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Thema: Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von Rudi Bellon, + 24.08.2010
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    Standard Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

    O du fröhliche,o du selige
    gnadenbringende Weihnachtszeit !
    Welt ging verloren,
    Christ ward geboren.
    Freue,freue dich,o Christenheit !

    O du fröhliche,o du selige
    gnadenbringende Weihnachtszeit !
    Christ ist erschienen,
    uns zu versühnen:
    Freue,freue dich,o Christenheit !

    O du fröhliche,o du selige
    gnadenbringende Weihnachtszeit !
    Himmliche Heere
    jauchzen dir Ehre:
    Freue,freue dich,o Christenheit !

    Johann Daniel Frank,der Schöpfer dieses meistbekannten Weihnachtsliedes,wurde
    am 28.Oktober 1768 in Danzig geboren.Er starb am 14.Februar 1826 in Weimar.

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Lieber Rudi ich möchte dich nicht gerne korrigieren, aber M.E.heißt er:Johannes Daniel Falk und nicht Frank. Sohn eines Perückenmachers aus Danzig!
    Viele Grüße
    Belcanto

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von waldkind
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    Zitat Zitat von Rudi Bellon Beitrag anzeigen
    O du fröhliche,o du selige
    gnadenbringende Weihnachtszeit !
    Christ ist erschienen,
    uns zu versühnen:
    Freue,freue dich,o Christenheit !

    Johann Daniel Frank,der Schöpfer dieses meistbekannten Weihnachtsliedes,wurde
    am 28.Oktober 1768 in Danzig geboren.Er starb am 14.Februar 1826 in Weimar.
    Lieber Rudi,
    da bin ich mir sicher, dass Christus möchte, dass sich alle Welt versöhnt, so auch die Polen und Deutschen und die Danziger (ob polnischer oder deutscher Natur) und dass Er uns zur Unterstützung unserer Überwindungs- und Versöhnungsaktivitäten seine Gnade schenkt. Da der Urheber dieses Liedes auch noch am 14.Februar starb, dem Tag aller Liebenden, wollen wir dies als guten Wegweiser sehen. Hatte ich nicht gewusst, dass das Lied aus Danzig kommt, habe es immer gerne gemocht.
    :heart:lich Miriam für eine gute Weihnachtszeit

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von Rudi Bellon, + 24.08.2010
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    Standard J.D.Falk

    Lieber Belcanto,
    ist doch klar es sollte ja Falk sein und nicht Frank.
    Danke für den Hinweis.Werde mich bessern
    Schönen Tag und Grüße von Rudi




  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Standard AW: Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

    Das Thema Johannes Daniel Falk hatten wir schon mal.
    Johannes Daniel Falk ( 28. Oktober 1768 in Danzig; † 14. Februar 1826 in Weimar) war evangelischer Laientheologe, Schriftsteller und Kirchenlieddichter und gilt als Begründer der Rettungshausbewegung und Jugendsozialarbeit.
    Als Falk 1797 nach Weimar zog, war Goethe maßlos erzürnt und wollte, dass der Emporkömmling in Weimar kein Asyl bekommen sollte. Dies lehnte der Fürst aber ab. Goethe hatte sich über das Marionettenspiel, von Falk „Die Prinzessin mit dem Schweinerüssel“, das den Weimarer Hof karikierte aufgeregt und Falk als Narr bezeichnet.
    Das heute weitläufig bekannte Weihnachtslied:“Oh du Fröhliche, oh du selige“, war ursprünglich nicht nur als Weihnachtslied, sondern als „Allerdreifeiertagslied“ gedacht das an Weihnachten, Ostern und Pfingsten gesungen werden sollte. Wobei die erste Strophe immer mit: Oh du fröhliche, oh du selige“, beginnt. Dann folgt im Gegensatz zur Weihnachtsliedversion ein entsprechender Text zu Ostern oder Pfingsten.
    Erst der Kirchenlieddichter Heinrich Holzschuher hat 1826 den Text bearbeite und ein Weihnachtslied daraus gemacht, so wir wir es heute kennen.

  6. #6
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    Standard AW: Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

    Belcanto#5
    Gerhard Jeske -Zuvor wünsche ich allen Teilnehmern, je nach Lage der Gesundheit und des Wohlstandes, ein empfindsames Weihnachstsfest.
    Betrifft Johann Daniel Falk. Im Mecklenburgischen Kirchengesangbuch von 1905 sind vier Lieder von J.D. Falk abgedruckt.( Im Anhang)
    1. Lied 28 ) O du fröhliche, o du selige, gnaden bringende Weihnachtszeit ( Melodie: o sanetissima)
    2.O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit. Welt mlag in Banden, Christ ist erstanden, freue dich, o Christenheit. (drei Strophen)
    3.O du fröhliche, gnadenbringende Pfingstzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister: freue, freue dich o Christenheit, (drei Strophen)
    Seite 616- Lied 44 im Anhang- Wie mit grimmgen Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmes schlägen.
    Einer ist der in der Nacht, einer ist, der uns bewacht,Christ Kyrie! komm zu uns auf die See.
    Im Anhang der Liederdichter ist Falk nicht erwähnt, weil er nicht zu den Theologischen Liederdichtern zählte, eher zu den Volksliedermachern.
    Im Evangelischen Kirchengesangbuch der Ausgabe Schleswig Holstein- Lauenburg - Hamburg- Eutin 1954 finden wir von Falk:
    Seite 404. Oh Du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachstszeit:
    Melodie: Sizilien vor 1789- bei Gottftried Herder 1802
    Strophe 1; Johannes Daniel Falk, Strophe 2-3 späteren Ursprungs.
    und auf Seite 498: Wie mit grimmgen Unverstand Wellen sich bewegen.
    Das Verhältnis zu Goethe hatte sich positiv verändert und beide hegten einen intensiven Gedankenaustausch.

  7. #7
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Standard AW: Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

    Während der Weimarer Zeit verkehrte er natürlich auch mit Goethe- an Goethe kam damals niemand vorbei, der Literarische Ambitionen hatte. Ferner hatte er mit Johann Gottfried Herder und Cristoph Martin Wieland Kontakt. (siehe u.a Online-Veröffentlichung in Projekt-Gutenberg-DE).Goethe empfand das o.a Marionettenstück als Majestätsbeleidigung. Falke wollte dem Vater nicht nachfolgen, er fühlte sich zu Höherem berufen und studierte in Halle Thelogie. Pfarrer wurde er jedoch nie. Er heiratete und hatte mir seiner Frau sieben Kinder: Vier davon starben an Typhhusseuche die Weimar heimsuchte. (siehe auch Rhein-Zeitung: Panorama vom 23.12. seite 27)

  8. #8
    Forum-Teilnehmer Avatar von sarpei
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    Standard AW: Johannes Daniel Falk: O du fröhliche...

    Hallo miteinander,

    hier mal eine andere Art der 'Berichterstattung' als ein Wikipedia-Artikel ...

    aus: Preussische Provinzialblätter, 1832, 1. Band, S. 153 - 156

    Johannes David Falk - Ein Nachruf von Dr. Nicolovius
    -----------------------------------------------------

    Johannes Falk, von Geburt ein Danziger, ist wegen seines wackern und thätigen Lebens bei den Deutschen zu bekannt, als daß ich nöthig hätte, über ihn hier mehr anzuführen, als die Erinnerung an seine frühere und spätere Beschäftigung erheischt. Wie er nämlich bis in sein kräftiges Mannesaiter als Satiriker bewundert und geschätzt wurde, so durfte man ihm auch in seiner letzten Lebensperiode, als Lehrer und Vorsteher einer Erziehungsanstalt für verwilderte Knaben, an welcher Stelle er sich bis an seinen Tod immer gleich treu und zu jeglicher Aufopferung bereit erwiesen, die größte Achtung nicht versagen.

    Die Betrachtung, auf welche Weise schon so viele bedeutende Köpfe sich von der größten Lebenslust und Freudigkeit allmälig dem Extreme zugewendet haben, hatte meine Gedanken auch häufig auf Falk geleitet, so daß seine Erscheinung nicht ohne Interesse für mich war. Als ich nun in den letzten Monaten des Jahres 1825 Weimar, einst das deutsche Athen, durchstreifte, da versäumte ich nicht, diesen merkwürdigen Mann zu besuchen. Ich fand ihn auf dem Vorhofe seines Hauses, umgeben von vielen in Linnen gekleideten Knaben. Freundlich leitete er mich die Treppe hinauf, während wir einzelne Bewillkommnungsworte mit einander wechselten, die er jedoch alsbald auf eine originelle Art weiter auszuspinnen wußte. „Ja" rief er mir lebhaft zu (als wir uns gesetzt), „was bin ich? Was ist meine Anstalt?" - „Ein Adler," fiel er darauf überzeugt ein, „ein Adler ist mein Institut, und ich bin kaum das äußerste Ende seines Fittichs!" Wir sprachen viel über die Einrichtung seines Hauses, und als ich ihm ein peinliches und unbehagliches Gefühl darüber äußerte, daß er in der Mitte unter gefährlichen Buben wohne, erwiederte er mir ganz gelassen, daß gerade die ser Gedanke für ihn die größte Wollust sei. „Diese Thüren," sagte er, „durch die ich tausendmal aus- und eingehe, und diese Dielen, die wir betreten, sind von zwei Mördern so bunt ausgelegt. Der eine tödtete in derWuth seinen Vater, und der andere hat sich eines ähnlichen Verbrechens schuldig gemacht. Die That ist nicht erwiesen, indeß höchst wahrscheinlich. Dieses Sopha, auf dem wir sitzen, ist von den Händen mehrerer ruchlosen Kinder verfertigt, welche theils noch verderbt, theils aber Gottlob! schon gebessert sind. Die Thore sind offen, fuhr er fort, sehen Sie hin, und kein Zögling ist mit Ketten gebunden, auch hütet kein Wächter den Ausgang; - so ist es schon mmer gehalten, und dennoch ist kein Verwahrloster uns entlaufen, bis auf zwei, die nach wenigen Tagen voller Reue wieder zurückkamen."

    So stand Falk da, als ein liebevoller Vater vieler bösgearteten Kinder. Er liebte das Gespräch und ward leicht zutraulich und mittheilend. Ein Wort gab das andere, und so kam es, daß ich wohl über 2 Stunden, unter wahrhaft interessanten Gesprächen, bei ihm verweilte. Ungeachtet er sehr viele Trübsale erduldet hatte, fühlte er sich doch größtentheils zufrieden. „Denn es bleibt wahr," sagte er, „daß selbst ein Botani-Bay demjenigen eine reichhaltige Welt sein kann, der Zufriedenheit im reinen Herzen trägt, und daß auch das herrlichste Eldorado dem Ungenügsamen keine Ruhe geben kann. Wohl dem, der mit frohem Sinn die irdischen Paradiese durchwandelt, Liebe zur Heimath behält, und neue Freude für den heimischen Heerd einsammelt. Schleicht alsdann auch einmal die Sehnsucht nach einem andern Orr in unsere Seele, so bringt sie immer Schätze der Erinnerung mit, welche beseligen und heiligen."

    Tages darauf begegnete ich einem meiner Freunde, der von Eger aus eine Reise unternommen, die ihn auch nach Weimar geführt hatte. Wir freuten uns, beisammen zu sein, und faßten sogleich den Vorsatz, alles Merkwürdige dieser anmuthigen und ruhmwürdigen Residenz in steter Gesellschaft aufzusuchen. Sein erstes Begehren war Göthe'n, und sein zweites, Falk zu sprechen. So befand ich mich denn, durch den sonderbarsten Zufall, nach einem Tage schon wieder bei dem Letztern. Falk unterrichtete uns über den jetzigen Zustand Weimar's, den er freilich nur mit seinem Auge anzuschauen und darnach zu beurtheilen im Stande war. Als hierbei die Rede auf Göthe'n fiel, bekannte er frei seine fast ungetheilte Belehrung dieses großen Mannes, indem er in Extase zu gerathen schien. „Ich weiß," sprach er, „eine wahre Anecdote aus Göthe's Leben, die ich selbst erlebt habe, und die ihm zum höchsten Lobe gereicht. Sie gehört in die Zeit der unglücklichen Schlacht bei Jena, und ich muß mich wohl hüten, sie zu erzahlen, weil es mich zu sehr angreifen würde. Übrigens verspreche ich Ihnen, daß sie nicht untergehen und vergessen werden soll; denn ich will und muß sie für die Nachwelt sichern." Ob er dies gethan, ist mir unbekannt. Er wußte bald auf die Religion überzugehen und sprach vieles ächt Fromme, worunter mancherlei Ideen waren, welche mein Begleiter und ich gern sämmtlich in unserem Gedächtnisse bewahrt hätten. Bei unserem Fortgehen begleitete er uns noch und zeigte uns mit dem sichtbarsten Vergnügen, ja mit der feurigsten Begeisterung ein großes Gebäude, welches durch die Verbrecherkinder selbst aufgeführt wurde. „Der Schweiß ist einmal des Menschen Fluch , " sagte er, „aber der Segen keimt nebenbei auf."

    Bei meiner Abreise aus Weimar hielt ich es für meine Pflicht, Falk, der mich mehrmals so gütig aufgenommen hatte, nochmals zum Abschiede zu begrüßen. Allein wie sehr erschrack ich, als ich die Nachricht erhielt, daß er an einer bedenklichen Krankheit schwer darnieder liege! Seine brave Frau und achtungswürdige Tochter führten mich an sein Bett, das zugleich sein Sterbebett war. Bleich, abgezehrt und entnervt lag er da. In seinem Gesicht spiegelte sich göttliche Zufriedenheit und Demuth; aus seinem dunkeln Auge leuchtete noch, wiewohl in matten Strahlen, sein Geist hervor. Er versuchte, sich ein wenig zu erheben, was ihm jedoch seine Kräfte versagten, und nachdem er für meine Theilnahme gedankt, schilderte er mir seinen Zustand als einen, dem bald der seligste folgen werde. Ein jedes Wort kostete ihm bedeutende Anstrengung, worüber uns Umstehenden beinahe das Herz brach. Nach einer Pause ergriff er krampfhaft meine Hand und sagte mir ein herzliches Lebewohl. „Sie reisen nach Berlin," sagte er mit leiser Stimme, „grüßen Sie ja Alle, die es mit dem Christenthume christlich meinen, und es weder für Spiel und Tand, noch für Tanz und Gaukelei halten."

    Dies waren die letzten Worte, welche er an mich richtete, und er schien darnach gänzlich erschöpft. Wie ich späterhin erfahren, so hat er noch viele Schmerzen ausstehen müssen, und man versicherte mich, daß er zehn Jahre hindurch seinen Körper beinahe gänzlich der Luft entzogen, und sich daher eine so schmerzenvolle als widerliche Krankheit zugezogen habe. Er starb in seinem sechsundfünfzigsten Lebensjahre an dem vierzehnten Februar des Jahres 1826.


    Viele Grüße

    Peter

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