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Thema: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von Megande
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    Standard Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo zusammen,

    im Faden„ Tag der Danziger 2019 (21. - 23. Juni 2019)“ ist die Frage aufgekommen, was mit dem Haus Hansestadt Danzig in der Engelsgrube in Lübeck passiert ist. Damit die Antwort auch von anderen Interessierten schneller gefunden wird, habe ich einen neuen Faden hierfür aufgemacht.

    Ich hatte vor ca. einem Jahr etwas über das Haus Danzig in unserer Lokalzeitung, den „Lübecker Nachrichten“ gelesen und den Artikel glücklicherweise noch online gefunden.

    In Kürze:
    Das Haus Hansestadt Danzig soll von einem Heimatmuseum der Vertriebenen zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden. Dazu haben die Danziger Banken, jahrhundertealte Bruderschaften, mit der Stiftung, der das Haus gehört, eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart.

    https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Neues-Leben-im-Haus-Danzig-in-Luebeck

    Für den Fall, dass der Link in Zukunft irgendwann mal nicht mehr funktioniert, zitiere ich hier noch den Text:

    Lübeck, 04.06.2018:
    Neues Leben im Haus Danzig
    Das Haus Hansestadt Danzig soll von einem Heimatmuseum der Vertriebenen zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden. Dazu haben die Danziger Banken, jahrhundertealte Bruderschaften, mit der Stiftung, der das Haus gehört, eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart.
    Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, kamen die Deutschen aus dem Osten, und besonders viele kamen nach Lübeck. 94000 Flüchtlinge und Vertriebene lebten 1948 in der Stadt, das waren zwei Fünftel der Einwohner. Allein 12000 von ihnen kamen aus Danzig und Westpreußen. Damit begann ein neues Kapitel in der langen Geschichte, die die beiden Hansestädte Danzig und Lübeck verbindet. Das sichtbarste Zeichen davon ist das Haus Hansestadt Danzig in der Engelsgrube.
    Auch die Danziger Banken übersiedelten damals nach Lübeck. Das sind keine Kreditinstitute, sondern im Mittelalter entstandene Bruderschaften von Kaufleuten und Schiffern. „Banken“ bedeutet soviel wie Tischrunden. Die Banken engagieren sich für soziale und kulturelle Projekte. Sie haben zwischen 110 und 120 Mitglieder, bis heute ausschließlich Männer, die meisten in Lübeck; es gibt aber auch einige polnische Mitglieder in Danzig. Die Banken treffen sich im Schabbelhaus in der Mengstraße und alle vier Jahre im Artushof in Danzig.
    Doch bei aller Traditionspflege: Kaum einer der deutschen Bankenbrüder hat noch eine biografische Verbindung zu Danzig.
    Für die vertriebenen Danziger von 1945 war Lübeck der Ankunftsort im Westen – und es war ihrer alten Heimat nicht unähnlich mit der Backsteinarchitektur, den großen, mittelalterlichen Kirchen und der hansischen Vergangenheit. Das war ein Grund für Günter Grass, Lübeck als neue Heimat zu wählen. Die Vertriebenenorganisation Bund der Danziger – mit der Günter Grass freilich nie etwas zu tun hatte – wählte Lübeck schon 1946 als Hauptsitz. 1983 wurde das Haus Hansestadt Danzig in einem mittelalterlichen Gebäude neben dem Haus der Heilsarmee eröffnet. Es ist hauptsächlich ein Heimatmuseum mit Gemälden, Kleidungsstücken, Möbeln, Geschirr aus dem alten Danzig.
    Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Zahl der Lübecker, die Danzig noch als ihre Heimat bezeichnen, ist gering. Danzig ist seit mehreren Generationen eine polnische Stadt, Günter Grass lebt nicht mehr, und die Vertriebenenverbände sind aus dem öffentlichen Leben praktisch verschwunden. Das Haus Danzig gehört jetzt einer Stiftung. Deren Vorsitzender Michael Freiherr von Tettau bringt es auf den Punkt: „Wir haben ein schuldenfreies Haus in gutem Zustand, aber uns sind die Menschen ausgegangen. Die Erinnerung an die alte Heimat ist weggefallen.“
    Wozu also noch ein Haus Hansestadt Danzig in Lübeck? Von Tettau will mit den Bankenbrüdern daraus ein Zentrum des kulturellen Austauschs mit Danzig, Polen und dem Baltikum machen.
    „Wir wollen das Haus auch jungen Leuten öffnen“, sagt er und verweist auf eine Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck. Es gebe enge Beziehungen zum Bürgermeister und den kulturellen Institutionen der Stadt Danzig, sagt Ralf Giercke, Vorsitzender des Bankenausschusses. Er spricht von Vorträgen, Konzerten und anderen Veranstaltungen, die im Haus Danzig der Völkerverständigung dienen sollen. Frank Schumacher, Chef der Sparkasse zu Lübeck und stellvertretender Vorsitzender des Bankenausschusses, will das auch als politisches Signal verstanden wissen: „In einer Zeit, da der Nationalismus überall stark zunimmt, ist das die Botschaft, um dagegenzuhalten.“ Das Innere des Hauses bleibt vorerst unverändert. „Das Museum ist natürlich ein Sammelsurium“, sagt von Tettau. „Langfristig werden wir sicherlich das Konzept ein bisschen straffen müssen.“
    Den Grund für die Weiterentwicklung des Hauses legten die Sachwalter Danzigs in Lübeck bei der Jahresversammlung der Kaufmannschaft. Feierlich unterzeichneten sie eine Kooperations- und Freundschaftsvereinbarung zwischen dem Haus Hansestadt Danzig zu Lübeck und den Brüdern der Banken des Artushofes. Von Tettau: „Wir brauchen die Partnerschaft – schließlich sind die Städte Lübeck und Danzig geborene Schwestern.“


    Soviel zu der Info aus den Lübecker Nachrichten.
    Trotz allem schöne Grüße
    Steffy

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von Megande
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    Themenstarter

    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo zusammen,
    ich habe weiter eben auch die Homepage vom Haus Hansestadt Danzig in Lübeck gefunden.

    http://www.danzig-online.de
    Unter http://www.danzig-online.de/Stiftung.html findet man hier folgende Kontaktinfos:

    Stiftung HAUS HANSESTADT DANZIG
    Engelsgrube 66
    D–23552 Lübeck
    Telefon: 0451 – 7 02 02 62
    Telefax: 0451 – 4 79 98 31
    Email:info@haus-hansestadt-danzig.de

    Ich habe eben schon unter der angegebenen Telefonnummer angerufen, aber dort meldet sich nur eine Sprachmailbox.

    Daher habe ich soeben folgende Mail geschrieben.

    Betreff:
    Leihgaben im Heimatmuseum im Haus Hansestadt Danzig
    Text:
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    das Haus Hansestadt Danzig soll ja von einem Heimatmuseum der Vertriebenen zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden.
    Unter den Ausstellungsstücken befinden sich aber noch Leihgaben, welche die Besitzer gerne zurück haben möchten.
    Bitte schreiben Sie mir, an welche Telefonnummer oder Mail-Adresse sich die Besitzer der Leihgaben wenden können. Ich werde diese Information dann an die Besitzer weitergeben.
    Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen


    Sobald ich eine Antwort habe, melde ich mich…. falls sich überhaupt jemand meldet.
    Aber hier gilt wie immer: Versuch macht kluch…;-)

    Schöne Grüße
    Steffy

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Rahmenbauer14
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Guten Tag Steffy,

    ich bedanke mich herzlich für die Informationen und Deine Initiative.

    Schöne Grüße
    Rainer
    "In einem freien Staat kann jederman denken,
    was er will, und sagen, was er denkt"
    (Spinoza)

  4. #4
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo,

    Steffy hat gut recherchiert. Mittlerweile ist eine Stiftung für das Haus Hansestadt verantwortlich. Eine endlose Geschichte, welche es lohnt irgendwann aufgeschrieben zu werden.

    Herbert und Rainer, gebt Ihr mir bitte Eure Anschrift und Telefonnummer, so dass ich Euch in dieser Sache anrufen kann? Ich bin kein Freund davon den Bestandes des Hauses Hansestadt zu zerreißen. Aber es gibt uns vielleicht eine Möglichkeit, dass wir endlich mit den Verantwortlichen der anderen Feldpostadresse ins Gespräch kommen und dies dauerhaft!

    Beste Grüße,
    Marcel

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von Megande
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    Themenstarter

    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo zusammen - und besonders grüße ich an dieser Stelle Rainer und Herbert,

    ich habe heute eine sehr freundliche Antwort vom Vorsitzender der Stiftung, Michael Freiherr von Tettau, erhalten.

    Er schreibt unter anderem, dass dem Vorstand von privaten Leihgaben von Danziger Bürger nichts bekannt ist.
    Die entsprechenden Personen mögen sich bitte direkt und schriftlich an den Vorstand in Lübeck wenden.

    Hier noch einmal die Adresse:
    Stiftung HAUS HANSESTADT DANZIG
    Michael Freiherr von Tettau
    Engelsgrube 66
    23552 Lübeck

    Ich werde gerne die Mail von Michael Freiherr von Tettau vollständig im Forum veröffentlichen, aber ich werde ihn erstmal fragen, ob ihm das recht ist.

    Beste Grüße und einen schönen Abend
    Steffy

  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von MeinEichwalde
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Liebe Danziger,
    die Ausstellungsstücke bzw, die Dinge,die das Haus Danzig in Lübcke hat kann man bei Digicult sehen. man muss bei den Museen Schleswig Holstein den Namen des Museum eingeben. dann sind recht viele Stücke zu sehen. Um nicht zu sagen Hunderte. Der Kurator Herr Marten ist schon wieder bei einem anderen Arbeitgeber. Mit Danziger Grüßen Delia

  7. #7
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo Delia,

    kleine Hilfe mit Angabe des sofort zu öffnenden Links der betr. Webseite wäre schön. - Danke!

    Gruß Ulrich

  8. #8
    Forum-Teilnehmer Avatar von Fischersjung
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo,
    das müsste der Link sein mit wohl 1744 Objekten.
    Viel Spaß dabei.
    http://www.museen-sh.de/Objektsuche/...-MUS-425612%7C
    Gruß Joachim

  9. #9
    Forum-Teilnehmer Avatar von Fischersjung
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo,
    Zusatz, so geht es auch > rechts auf "Objekte dieser Einrichtung" und klick
    http://www.museen-sh.de/museum/DE-MUS-425612

    Internetadresse geht nicht, siehe: (http://www.haus-hansestadt-danzig.de)
    Gruß Joachim

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Rahmenbauer14
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Danke für den Link, Joachim,

    hast Du bis zum Ende runter gescrollt? Und hast Du noch mehr gefunden, wie Willy Lütcke?
    Ich habe aufgegeben.

    Schöne Grüße
    Rainer
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  11. #11
    Forum-Teilnehmer Avatar von Fischersjung
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Hallo Rainer,
    ich habe nicht koplett gescrollt. Soweit wie ich gesehen sich auch Gegenstände z.B. silbernen Teller u.A. abgebildet.
    Geduld ist hier bei 1744 Gegenständen schon gefragt.
    Was du suchst, dass kennst nur du.

    Grüße an´s süsse Haf
    Gruß Joachim

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von MeinEichwalde
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    Standard AW: Haus Hansestadt Danzig - Lübeck

    Liebe Museumsfreunde,
    wenn ihr mich nicht hättet..... ich habe für Euch noch mal die Interessantesten Stücke aus dem Katalog des Museums in Lübeck herausgesucht. War noch so zeitaufwändig. Auf mächtigen, sechs gequetschten Kugelfüssen erhebt sich ein hoher, verkröpter Sockel mit zwei Schubladen. An den Seiten des Sockels, sowie an der Front der Schubladen erscheinen reich profilierte Kissenfüllungen, flachere Kissen hingegen auf den drei Risaliten. Auf diesem hohen, profilierten Sockel ruht der zweitürige Schrankkasten. An den Seiten und in der Mitte stehen drei Dreiviertel-Säulen mit einem Kompositkapitell. Die Entasis der Säulen wird durch eine Zweiteilung akzentuiert: Nach dem unteren Drittel der Säulenhöhe ist ein Ring um die Säule gelegt. Die Seiten des Korpus und die Türen sind mit stark profilierten Kissenfüllungen versehen. Über dem Korpus ruht das gerade, breite, verkröpfte und vorkragende Gebälk, das in etwa proportional zur Sockelhöhe ist. Die Innenseiten der Türen zeigen figürliche, ornamentale und florale Einlegearbeiten. Dargestellt sind die vier Evangelisten, je zwei an einer Türinnenseite, mit ihren Attributen. Diese stehen jeweils unter einem Arkadenbogen, der wiederum mit Blüten- und Rankwerk verziert ist. Auf der linken Türe oben sieht man den Hl. Matthäus mit dem Engel, darunter den Hl. Markus mit dem Löwen. Auf der rechten Türe erscheint im oberen Arkadenbogen der Hl. Johannes mit dem Adler, dem Kelch und dem Buch, im unteren der Hl. Lukas mit dem Stier. Die Rückwand des Schrankes innen weist Kassettenfüllung auf.



    Der Reispass war erforderlich für alle Staatsbürger des Freistaates Danzig, wenn sie den Freistaatsbereich Danzig verlassen und in das Reichsgebiet Deutschland reisen wollten. Geltungsbereich des Passes: "Gültig für das gesamte Ausland". Ausgegeben wurde der Reisepass von der Landes-Paßstelle, Polizei-Präsidium Danzig. Der vorliegende "Reise-Pass für Leo Höhn" wurde am "14. August 1936 vom Amtsvorsteher des Amtsbezirks Langenau Kreis Danziger Höhe" ausgestellt. "Staatsangehörigkeit: Freie Stadt Danzig". Danzig wurde am 15. November 1920 durch das Diktat des Versailler Vertrages "Freie Stadt Danzig" und als Freistaat dem Schutz des Völkerbundes unterstellt. Am 13.02.1900 als jüngstes von fünf überlebenden Kindern eines Eisenbahn-Arbeiters in Langenau geboren und in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, suchte mein Vater Leo Höhn nach Ende des 1. Weltkrieges zeitweise im Ruhrgebiet seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als sich nach Wirksamwerden der Regelungen gem. dem Versailler Vertrag die Möglichkeit bot, bei der nunmehr polnisch verwalteten Eisenbahn eine Anstellung zu finden, kehrte mein Vater nach Langenau zurück und gründete seine Familie. Katholischen Bekenntnisses, stand mein Vater dem "Zentrum" sehr nahe und hegte gegen den aufkommenden Nationalsozialismus deutliche Aversionen. Bekanntlich haben die Polen ihren Einfluß im Gebiet des Freistaates auszuweiten versucht, was die Engländer bewog eine "Schutztruppe" nach Danzig zu verlegen. Die Pressionen waren auch mir persönlich, dem 1926 geborenen Kleinkind, spürbar. 1933 eingeschult, sollte ich nach Danzig wechseln, um dort in einer polnischen Schule (Wiebenwall) erzogen zu werden. Nicht nur, dass sich mein Vater dagegen gewehrt hat, er agierte auch entsprechend und offen unter seinen Kollegen. Das führte letztendlich 1934 zu seiner Entlassung bei der PKP und er war fortan Gelegenheitsarbeiter. 1936 wurde der größte Teil der davon betroffenen Eisenbahner von der Deutschen Reichsbahn übernommen, so auch mein Vater. Er kam zur Reichsbahndirektion Mainz, wo er in Gensingen als Stellwerkswärter Dienst versah. 1937 zog die Familie nach und 1940 wieder zurück in die Heimat Danzig. Zwischenzeitlich war der Vater Beamter geworden, doch niemals Mitglied der NSDAP. Seiner Karriere war das nicht dienlich. Nach der Rückkehr vom Mittelrhein, jetzt in Danzig Petershagen wohnhaft, tat mein Vater Dienst als Fahrdienstleiter am Verschiebebahnhof Saspe/Langfuhr bis zum bitteren Ende, denn seine Tätigkeit am Hafenbahnhof durfte er nicht einstellen. Er machte den "Todesmarsch" nach Bromberg und anschließender zweijähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien mit. Seine Familie fand er 1948 in Sprendlingen/Rhh. wieder, die über Dänemark geflüchtet war. Als Bahnhofsvorsteher eines kleinen Bahnhofs in der Pfalz hat mein Vater 1963 seinen Dienst bei der Eisenbahn beendet. Er wurde 82 Jahre alt.


    Der Kreuzaltar besteht aus einem etwa 35 cm hohen Kreuz mit Sockel sowie einem architektonisch gegliederten, tabernakelähnlichen Unterteil. Während das Kreuz aus massivem Bernstein besteht, handelt es sich bei dem Unterteil um einen mit Bernsteinfurnier belegten Holzkorpus. Der verwendete Bernstein ist teils honigfarben, teils braun. Der Christuskorpus ist aus hellem Knochenbernstein geschnitzt, ebenso die Inkarnate der Assistenzfiguren sowie der vor dem Kreuz liegenden Totenschädel. - Der Kreuzaltar besticht durch eine Vielzahl minuziös und virtuos geschnitzter Reliefs aus Knochenbernstein (?), die vertieft eingelassen hinter dünnen transluziden Bernsteinplättchen liegen. Am Kreuz sind es die vier Evangelistensymbole sowie das Lamm Gottes, an der Vorderseite des Unterteils der segnende Christus, Szenen der Leidensgeschichte sowie je eine Männer- und Frauenbüste im Profil. Bei letzteren handelt es sich wohl um die bislang noch nicht identifizierten Stifter. An den Seitenflächen finden sich entsprechende Reliefs mit den Heiligen Petrus und Paulus. Die im Unterteil befindlichen Reliefbilder sind zusätzlich mit prächtigen Eglomisè-Umrahmungen geschmückt. Eglomisès (Hintermalungen) finden sich ferner an der Rückseite sowie an den Seitenflächen des Unterteils. - Das zweite Geschoß des Unterbaus wird flankierend bekrönt von zwei weiblichen Skulpturen mit cremefarben abgesetzten Köpfen und Händen aus Knochenbernstein, sie tragen jeweils eine dreiblütige Blume aus Gold. (Links steht Maria Magdalena, rechts Maria). Die Schnitzereien weisen außerordentlich hohe Qualität auf. Der Name des Schnitzers ist noch unbekannt. (Wahrscheinlich handelt es sich um den gleichen Meister wie beim Schachbrett aus der Rothschildschen Sammlung, das sich heute im Bayerischen Nationalmuseum in München befindet. Das daneben stehende prachtvolle Originaletui aus Leder mit Goldprägung - auf Holz gezogen und mit Messingbeschlägen versehen, innen mit rotem Samt ausgeschlagen - besitzt einen sehr großen Seltenheitswert, da früher in der Regel diese Schutzbehälter nach dem Gebrauch weggeworfen wurden.


    a) 1 Bogen mit 100 Briefmarken der 25,00 Mk Freie Stadt Danzig, Flugpostmarke mit der Abbildung:"Eindecker über das Schattenbild von Danzig"; Ausgabe Februar 1923, gültig bis 2.11.1923. b) 1 Bogen mit 50 Briefmarken der 50,00 M + 20,00 M Zuschlag Freie Stadt Danzig der Wohlfahrtsausgabe für die Kleinrentnerhilfe mit der Abbildung: "Rentner mit Silhouette von Danzig"; Ausgabe März 1923, gültig bis 30.04.1923. c) 1 Bogen wie vor, jedoch 100,00 M + 30,00 M Zuschlag Kleinrentnerhilfe Freie Stadt Danzig.




    Geburtsurkunde von Erika, Martha, Ida Hilbrand vom 22. Mai 1923 aus Danzig. Vater war Wilhelm, Reinhold Hilbrand, Kaufmann; Mutter Erna, Martha, Ida geb. Trosßert (geb. 12.08.1889). Danzig, den 23. Mai 1923. Der Standesbeamte i.V. Kausmann. Frau Hilbrand erlernte in Danzig den Beruf einer Photographin und lebte mit den Eltern bis zur Flucht in Danzig, Langer Markt 35. Es war der besondere Wunsch von Frau Erika Hilbrand aus Freiburg i. Brsg., das ihre Geburtsurkunde als Zeugnis Ihrer Danziger (Deutschen) Herkunft als Dokumet im Museum HAUS HANSESTADT DANZIG archiviert wird. Auch wir wollen diesen letzten Wunsch der Photo-Fachverkäuferin (gelernt bei Photo-Klever in Danzig, Schmiedegasse 16 - Holzmarkt, siehe Lehrbrief) erfüllen. Sie fotographierte viel im Staatstheater Danzig und hatte Kontakt zu vielen Schauspielern.




    Erinnerungsbecher als 4. Preis für die Teilnahme am Junioren Tennis-Turnier in Zoppot Juli 1905.Graviert mit folgender Inschrift: "4. Preis O.L.T.T. & Junioren-Einzelspiel * 5. Allg. Lawn Tennis-Turnier * Zoppot Juli 1905".




    Speisekarte des Motorschnellschiffes "Hansestadt Danzig" (Seedienst Ostpreußen mit den Schnellverbindungen von und nach Kiel, Travemünde, Swinemünde, Zoppot, Pillau, Memel, Helsinki/Helsingfors). Norddeutscher Lloyd Bremen. Wohl aus den 30er Jahren. Umfangreiche Speisekarte, gehobenes Angebot. Außenumschlag zeigt ein Aquarell der Danziger Marienkirche mit Blick über die Dächer der Altstadt sowie das Danziger Wappen.


    Belagerung und Einnahme von Danzig 1807. Mit dem Portrait des Grafen von Kalkreuth und einem Plan von Danzig. Leipzig: H. Gräff 1808,192 S. mit 1 kolor. Frontispiz und 1 Faltplan. Hübscher marmor. OHLdr. mit rotem und grünem Farbabklatsch. Detaillierte Schilderung der Ereignisse des Jahres 1807 mit der langanhaltenden Belagerung durch Napoleons Truppen. Das Faltkupfer zeigt einen Plan von Danzig mit Umgebung, darüber blattbreite Gesamtansicht. Das schön kolorierte Frontispiz (wohl von C.G.H. Geißler in Leipzig) zeigt den preußischen Feldmarschall Kalckreuth in ganzer Figur.


    Das Sparbuch wurde von der Mutter für die Tochter Renate Rogotzki (verh. Krebs) aus Heubude, Horststraße 9, bei der Sparkasse der Stadt Danzig, Nebenstelle Heubude, Amselweg 2 am 13.06.1939 mit 5 Gulden angelegt.


    Der Lehrling Heinrich Wilhelm Wawrinowski, geb. zu Neuendorf Kreis Lauenburg in Pommern am 28. Dezember 1858. Trat am 1. April 1875 bis zum heutigen Tag des 1. April 1879 in ¦¦ Malermstr. Versalle als Lehrling. Derselbe hat sich während dieser Zeit als treuer, ehrlicher Mensch, zu meiner Zufriedenheit geführt. -- und Fleiß gewissenhaft ausgeführt; was ich dem selben mit dem Wunsche bescheinige, ihm für ein ferneres Fortkommen das beste Glück zu wünschen und ihn meinen Collegen auf das Wärmste zu empfehlen. Danzig, 1. April 1879. Gustav Scharlat?(Versalle) Malermeister. Beglaubigt: Danzig 12. April 1879. Stempel: Der Magistrat der Stadt Danzig




    Signatur: betitelt (Deckelaufschrift: Danziger Automobil-Werk - Stielow & Förster G.m.b.H. - Danzig - Gegründet 1907)…Das Leder-Zettelkästchen enthält auf der Innenseite des Deckels den Jahreskalender von 1929, auf der Rückseite den Jahreskalender für das Jahr 1928. Hersteller: Wilhelm Eilers jr., Bielefeld. Die Farbe des Lederbezugs ist dunkelgrün/grau, mit kleinen Fleckschattierungen.


    Helene Lange-Schule, Danzig-Langfuhr (Gudrun-Schule), Städtisches Lyzeum und Reformrealgymnasium = Abgangszeugnis für Dietlind Magnußen Klasse 6, geboren am 15. April 1924 in Schüddelkau, Kreis Danziger Höhe, ev. Glaubensbekenntnisses, hat diese Schule seit Ostern 1933 von der 1. Klasse an besucht und seit Ostern 1938 der 6. Klasse angehört. D. ist freundlich und hilfsbereit. Sie war fleißig und strebsam und beteiligte sich rege am Unterricht. Leistungen in den Unterrichtsgegenständen: ......... usw. Danzig-Langfuhr, den 24. September 1938. Stempel: Grudrun-Schule - Danzig-Langfuhr


    Fräulein Irmgard König - Liessau, geboren am 20. Januar 1911 in Liessau, ist die Danziger Staatsangehörigkeit verliehen worden. Sie ist zum Zeitpunkte der Aushändigung dieser Urkunde ab Staatsangehörige der Freien Stadt Danzig geworden. Danzig, den 13ten Juni 1931. Der Senat der Freien Stadt Danzig. Dr. Ziehm - Unterschrift. Rückseitig: Ausgehändigt den 22. Oktober 1931. Unterschrift: Amtsvorsteher




    Bei der Begeda konnten Beamte der Freien Stadt Danzig ein Einkaufskonto eröffnen, in dem ein gewisser Kreditrahmen enthalten war. Die Höhe des Kaufkredits richtete sich nach dem Einkommen. Der Kredit konnte monatlich getilgt werden.nventarnummer: 3103


    Signatur: betitelt (BEGEDA: Bekleidungs-Gesellschaft für Danziger Beamte G.m.b.H)


    Abbildungsrechte: Museum HAUS HANSESTADT DANZIG

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