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Thema: "röger" Hof in Sperlingsdorf

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard "röger" Hof in Sperlingsdorf

    Frage an die Experten des Danziger Platt:
    Im Kirchenbuch Wotzlaff von 1788 steht im Sterberegister beim Tod des Nachbarn Wilhelm Phillipsen der Zusatz "Nachbar des rögen Hofes in Sperlingsdorf". Ich bin als Mecklenburger zwar mit der niederdeutschen Sprache vertraut, aber das Wort "röge" kann ich nicht einordnen. Wegen der Zuordnung des Namens zum jeweiligen Hof bin an einer Erklärung interessiert.
    kann jemand weiter helfen ???

    Gruß aus dem immer noch fast winterlichen Mecklenburg
    sinus

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: "röger" Hof in Sperlingsdorf

    Einen schönen guten Morgen, Gerhard!

    Den von dir genannten Eintrag habe ich mir angeschaut. Hier die ein wenig 'aufgearbeitete' Version zur Abklärung:

    Name:  Kröger Hof.jpg
Hits: 109
Größe:  23,9 KB

    Könnte es nicht auch sein, dass Wilhelm der Eigentümer des Krögerschen Hofes war?


    Viele Grüße

    Peter

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Themenstarter

    Standard AW: "röger" Hof in Sperlingsdorf

    Hallo Peter,

    vielen Dank für Deine Aufbereitung der Seite. Den ersten Buchstaben habe ich bisher nicht gesehen. Damit hast Du mir den Schlüssel zur Lösung gegeben:
    Weil dieser erste Buchstabe (wegen des nachfolgenden eindeutigen "r") nur ein "f" sein kann ("h", "s" oder "l" dürften ausscheiden), muss es heißen "freyen Hofes". Dieser Hof in der Mottlau-Schleife war der einzige in Sperlingsdorf, der ausschließlich über Eigenland verfügte. Seine Eigentümer waren sogenannte Erbcöllmer. 1785 wurde er bei der Heirat seiner Tochter Wilhelm als "Freyschultze" bezeichnet. Philippsen`s Sohn Wilhelm wurde bei der preußischen Landesaufnahme 1793 als Erbköllmer geführt. Alle anderen Höfe hatten nur einen geringen Teil (meist 10 Morgen) Eigenland. Dies könnte wohl das Land sein, auf dem der eigentliche Hof mit seinen Wirtschaftsgebäuden stand. Die restlichen Flächen (Acker und Wiesen) waren von der Stadt Danzig üblicherweise zu emphyteutischem Recht, also mittels Erbpachtverträgen, vergeben.
    Also Rätsel gelöst. Danke nochmal.

    sinus

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: "röger" Hof in Sperlingsdorf

    Hallo Gerhard,

    ja, das ist es! Die 'Tüddelchen' gehören über das y. Danke für den ausführlichen Hintergrund!


    Viele Grüße

    Peter

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