Roman es schrieb. Ich nehme an, dass das Siezen etwas mit den polnischen Gepflogenheiten zu tun hat, denn meine Großeltern lebten auf dem Land bei Dirschau,und da war nach meinem Empfinden die polnische Kultur vorherrschend. Es war ein Zeichen des Respektes oder der Ehrerbietung den Eltern gegenüber.Es musste schon von Kindsbeinen an sehr viel beachtet werden.Meine Mutter erzählte , wie sie als Sechsjährige (sie hatte schon ganz früh ihre Geschwister zu betreuen, weil die Mutter auf dem Feld mithelfen musste)mal vergessen hatte, dass in der Fastenzeit kein Fleisch gegessen werden darf, und hat Rühreier mit Speck auf dem Herd gebraten. Vor Schreck hat sie dann die ganze volle Pfanne umgekippt in das Feuer.Solche Angst hatte sie, ein Gebot zu übertreten. Bei uns in Danzig gab diese Zwänge für die Kinder nicht.
    Schöne Grüße, Christa
    „Solange es geht, muss man Milde walten lassen, denn jeder kann sie brauchen.“
    (Th.Fontane)

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