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Thema: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Liebe Transkribierexperten im Forum,

    beim Surfen durch die Forum-Vergangenheit bin ich zufällig auf diesen Beitrag gestoßen:

    Am 03.02.2016 bat Wolfgang in dem von ihm gestarteten Thema "Bittgesuch der Fischerbabker um eine Kornmühle (1715)" (> http://forum.danzig.de/showthread.ph...715)&highlight ) in seinem Beitrag #2 darum, ihm beim Entschlüsseln eines handgeschriebenen Textes aus dem Jahr 1715 zu helfen. Dieser Bitte folgte bis heute keine Antwort. Ob Wolfgang noch immer an dieser Textentschlüsselung interessiert ist, bleibt offen. Trotzdem erinnere ich hiermit an jene Bitte von Wolfgang für den Fall, dass sich einer von Euch dennoch dieser Angelegenheit annehmen möchte.

    Beste Grüße
    Ulrich

  2. #2
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Lieber Ulrich,
    ich versuche es mal, weiß aber nicht, ob ich alles entziffern kann.
    Viele Grüße
    Angela

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Themenstarter

    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Liebe Angelika,

    diese Lesehilfe ist nicht für mich, sondern für Wolfgang bestimmt. Bevor Du Dich ans Werk machst, solltest Du erst bei Wolfgang erkunden, ob er an dieser vor gut 5 Jahren geposteten Lesehilfe noch interessiert ist.

    Beste Grüße
    Ulrich

  4. #4
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Nun bin ich schon fertig.

    Bitt Schrifft
    Lecta (ausgewählt, erwählt) in Funct. d. 20 May 1715
    und befindet die hochlöbliche Function
    daß Supplicanten mit ihm des auch
    nicht zu fried? seyn, sämptlicher
    Indeß soll mit Joh. Gerge Klein
    geredet werden daß er etwa ins Kunedt-
    ge vor seine Mühle den Publico
    jährlich zu geben gesonnen
    seyn möchte:
    Untersaßen
    und Einwohner
    Des Dorffes
    Fischer Babke

    ---- (nächste Seite) ---
    Hoch wohl Edle, Gestrenge, Veste, Hoch und
    wohl weise, Groß günstige, Gnädige
    Herren
    Nechst herzlicher Wünschung Göttlicher gnade, Leibes und
    Seelen wohl Fahrt, Glücklicher und Fried samer regierung sampt be-
    stendiger Lang gewünschter gesundtheit, haben wir untersaßen
    des Dorffes Fischer Babke, an unsere Gnädige Hochgebietende
    Obrigkeit, nicht umb gang nehmen können, Ihnen Demüttigst
    zu Bitten, sie wolten so Güttig sein, und uns frey geben, daß wir uns
    die kleine wüste Windt Mühle aus Nickels Walde möchten kauffen,
    weil wir solche grosse Beschwerlichkeit von dem Mühlen reisen haben,
    daß wir zwischen den Wassern wohnen und so oft auf Lebensge-
    fahr nach anderen Wasser Mühlen, als nach Frauen burg, Brauß burg,
    Marien burg etc. mitt grossen unkosten reisen müssen, baldt mitt gefäß
    zu Wasser, baldt mit Handt Schlitten zu Fuß über das schwache eiß,
    daß auch manch mahl daß Korn u. Mehl Im Hawe oder Weissel geblie-
    ben und wir kaum daß Leben auff dem schwachen Eise gerettet,
    wie sehr offt geschieht eß, daß wir zu Etlichen Wochen, absonder-
    lich bey Vor Jahrs und unbestendigen Winters Zeitten, da es
    nicht unter noch über Ist, wegen Eiß u. groß Wasser, nach kei-
    ner Mühle nicht kommen können, und so wir den entlich da hin
    gelangen, so müssen wir offt biß 6-7 mahl dar nach reisen, viel
    Tage u. nacht dar bey warten, ehe wirß können abgemahlen be-
    kommen, da den die Hauß armen so kein Pferd oder Kahn haben,
    oder bekommen können, und kaum 1/4 zu brodt bezahlen können, am Elen-
    desten dran sindt, sehr offt mangelt der Windt, da eß biß
    Weilen etliche Wochen Stille Ist und so er den noch etwaß we-
    het, doch nicht so hart kommt, dass er eine Mühle drehet, und
    wehet
    ---- (nächste Seite) ----
    wehet den der Windt, so ist wieder so viel zu mahlen auffgesam-
    let, daß wir sehr offt in 3-4 Wochen daß mehl nicht bekommen,
    und dar über mitt Kinder u. gesinde große noht müssen leyden,
    und daß murren von dem Gesinde vor Lieb nehmen, deßwegen
    Bitten wir demüttig sampt allen unfreyen, und der gantzen ar-
    mut, unserer gnädigsten, hoch gebietende Obrigkeit, sie begaben
    uns mit der Freyheit, daß wir oben unserm Dorffe an der
    Weissel, auf unserer genanten Wiese, die kleine Windt Mühle, von
    Nickelswalde mögen hin setzen, Es wird nicht allein unserm Dorffe
    sondern auch den andern 3 Dörffer, als Glabisch, Steegnerwerder
    und Juncker Troyel, eine sehr grosse Hilfe seyn, welche mitt
    unß zwischen der Weissel und Schad lahck, alß auff einer Insel
    wohnen, auch alle solch beschwerlich Mühlen reisen haben alß wir
    und wen unß unsere gnädige hochgebietende Obrigkeit mitt der
    Frey heitt begabte, so währen wier 4 Dörffer, von dem beschwer-
    lichen alle zeitt über daß Wasser reisenden Mühlen fahren
    befreyet und könnten unsere Felt u. Bauer arbeit besser ab-
    warten, und die so höchst noht dingliche schaar wercke an
    unseren (durch Gottes und unserer Lieben Obrigkeit Hilffe) er
    halteren Wollen, so viel Fleissiger Treiben und vorstellen, möchten
    sie etwa auff die gedancken kommen, ob solche Mühle, auch
    Ihrer Hoch Edlen Raths Mühle Im Stutt howe, könte zu nahe
    stehen, so können wir dieses bezeugen, daß wir von der Fisch-
    er babke, biß Stutthoff 1 1/2 Meillen zu fahren haben, daß
    also sehr selten auß diesen 4 Dörffern jemandt nach Stutthoff zu mahlen
    kompt, auch die Steegner da selbst nicht können gemahlen bekommen
    weil daß bäcker mehl u, maltz immer vorgeht, hingegen Ist die
    Küchwerdersche Mühle zimlich nahe, aber wir müssen alle Zeit über
    2 Weissel, wo wir sehr offt nicht über kommen können, da zu ge-
    het diese so sehr schwer, wo nicht ein halber Sturm wehet,

    ---- nächste Seite ----
    so steht sie immer still, und wirdt nichts abgemahlen, da sie sonst
    auch zum Wasser mahlen hin gebaut, und keinen Mühlen Zinß nicht
    geben will, daß uns also die hohe noht dazu zwinget, daß wir
    unserer Gnädigen Hoch gebietenden Obrigkeit, mitt dieser Bitte
    nicht vor bey gehen können, Triebe uns die noht und große beschwer-
    lichkeit nicht dazu, so wolten wir unserer hoch gebietenden obrig-
    keit, Diese Mühe nicht machen, und wir selbst die unkosten sampt
    dem hin bauen über haben bleiben, Bitten noch mahls, u. werffen
    unß Vor Sie Aller seits hoch wohl Lob gestrenge, Veste, hoch-
    und wohlweise, Groß günstige, Gnädige Herren, In aller Tiefster
    Demutt, mit dieser geringen Schrifft nieder, hertz flehenlich bittendt
    sie wollen unß unserer bitte gnädig gewehren, wir wollen den
    Mühlen Zinß fleissig und richtig ab Tragen, Vor die Große
    Gnade und Wohl Taht, so unsere Gnädige Obrigkeit, In diesem
    unß auch Erzeugen kan, wollen wir sampt unsern armen Weibern
    und Kindern, die Zeitt unsers Lebens fleissig und ohn Unterlaß
    Zu Gott seufzen und behten, daß der aller höchste Gott und
    Barmhertzige Vater Im Himmel, unserer Liebwertteste Obrigkeit
    In allem Glücklichen wohl Ergehen, wolle Erhalten, und be-
    wahren, von ihm alle unruhe und beschwerligkeit Gnädig
    abwenden, und bey Glücklicher und friedsamer regirung biß
    zu Ewigen Zeitten Erhalten, und ihnen zeittliche und Ewige
    Wohl fahrt geben.

  5. #5
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Mit Fragezeichen habe ich in der 6. Zeile von oben "fried" gekennzeichnet (leider ohne Klammer). Es soll wohl "zu frieden" abgekürzt sein.
    Unklar ist mir auch in der 7. und 8. Zeile: "ins Kunedt- ge"
    Viele Grüße
    Angela

  6. #6
    Administratorin Avatar von Beate
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Was für eine Fleißarbeit!!!
    Grandios, Angela!
    Danke dafür- dann wollen wie jetzt hoffen, dass Wolfgang es baucht.....

    Fröhliche Grüße, Beate
    ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

  7. #7
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Liebe Angela,

    das Transkribieren hat Dir offensichtlich Spaß gemacht, doch ich erinnere Dich erneut daran, dass es im vorliegenden Fall eigentlich nur dann Sinn macht, wenn es Wolfgang noch hilft. Hast Du denn Wolfgang danach gefragt?

    Beste Grüße
    Ulrich

  8. #8
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Hallo Ulrich und Beate,
    ich denke, selbst wenn Wolfgang es nicht braucht, hat vielleicht jemand im Forum Vorfahren aus Fischerbabke.
    Ein Vorfahr von mir kommt auch von dort.
    Viele Grüße
    Angela

  9. #9
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Guten Abend, Angela,

    ich teile Deine Argumentation in #8. Wolfgang hätte vermutlich schon 2016 die gewünschte Lesehilfe von anderer Seite erhalten (Du warst damals noch nicht Forum-Teilnehmer), wenn er seinen Wunsch nicht im Unterforum "Fischerbabke", sondern im Unterforum "Lesehilfe" platziert hätte. Vielleicht wäre aber die damalige Lesehilfe nicht so famos ausgefallen wie jetzt die Deinige.

    Beste Grüße
    Ulrich

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Inge-Gisela
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Angela, eine Wahnsinnsarbeit, die Du da geleistet hast. Zumal der Text nach unserer heutigen Sprache auch schwer verständlich ist. Hut ab. Aber zu lesen auch interessant für jemanden, der keine Ahnen in Fischerbabke hat.

    Lieben Gruß

    Inge-Gisela

  11. #11
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Hallo, das war nicht die Wahnsinnsarbeit, wie Ihr denkt, denn Wolfgang hatte den ganzen Text schon entziffert. Es gab nur wenige Fehlstellen und wenige kleine Fehler, die es allerdings in sich hatten- wirklich schwer lesbar.
    Ich habe den Text nur revidiert- habe nur insgesamt (mit den Vorbereitungen) 2 Stunden daran gearbeitet.
    Viele Grüße
    Angela

  12. #12
    Administratorin Avatar von Beate
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Stell dein Licht nicht unter'n Scheffel Angela, hast es fein hingekriegt. Und es gibt einen guten Einblick in das damalige Verhältnis Arbeiter/ Obrigkeit. Schlimm in meinen Augen, dass sie praktisch ums Überleben so betteln mussten, das Verantwortungsgefühl der " Hohen Obrigkeit " scheint ja etwas unterentwickelt gewesen zu sein....

    Schöne Grüße, Beate
    ..wirklich? Taktgefühl ist nicht nur ein Begriff in der Musikwelt?

  13. #13
    Forum-Teilnehmer Avatar von Peter von Groddeck
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    Standard AW: Von Wolfgang im Februar 2016 gesuchte Lesehilfe

    Liebe Gertru,
    Gratulation!!! Selbst als nicht Betroffener, fand ich es interessant, den Text zu lesen. Egal ob Wolfgang diesen Text noch braucht oder nicht. Leider geht es Wolfgang und/oder seiner Mutter so schlecht, dass er schon lange nicht mehr im Forum zu lesen war.
    Beste Grüße
    Peter
    Tue recht und scheue niemand.

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