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Thema: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

  1. #1
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    Standard Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    http://coolhaus.de/art-of-controversy/ Arthur Schopenhauer: Die Kunst, Recht zu behalten („Online“-Version dt./eng. – „... hier ist eine gewisse pessimistische Grundtendenz herauszuhören, die man nicht unbedingt teilen muss“ [Wolfgang Naujocks]) –
    Weiteres über den Westpreußen Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Danzig, † 21. September 1860 in Frankfurt am Main): http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur Schopenhauer

  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von Heibuder
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    Standard Schopemnhauer

    Hallo, Regina, wo bleibst Du?

    Dies schriebst Du am 14. Februar in Danzig-L!
    Es paßt gut hier rein!

    Guten Tag,
    am 22.Februar 2008 wuerde Arthur Schopenhauer 200 Jahre alt sein.
    An diesem Tag wird um 11.oo Uhr an seinem Haus in der Heiligen Geist
    Gasse 47 eine Gedenktafel eingemauert
    Ich wuenschte mir, dass an diesem Tag die Sonne so schoen scheint, wie
    heute.
    Was macht man dann eigentlich - legt man da Blumen hin?
    Ich hoffe bald mit Euch zusammen zu sein.
    Liebe Gruesse aus Danzig
    Regina
    Geändert von Heibuder (16.02.2008 um 19:17 Uhr) Grund: Ergänzungen, da zu schnell abgeschickt!
    Es grüßt der Heibuder!

    "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Daniel Hebron
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    Hallo @Heibuder,

    glaube er wird eher 220 Jahre alt werden.

    Gruss
    Daniel

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von Heibuder
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    Standard Schopenhauer

    Ich bitte um Nachsicht, Daniel. Hast ja recht!
    Reginas Beitrag übernahm ich ungeprüft hierher!

    Kontrolle hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Schopenhauer
    Es grüßt der Heibuder!

    "Erinnerungen sind Wärmflaschen fürs Herz." (R.Fernau)

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von Regina
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    Standard Schopenhauer

    Liebe Danziger und Freunde.
    Am Freitag wurde die Gedenktafel fuer Arthur Schopenhauer in der Heiligen Geistgasse 45/47 enthuellt.An der Feier hat der Stadtpraesident, Vertreter des Konsulates und eine ganze Gruppe der Minderheit. der Universitaet, Einwohner der Strasse und andere teilgenommen.Angefangen wurde es mit einem Auftritt der Mama Schopenhauer und des kleinen Arthurs, beide waren in einer altdanziger Tracht.Der Junge hat ein Gedicht ueber die Nichtigkeit des Lebens deklamiert.Danach hat der Stadtpraesident eine Rede ueber den Philosophen gehalten und denen gedankt die jahrelang um
    diese Tafel gekaempft haben dh.dem Prof. Januszajtis, der Minderheit mit Herrn Olter, der Uni und den Einwohnern der Strasse. Enthuelt hat die Tafel der kleine Artuhr. Sie wurde von einem Bildhauer hergestellt, die Farbe ist so wie der Strandsand.Die Aufschriften sind in vier Sprachen:
    polnisch, englisch, deutsch und russisch.Sie haengt etwas zu hoch, ueber
    dem Fenster. Auf einem alten Foto ist sie auch ueber dem Fenster, aber damals war das Fenster niedriger, ohne dem Anbau, der heute unansehlig
    ist.
    Herzliche Gruesse aus Danzig
    Regina

  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von perepere
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    Kamera Schopenhauer

    Hallo Regina,
    gibt es ein Foto von der Gedenktafel. Ich kann mich noch erinnern, wie wir um diese Gedenktafel im alten Forum gerungen haben.
    Gruss Peter Rembold

  7. #7
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Zitat Zitat von perepere Beitrag anzeigen
    Ich kann mich noch erinnern, wie wir um diese Gedenktafel im alten Forum gerungen haben.
    oh, ohh, ohhh, ja, wir haben gesammelt, gespendet, und dann ist alles in die Hosen gegangen. Ich habe mir das Geld von der Deutschen Minderheit zurückholen und rücküberweisen müssen.

    Umsomehr verwundert es mich nun, dass es trotz schier nicht zu überwältigender Hindernisse möglich war, die Gedenktafel zu errichten. Wie kam es dazu?
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  8. #8
    Benutzer Avatar von Pomuchel
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    Standard

    Hallo Perepere,
    http://www.gdansk.pl/g2/2008_02/18366_filebig.jpg
    Merh Fotos am: gdansk.pl
    Hochachtungsvoll
    virt. Prof. Grün
    www.rzygacz.webd.pl/pomuchel/archiv.html -
    Danziger Dienstleistungen jeglicher Art
    Nachforschungen in Archiven (Danzig und Umgebung)
    Historische und heutige Bilder von Danzig
    Kontakt über PN

  9. #9
    Forum-Teilnehmer Avatar von Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
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    Standard Schopenhauer

    Vielen Dank für die Fotos.....
    Vielleicht kommt später noch eins wo man den Schriftzug genau erkennen kann!!!!
    Viele Grüße
    Hans-Jörg (Brösen)

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Heibuder
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    Standard Schopenhauer-Gedenktafel

    ...danach habe ich auch schon gesucht. Die "Amateurfotos" in gdansk.pl sind wenig ausdrucksstark.
    Keiner hat daran gedacht, die Tafel nach der Enthüllung gezoomt zu fotografieren.
    Auf einem anderen Foto ist der Text sehr schlecht und unvollständig zu entziffern.
    Der nächste Danzig-Reisende aus dem Forum erhält hiermit den Auftrag aller Mitglieder,
    ein gut lesbares Foto der Tafel mitzubringen!
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken  
    Es grüßt der Heibuder!

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  11. #11
    Moderatorin Avatar von Helga
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    Die jetzt enthüllte steinerne Platte trägt die Inschrift:

    In diesem Gebäude wurde am 22. Februar 1788 der Philosoph
    Artur Schopenhauer geboren.

    Der Text ist dort auch in polnischer, englischer und russischer Sprache
    eingraviert.
    Viele Grüße
    Helga

    "Zwei Dinge sind unendlich, die menschliche Dummheit und das Universum, beim Universum bin ich mir aber noch nicht sicher!" (Albert Einstein)

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von Heibuder
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    Danke, Helga, ich konnte es nur ahnen!
    Es grüßt der Heibuder!

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  13. #13
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    Standard Die Arthur Schopenhauer-Feiern 1938

    Die Schopenhauer-Feiern 1938
    Unbekannte Dokumente
    ArthurHübscher (Frankfurt a. M.)

    Die bevorstehenden Schopenhauer-Tage (125. Todestag am 21. September 1985 und 200. Geburtstag am 22. 2. 1988) haben noch einmal die Erinnerung an die Gedenkfeier des Jahres 1938 wachgerufen — die einzige Veranstaltung, die das NS-Regime Arthur Schopenhauer gewidmet hat. Es handelt sich um die zum 150. Geburtstag durchgeführte sogenannte „Reichsfeier" in Danzig, deren Hintergründe Gegenstand eines im Bundesarchiv Koblenz verwahrten Aktenkonvoluts (NS 15, Bd. 229) sind. Photokopien sind mir vor kurzem zugänglich gemacht worden, sie liegen der folgenden Darstellung zugrunde.
    Seit 1933 hatte die Schopenhauer-Gesellschaft aus verständlichen Gründen auf ein öffentliches Hervortreten in Vorträgen und wissenschaftlichen Tagungen verzichtet. Sie beschränkte ihre Arbeit auf die Herausgabe ihres Jahrbuchs, das alljährlich zum Geburtstag Schopenhauers am 22. Februar herauskam. Der 150. Geburtstag traf mit einem Jubiläum der Gesellschaft zusammen: das 25. Jahrbuch erschien als ein Buch festlichen Gedenkens, mit zahlreichen Beiträgen aus dem In- und Ausland, die sich zu einem schönen Zeugnis für die Weltgeltung Schopenhauers zusammenschlössen. Wir verzichteten auch in diesem Jahr auf eine eigene Veranstaltung, wir warteten, ob und wie die offiziellen Stellen sich des Gedenkjahrs erinnern würden. Man erinnerte sich schon ziemlich frühzeitig, in Danzig, der Geburtsstadt Schopenhauers, die seit dem Versailler Vertrag als Freie Stadt Danzig mit selbständiger Staatspersönlichkeit unter dem Protektorat des Völkerbundes einen zähen Kampf um ihre Selbstbehauptung zu führen hatte, nach außen und nach innen, gegen die Ansprüche des polnischen Nachbarn, mit dem eine Zollunion bestand, und gegen den rüden Übermächtigungswillen der in einem „Gau Danzig" bereits anwesenden Machtordnung des neuen Deutschen Reiches von 1933. Der Zwiespalt zwischen der Gauleitung und den im Senat repräsentierten Landesbehörden trat bei allen verwaltungsmäßigen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen offen zutage. Das Ob und Wie einer zu planenden Schopenhauer-Feier bietet ein gutes Beispiel.
    In den Koblenzer Dokumenten findet sich der erste Hinweis in einer Anfrage der Gauleitung Danzig, Gauschulungsamt, Hauptstelle Theoretische (so!) Schulung, vom 30. September 1937 an die Reichsleitung der NSDAP, Amt für Schulung, Berlin W 35: „Im Februar des nächsten Jahres jährt sich der 150. Geburtstag Schoppenhauers (so!). Da er in Danzig geboren ist,ergibt sich die Notwendigkeit, an diesem Tage Schoppenhauers (so!) besonders zu gedenken. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, ob wir imGau Danzig entsprechende Feiern durchführen sollen." (Unterzeichnet von einer Schreibkraft.)
    Am30. Oktober 1937 bringt der Gauschulungsleiter Wilhelm Löbsack dem Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP den Gedenktag unmittelbar in Erinnerung: Der Gauleiter beabsichtige eine würdige Durchführung. „Mit den Vorbereitungen hierzu bin ich beauftragt. Ich bitte Sie, mir mitzuteilen, welche Pläne zu diesem Tage in Deutschland von Ihrer Dienststelle vorgesehen sind, wie Sie sich überhaupt hierzu stellen. Wie stehen Sie zu der Schopenhauer-Gesellschaft in Deutschland? Wir wären Ihnen dankbar, wenn wir recht bald Ihre Antwort bekommen könnten."
    Am 30. November 1937, zwei Monate nach der ersten Anfrage, muß Löbsack nochmals durch Eilboten eine Antwort anmahnen. „Leider haben wir bis heute noch gar nicht von Ihnen gehört. Wir möchten Sie daher dringend bitten, uns wenigstens mitzuteilen, was Sie vorhaben, denn es wird jetzt Zeit, daß wir mit den Vorbereitungen für eine würdige Durchführung der Feier in Danzig, als die (so!) Geburtsstadt Schopenhauers beginnen. Geben Sie uns wenigstens einen kurzen Bescheid, ob Sie überhaupt etwas vorgesehen haben."
    Daraufhin gibt nun Professor Alfred Baeumler, der Leiter der Abteilung Wissenschaft im Amt Rosenberg, eine richtungweisende Antwort. Müssen wir Baeumler (1887—1967) vorstellen? Er hatte zu Anfang der zwanziger Jahre mit Arbeiten über Kant und Hegel begonnen, hatte dann seinen Weg zu Bachofen gefunden, dem Mythologen der Romantik, der ihn zeitweise in einen Briefwechsel mit Thomas Mann brachte, er war zu Nietzsche fortgegangen, ein umstrittener Herausgeber und Interpret nicht des mittleren, sondern des späten Nietzsche, der ihm eine zeitgerechte Laufbahn wies: in der Doppelrolle als Direktor des Instituts für politische Pädagogik an der Universität Berlin und als Abteilungsleiter im Amt Rosenberg. Seine Antwort an Löbsack, vom 1. Dezember 1937, lautet:
    „Der150. Geburtstag Schopenhauers muß, wie Sie richtig sagen, in würdiger Weise gefeiert werden. Wir halten es jedoch nicht für angebracht, im Reiche eine von der Danziger Feier getrennte Feier abzuhalten. Es erscheint uns vielmehr richtig, daß des deutschen Philosophen Schopenhauer auch für das Reich an der Stelle gedacht wird, an der er geboren ist.
    Die Philosophie Schopenhauers vereint in sich sehr verschiedenartige Elemente. Sie hat den Erlösungsgedanken aufgenommen und ist ihrer innersten Tendenz nach ungeschichtlich. Insofern steht sie zu unserer Weltanschauung in Widerspruch. Andererseits aber bedeutet Schopenhauer als Charakter wie als Denker (vgl. insbesondere auch seine Stellung zum Judentum) außerordentlich viel für uns. Es wäre wünschenswert, wenn über die Seiten der Philosophie Schopenhauers, die bei dieser Gedenkfeier vor allem ins Licht zu rücken wären, rechtzeitig eine Verständigung zwischen Ihnen und uns stattfände.
    Heil Hitler!Alfred Baeumler"
    Die Ansicht, daß die Danziger Feier für das ganze Reich gelten solle, bringt die Gauleitung am 15. Dezember 1937 vorsichtshalber auch beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda vor, unter Berufung auf das Amt Rosenberg. Einwendungen werden anscheinend nicht erhoben. Und nun werden die Vorbereitungen ernstlich in Angriff genommen. Am 1. Januar 1938 wendet sich der Direktor der Landeskulturkammer der Freien Stadt Danzig, Dr.Goergens, an Baeumler mit der Bitte um ein Geleitwort Rosenbergs für eine bereits geplante Festschrift —und natürlich auch um einen Beitrag Baeumlers für diese Schrift. Die Bitte um den Festvortrag trägt Gauleiter Albert Forster am 5. Januar dem „lieben Parteigenossen" Rosenberg noch besonders vor und erhält sogleich die Zusage. Aber schon der Brief des Dr. Goergens zeigt, daß die federführende Rolle jetzt von den Parteistellen zu den städtischen Gremien übergeht. Ohne daß vorher davon die Rede gewesen wäre, wird der Plan einer anschließend an die offizielle Reichsfeier durchzuführenden wissenschaftlichen Vortragsreihe vom 22.—25. Februar unter Beteiligung des Auslands mitgeteilt. Man hat bereits namhafte Redner gewonnen, Auflagen nach Baeumlers Vorschlag hat man ihnen nicht gemacht. Es waren Prof. Liljequist (Universität Lund), Prof. Emile Bréhier (Sorbonne), der in französischer Sprache reden werde, Dr. Arthur Hübscher als Vorsitzender der Schopenhauer-Gesellschaft, der Indologe Prof. Heinrich Zimmer (Universität Heidelberg) und Dr.Paul Feldkeller (Berlin).
    Reichlich verspätet, ungenügend unterrichtet wendet sich Gauschulungsleiter Löbsack am 7. Januar 1938 nochmals an Baeumler. Er bittet ihn um Unterstützung für Prof. Ehrenstein, der nach Berlin gefahren sei, um Material für eine bei der Feier zu eröffnende Schopenhauer-Ausstellung zu beschaffen, er bittet insbesondere, mit Ehrenstein die Frage abzuklären, „wie wir uns hinsichtlich der jüdischen Interpreten Schopenhauers bei der Ausstellung verhalten sollen".
    Mit Walter Ehrenstein, Professor für Psychologie an der Technischen Hochschule Danzig, tritt eine neue Figur ins Spiel der Kräfte, eine nicht eben durchsichtige, aber anscheinend allseits genehme Mittlerpersönlichkeit zwischen widerstreitenden Ansichten in der Gauleitung, aber auch zwischen Gau und Freier Stadt Danzig und zwischen der Gauleitung und der Berliner Zentrale. Er hatte bei seinen Besprechungen mit der Berliner Staatsbibliothek Erfolg, er knüpfte, um geeignete Leihgaben zu erhalten, die Verbindung zum Frankfurter Schopenhauer-Archiv an und machte sich, als er auf Zurückhaltung stieß, persönlich auf die Reise von Berlin nach Frankfurt. Er wünschte Originale zu bekommen, von Briefen, vonManuskripten, vonBildnissen, und man wollte ihn mit Photokopien abspeisen. Er war, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen, zweimal in Frankfurt, dazwischen, am 15. Januar, in München, nicht nur, um meine Unterstützung in Frankfurt zu erbitten, sondern vor allem, um mir die Einladung der Stadt Danzig zu dem mir zugedachten Vortrag zu überbringen. Daß es die Stadt war, nicht die Gauleitung, die einlud, hat mir die Zusage erleichtert. Allerdings: Hätte ich ablehnen können, wenn die Partei eingeladen hätte —im Interesse der Gesellschaft, ja in meinem eigenen Interesse?
    Ehrenstein konnte mit guten Ergebnissen nach Danzig zurückkehren. Er hatte, wohl über seinen ursprünglichen Auftrag hinaus, auch ein neues, alsbald in Angriff genommenes, aber noch streng geheim gehaltenes Projekt vorbereitet: die Bekanntgabe des Programms der Veranstaltungen in einer eigenen kleinen
    „Festschrift". Mit diesem Plan setzt im Hin und Her der Instanzen und Interessen eine Sonderentwicklung ein, über die uns weiter nichts bekannt ist, deren Ergebnis aber den Teilnehmern an den Feiern überreicht wurde, in Gestalt der „Festschrift zum 150. Geburtstage von Arthur Schopenhauer. Gedenkfeier in seiner Geburtsstadt Danzig vom 21.—26. Februar 1938. Veranstalter: Gauleitung der NSDAP, Gau Danzig / Senat der Freien Stadt Danzig" — die Gauleitung also an erster Stelle, für den ersten Tag der Feier, die Stadt an zweiter Stelle für die „Schopenhauer- Woche" der nächsten Tage. Die 28 Seiten umfassende, vorzüglich ausgestattete, auf bestes Papier gedruckte und mit sechs guten Reproduktionen von Bildnissen und einer Ahnentafel Schopenhauers bereicherte kleine Schrift enthielt neben dem Veranstaltungsprogramm zunächst Geleitworte der in geordnetem Wechsel sorglich die Hierarchie wahrenden Vertreter von Partei und Freier Stadt —Staatsrat Albert Forster, Gauleiter der NSDAP in Danzig; Arthur Greiser, Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig; Wilhelm Löbsack, Gauschulungsleiter, und Adalbert Boeck, Senator für Volksbildung, Wissenschaft, Kunst und Kirchenwesen in der Freien Stadt —,weiter eine kurz gefaßte Darstellung von Leben und Lehre Schopenhauers, die Ehrenstein in München zu einer ersten Unterrichtung über den Philosophen von mir erbeten hatte, sowie einen Aufsatz Ehrensteins über „Schopenhauers Pessimismus und wir". Im Programm der „Schopenhauer- Woche" erschien anstelle des unerwünschten Feldkeller 2 nun nochmals Ehrenstein. Das Ganze ergab den Schein einer inneren Einheitlichkeit, um die doch bis zuletzt gerungen wurde. In den Koblenzer Akten ist von dieser am 22. Februar herausgebrachten „Festschrift" nicht die Rede, der Name Festschrift meint dort immer noch die von Anfang an vorgesehene, aber nun in den Hintergrund gedrängte Veröffentlichung der Vortragsreihe.
    Löbsack, der am 7. Januar 1938 den Besuch Ehrensteins in Berlin angekündigt hatte, wußte damals noch nicht, daß Rosenberg die Festrede halten werde. Er erfuhr es erst am 12. Januar und berichtete es überflüssigerweise gleich an Baeumler, er sprach auch von der Vortragsreihe: er würde sich sehr freuen, wenn
    auch Baeumler dabei das Wort nähme. Leider hat er noch immer ein vorläufiges Programm in Händen, in dem ein unbestimmtes Mitglied der Schopenhauer-Gesellschaft und statt Zimmer der Königsberger Indologe Glasenapp erscheinen.
    Man sieht: Löbsack ist abgedrängt, die Stadt behauptet sich zeitweise in auffälliger Weise vor der Partei. DieEinladungen zur Schopenhauer- Woche gehen vom Senat der Freien Stadt Danzig aus.
    Inzwischen, am 3.Januar 1938, hatte die Gauleitung Hessen-Nassau, Frankfurt a. M.,beim Amt Rosenberg eine Stellungnahme zu dem Plan der Stadt Frankfurt erbeten, am 20. Februar eine eigene Schopenhauer-Feier im Römer zu gestalten. Das Schreiben wurde am 6. Januar an Baeumler „zur Bearbeitung" weitergeleitet. Baeumler ließ sich Zeit, erst auf nochmalige Bitte „um baldmöglichst Stellungnahme" entschließt er sich, am 15. Januar, zu einer Antwort:
    „Da die Dinge sich erst in diesen Tagen entschieden haben, ist es mir erst heute möglich, Ihnen Antwort auf Ihr Schreiben vom 3. 1. zu geben. Der Gauleiter von Danzig hat Reichsleiter Rosenberg gebeten, die Rede zur Feier des 150. Geburtstags von Schopenhauer zu übernehmen. Reichsleiter Rosenberg hat
    dieser Bitte entsprochen. Es wird also am 22. Februar die Feier des Reichs zum 150. Geburtstag Arthur Schopenhauers in der Geburtsstadt Schopenhauers stattfinden, womit zugleich zum Ausdruck gebracht wird, daß die politische Trennung Danzigs vom Reich ohne Bedeutung für die geistige Einheit der Nation ist.
    Einer Feier der Stadt Frankfurt steht selbstverständlich nichts im Wege. Es würde jedoch bei der Lage der Dinge zweckmäßig sein, den Eindruck zu vermeiden, als ob die Feier der Stadt Frankfurt mit der in Danzig stattfindenden Feier des Reichs irgendwie in Konkurrenz treten wolle."
    So geschah es denn auch. In Frankfurt versammelte man sich am 19. Februar zu einer schlichten Morgenfeier, bei der ein Vortrag gehalten wurde: derselbe, den ich einige Tage später, wenig geändert, in Danzig hielt. Diese Veranstaltung konnte die „Reichsfeier" nicht stören, so wenig wie eine mit ihr verbundene
    Ausstellung oder zwei weitere, ohne besondere Feiern veranstaltete Gedächtnis-Ausstellungen in Altona und Dresden.
    — In den nächsten Tagen geht es in den Koblenzer Akten um die „Festschrift" Festschrift im ursprünglichen Sinn —,die im Anschluß an die „Schopenhauer-Woche" erscheinen soll. Hier wird wieder Dr.Goergens, der Direktor der Landeskulturkammer, tätig. Am 1.Februar schickt er Baeumler nicht nur fünf Einladungskarten zu den Feiern, er bittet ihn auch um das von Reichsleiter
    Rosenberg zugesagte Geleitwort. Goergens erhält schon am 3. Februar die Antwort Baeumlers, eine Zusage liege nicht vor, Rosenberg halte auch einen Abdruck aus dem Schopenhauer-Kapitel im „Mythus des 20. Jahrhunderts" nicht für erwünscht, „da es sich hier um eine im Zusammenhang notwendige Kritik an Schopenhauer handelt". Vielmehr stehe Reichsleiter Rosenberg auf
    dem Standpunkt, daß lediglich seine Rede auf der „Reichsfeier" dazu bestimmt sei, seine Stellungnahme zu Schopenhauer festzulegen. Diese Rede stelle er zur Verfügung. Leider könne auch er, Baeumler, selbst keinen wenn auch noch so kleinen Beitrag verfassen. Er hat dann freilich für den „Völkischen Beobachter" vom20. Februar einen längeren Aufsatz geschrieben, der seinen für Löbsack am 12. 12. 37 aufgeschriebenen Richtlinien entspricht: Da heißt es, das Gefährliche der Philosophie Schopenhauers liege nicht im Pessimismus als solchem, sondern
    in dem damit verknüpften Quietismus. „Der deutsche Mensch der Gegenwart sieht sich weit abgerückt von jeder quietistischen Philosophie, weil er einem Geschlecht sich angehörig fühlt, das sein geschichtliches Schicksal im Vertrauen auf die eigene Kraft wieder meistert. Dieses Geschlecht weiß, daß nur der
    Schaffende und Gestaltende, niemals der bloß Betrachtende ein gerechtes Urteil über das Dasein zu fällen vermag.
    Hielt Baeumler solche Worte imRahmen der Festschrift nicht für angemessen?
    Für das musikalische Programm hat er übrigens den Vorschlag, an die Spitze die Coriolan-Ouverture von Beethoven zu stellen und mit der Faust-Ouvertüre von Wagner zu schließen. „Das Hoch auf den Führer wird im Anschluß an die Faust-Ouvertüre ausgebracht" — auch dies muß sorglich vorbereitet, nicht etwa spontaner Begeisterung überlassen werden. Sonst aber sei
    die Zusammenstellung des Programms glücklich, mit Ausnahme des Dr.Feldkeller, gegen dessen weltanschauliche Haltung Bedenken vorlägen. Das Bedenken kam spät und nach verhältnismäßig langer Zeit kaum mehr eigentlich vermutet: noch am 31. Januar hatte Ehrenstein, um ganz sicher zu gehen,
    Feldkeller empfohlen, als Danziger, als vertraut mit der Philosophie Schopenhauers und insbesondere auch mit dem ihm zugedachten Thema. Aber die von Ehrenstein herausgesuchten Manuskripte der Staatsbibliothek für die Ausstellung
    hat Baeumler geprüft, eine Auswahl getroffen und die in einem Fall
    erforderliche Genehmigung des Ministeriums selbst eingeholt und die Übersendung veranlaßt. Was lag bei soviel Einvernehmen näher, als statt Feldkeller über „Schopenhauer und die deutsche Sprache" einfach Ehrenstein über „Schopenhauer als Psychologe" reden zu lassen? Es war übrigens der einzige Eingriff der
    Partei in die Vorhaben der Stadt, die ihre Aufgaben immer in sachlicher Weise zu erfüllen suchte, — auch die Ausgabe eines Satzes von drei Schopenhauer-Briefmarken rechtzeitig am 21. Januar gehörte dazu —es waren und blieben bis heute die einzigen Briefmarken, auf denen Schopenhauer jemals gezeigt wurde:
    weder imKaiserreich geschah dergleichen, noch in der Weimarer Republik, und auch die Bundesrepublik hat sich bisher nicht entschließen können, das Versäumte nachzuholen; unsere Schritte vor dem 100. Todestag 1960 blieben erfolglos.
    Die Veranstaltungen begannen mit einem Empfang des Senats am Abend des 21. Februar. Am22. kam die Ansprache Rosenbergs in der Aula der Technischen Hochschule vor den Vertretern der beiden Gruppen von Partei und Senat und vielen Gästen, unter denen nur der offiziell mächtigste und doch machtlose Mann in diesem Staatswesen fehlte: Carl J. Burckhardt, der Völkerbundkommissar, der dieses Amt seit 1937 innehatte. Er hat später, nicht über die Schopenhauer-Feiern, aber auf eindrucksvollste Weise über die geistig-kulturelle Umwelt berichtet, in der sie stattfanden, dieses Hinleben in heimlicher
    Bedrücktheit, Unsicherheit und irgendwie lauernder Gefährdung, in dem immer wieder ein Unbekannter auftaucht, der in Briefen oder einfachen, durch einen Boten übermittelten Zetteln ohne Unterschrift das Geschehen durch Zitate aus klassischen Autoren kommentierte und mit dem alten Danziger Geist konfrontierte,
    der republikanisch war, fromm und humanistisch. Es waren meistens Zitate von Schopenhauer.
    In der Ansprache Rosenbergs war erwartungsgemäß viel vom zersetzenden jüdischen Geist die Rede, aber merkwürdigerweise nichts vom lähmenden Pessimismus, vom Quietismus, im Gegenteil: Schopenhauer sei kein Mann des müden Verzichts. Was immer von außen komme, an inneren Bedrängnissen, Leid und Unglück hervortreten möge, es gelte sich dem Schicksal nicht knechtisch
    zu beugen, sondern den Lebenskampf heroisch zu bestehen. Schopenhauer selbst wird mit dem damals viel mißbrauchten Wort zitiert: „Das Höchste, was der Mensch erreichen kann, ist ein heroischer Lebenslauf." ImSinne Löbsacks, im Sinne Baeumlers war das kaum gesagt.
    Der Rede folgte die Enthüllung einer Schopenhauer-Büste vor der Aula durch Gauleiter Forster, dann, nach einer Stunde, die Enthüllung einer Gedenktafel am Geburtshaus Schopenhauers. Der Weg dorthin war für den Ortsunkundigen nicht leicht zu finden. Ich sehe mich noch mit Emile Bréhier, dem kleinen, einarmigen, im Kriege schwerverwundeten Mann zur Seite, den Weg erfragen —
    man hatte sich um die vom Senat geladenen Redner der kommenden Tage gar nicht gekümmert. Die Parteiprominenz mit Rosenberg und Baeumler verließ Danzig noch vor der Eröffnung der Schopenhauer- Ausstellung am Nachmittag des 22. Februar im Landesmuseum Oliva— dies und was jetzt noch kam, war den Herren nicht wichtig. Man bemerkte diese Distanzierung wohl,auch Prof. Liljequist, der erste Redner, der noch am Abend des 22. wieder im Auditorium Maximum die Vortragsreihe eröffnete, bemerkte es: nach den Dankesworten, die er an den Senat der Freien Stadt Danzig richtete, vergaß er nicht,hinzuzufügen,
    daß die Initiative zur Einladung von der Gauleitung der NSDAP, Gau Danzig, ausgegangen zu sein scheine, und „dementsprechend gilt mein Dank auch dieser Gauleitung".
    Baeumlers Mitwirkung an den ihm sichtlich wenig angenehmen Schopenhauer-Feiern war mit seiner Abreise beendet. Ich habe eine einzige kurze Begegnung mitihm gehabt. Er fragte mich, ziemlich abrupt: „Warum haben Sie nicht gesagt," — er hatte wohl den ersten Band meiner eben bei Brockhaus erschienenen Ausgabe im Auge —„daß Frauenstadt Jude war?" Meine Antwort:
    „Ich denke, das weiß man" wird ihm kaum überzeugend geklungen haben, immerhin: er nahm sie hin,ohne sie irgendwie mir nachzutragen. Ich habe ihn erst nach dem Kriege nochmals in München getroffen, er hatte nach leidvollen Erfahrungen seinen Weg zu Schopenhauer gefunden und hat einem als philosophische
    Anthropologie bezeichneten Auswahlband von Schopenhauer-Texten eine verständnisvolle Einleitung mitgegeben.
    Mit dem ersten Vortrag änderte sich die Luft,die über den Veranstaltungen lag. Man hatte den Rednern keine Auflagen gemacht, die im Untergrunde schwelenden politisch-weltanschaulichen Zwänge und Rücksichtnahmen schwanden, es herrschte der Geist reiner Wissenschaftlichkeit. In den Tagen
    vom 23.—26. Februar folgten einander die Vorträge von Prof. Bréhier, von mir selbst, von Heinrich Zimmer, dem Schwiegersohn Hofmannsthals, und schließlich von Walter Ehrenstein.
    Nach Abschluß der Vortragsreihe war noch die leidige Festschrift unter Dach und Fach zu bringen, deren Titel inzwischen für die aufwendige Programmschrift verbraucht war. Was jetzt nach einigen Wochen vorgelegt wurde, führte den einfachen Titel„Arthur Schopenhauer und sein Werk. Festrede und
    Vorträge anläßlich der Reichsfeier zum 150. Geburtstag des deutschen Denkers in Danzig" —eine Broschüre von 116 Seiten, auf billigem Papier gedruckt, mit bescheidenem Umschlag. Die Bildbeigaben waren auf zwei beschränkt: Schopenhauer
    nach dem Gemälde von Julius Hamel (1856) und Reichsleiter Alfred
    Rosenberg (Photo: Heinrich Hoffmann). Das Geleitwort mußte, nachdem Rosenberg und Baeumler sich versagt hatten, wohl oder übel ein Geringerer schreiben. Man entschied sich für Löbsack, der den ersten Anstoß zu den Feiern gegeben hatte; er unterzeichnete nach so mancher Demütigung nun im vollen
    Glänze seines Titels: „Gauschulungsleiter der NSDAP und Gauvertreter des Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP".
    Vom Ausgang der kläglichen, von widerstreitenden Meinungen und Interessen, offenen Machtkämpfen und heimlichen Intrigen erfüllten Geschichte berichtet ein letzter bei den Akten NS 15 des Bundesarchivs liegender Briefwechsel, in dem es um die endgültige Bezahlung der Veranstaltungen geht. Am 19. März 1938 schreibt Dr.Goergens an Baeumler: „Betr.: Übernahme eines Kostenanteils. Wie mir Gauschulungsleiter Löbsack mitteilte, hat Reichsleiter
    Rosenberg sich seinerzeit bereit erklärt, einen Anteil an der Danziger Schopenhauer-Feier bis zu RM 500.— zu übernehmen. Ich bitte um Ihre gefl. Mitteilung, ob es Ihnen möglich ist, folgende Beträge von dort aus zu begleichen ..."
    Es folgt eine Aufstellung der Reisekosten- Vergütungen für die Redner der Schopenhauer- Woche und der Unkostenbeträge aus der Leihgabensendung zur Schopenhauer-Ausstellung, in schwedischen Kronen, französischen francs und Reichsmark —im Ganzen bedeutend mehr als 500 RM; „die Unkosten lagen
    wesentlich höher, als vorauszusehen war". Die Bitte wird von Baeumler am1. Aprilschroff abgewiesen: Rosenberg habe sich lediglich bereit erklärt, einen Anteil an den Unkosten für die Versicherung der Berliner Schopenhauer-Handschriften zu übernehmen. „Voneiner generellen Beteiligung an den Unkosten
    war zwischen uns niemals die Rede." So blieb die Bezahlung der Freien Stadt Danzig überlassen.
    Der herzliche Beifall,der allen Vorträgen in dem immer überfüllten Auditorium Maximum folgte, mochte die Wünsche der Veranstalter immerhin erfüllt haben. In dem sachlich nüchternen Bericht, den Prof. Ehrenstein über die Abfolge der Veranstaltungen im 26. Jahrbuch der Schopenhauer-Gesellschaft 1939 erstattet hat, konnte nicht einmal andeutungsweise sichtbar werden, wie
    wenig diese Wünsche von klaren Vorstellungen über Schopenhauer, sein Weltbild, seine Gegenwartsbedeutung getragen waren, wie wenig sie nicht einmal in allgemeinen weltanschaulichen und ethischen Grundfragen zusammenstimmten,
    wie fragwürdig und brüchig im Ganzen das geistige Fundament war, auf dem man sich bewegte. Davon zeugte wohl mancher stille Händedruck, den ich damals erhielt. Aber die Lücke einer kritischen Betrachtung, die damals offen bleiben mußte, können wir erst heute schließen.

  14. #14
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    Standard AW: Schopenhauer

    Hallo,

    ich bin beim Stöbern im Forum auf diesen Beitrag gestoßen.

    So ein Zufall, denn die Google-Startseite erinnert aktuell daran,
    dass Arthur Schopenhauer heute vor 225 Jahren geboren wurde.

    Also ein guter Tag, diesen berühmten Danziger auch hier mal wieder
    in Erinnerung zu rufen.

    Viele Grüße
    Rüdiger
    Es gibt nichts Gutes / außer: man tut es. (Erich Kästner)

  15. #15
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    Standard AW: Schopenhauer

    Ein Zitat des Danziger Philosophen Arthur Schopenhauer ( 1788 - 1860 ) :
    " Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge "
    Ein schönes Wochenende wünscht allen Forumern der Heubuder Rudi

  16. #16
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Schopenhauer

    Hallo,

    morgen sind wir 5 Jahre weiter als in #14 und feiern dann den 230. Geburtstag von Arthur Schopenhauer. Darüber berichtet dieser verlinkt gezeigte Artikel von gdansk.pl:

    > http://www.gdansk.pl/wiadomosci/Filo...esciu,a,102282 (polnisch),
    > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (deutsch),
    > https://translate.google.com/transla...-text=&act=url (englisch).

    Heibuders Auftrag in #10 wurde leider nicht erhört (und von mir erst jetzt gelesen). Deshalb füge ich dieses Webfoto von 2015 an: > http://alewand.de/fotos/danzig/danzig110.htm , das allerdings nicht die in #10 abgebildete Relieftafel an Schopenhauers Geburtshaus zeigt, sondern vermutlich einen inzwischen dort angebrachten Ersatz (?). Der nächste Danzig-Besucher aus dem Forum sollte dies fotografisch abklären.

    Hier noch interessantes Hintergrundwissen zu Arthur Schopenhauer von ARD.de auf 8 Seiten (bitte blättern):
    > http://www.ard.de/home/wissen/Philos...066/index.html .

    Viele Grüße
    Ulrich

  17. #17
    Forum-Teilnehmer Avatar von Felicity
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    Standard AW: Schopenhauer

    Das ist schon ein grosser Auftrag ueber Schopenhauer zu diskutieren. Deshaslb ist das Thema wohl auch nicht voran gegangen, Ulrich. Und wenn man dann ausserdem noch, nicht ganz mit dem grossen Philosopher uebereinstimmt, ist es noch schwerer. Liebe Gruesse von der Feli.

  18. #18
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Standard AW: Schopenhauer

    Wir haben schon an anderer Stelle, mehrfach über Arthur Schopenhauer und seiner Familie berichtet. Wobei der 230 Geburtstag natürlich richtig ist. Schopenhauer soll ursprünglich niederländischer Herkunft gewesen sein. Der Name Schopenhauer/Schopenhouwer spricht für die Berufsbezeichnung: Schöpfkellenhersteller.

  19. #19
    Forum-Teilnehmer Avatar von Stejuhn
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Guten Tag,

    ich war am Mittwoch auf der Messe "Reisen und Camping" in Essen.
    Dort habe ich den letzten Reiseführer von Vis-à-Vis DANZIG & Ostpommern kaufen können.
    Auf Seite 86 steht unter
    9 Haus Zur Schildkröte (Dom Pod Zólwiem) folgendes:

    "Seinen Namen verdankt das Haus Nr. 81 der Schildkröte im Giebel. Im 18. Jahrhundert war es im Besitz der Familie Trosiener. Es ist das Geburtshaus
    von Johanna Trosiener, der späteren Gattin Heinrich Floris Schopenhauers. Nach der Hochzeit zog sie mit ihrem Mann in das Haus Nummer 114, in dem
    1788 der Philosoph Arthur Schopenhauer zur Welt kam.
    Das Haus Nur 114 existiert heute nicht mehr.
    1793 verließ die Familie Schopenhauer Danzig.
    Später veröffentlichte Johanna Trosiener die Erinnerungen an ihre Geburtsstadt. Ihr Elternhaus beschrieb sie als >>weder schön
    noch hässlich, weder groß noch klein. Das einzige Zeichen, worauf es stolz sein könnte...war, dass...an dem höchsten Giebel
    eine Metallschildkröte auf dem Bauch lag. Sie wackelte mit dem Kopf und schüttelte ihre vergoldeten Pfoten in alle Richtungen der
    Welt<<.
    Johannas berühmtester Sohn Arthur Schopenhauer kehrte nie wieder nach Danzig zurück.
    Bevor er sich schließlich in Frankfurt am Main niederließ, lebte er in Göttingen, Weimar und Berlin."

    Da ich durch Euch soviel Wissenwertes erfahren durfte, freue ich mich auch einmal etwas beisteuern zu können.

    Einen schönen Tag aus dem sonnigen und kalten Bochum wünscht Euch Sigrid
    Nirgendswo ist es schöner als zu Hause mit der ganzen Familie vereint zu sein.
    Stejuhn, Karschen, Hinzmann, Korthals, Kumke, Rudat, Nachtigall, von Wissotzki (Wishotzki), Oberdorf

  20. #20
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

    Guten Tag zusammen,

    dies als Ergänzung zum betr. Thema, das Beate freundlicherweise ins Unterforum "Persönlichkeiten" verschoben und dabei mehrere verschiedene Themen mit gleichem Bezug, aber anderer Titelangabe, gebündelt hat.

    - Wer sich mit entsprechender Zeit in eine sehr ausführliche Darstellung vom Leben und Werk Arthur Schopenhauers vertiefen möchte, findet mit diesem Link gute Gelegenheit dazu: > http://fahilbert.de/arthur-schopenhauer .

    - Und dieses verlinkte Foto von 2015 zeigt einen Ausschnitt vom damaligen Aussehen des Geburtshauses von Arthur Schopenhauer in der Heilige-Geist-Gasse, jetzt ul. Św. Ducha 45/47: > http://alewand.de/fotos/danzig/danzig111.htm . Der Ausschnitt gibt Auskunft darüber, an welcher Stelle dieses Hauses die Gedenktafel von 2015 angebracht ist (vgl. dazu #16). Er lässt aber auch den unschönen Zustand des Hauses noch um jene Zeit erkennen. - Ich bin gespannt, ob man bei der Danziger Stadtverwaltung den 230. Geburtstag von Arthur Schopenhauer zum Anlass genommen hat, seinem Geburtshaus ein besseres Aussehen zu geben - und vielleicht darin ein Museum einzurichten zur vertieften Erinnerung an den berühmten Philosophen aus Danzig.

    Viele Grüße
    Ulrich

  21. #21
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Sehr interessant Sigrid.

  22. #22
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Ergänzend zu #20 füge ich ohne zusätzlichen Kommentar diesen Link zur Wikimedia-Commons-Seite "Arthur Schopenhauer's birthplace" an:

    https://commons.wikimedia.org/wiki/C...27s_birthplace .

    Jeder kann sich aus dieser guten, aufschlussreichen Bilddokumentation, die viele zusätzliche Vergrößerungs- und Informationsmöglichkeiten bietet, seine eigene Meinung zum Geburtshaus von Arthur Schopenhauer machen.

    Gruß Ulrich

  23. #23
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Hallo,

    hier auch einmal die Gedenkmarken der Freien Stadt Danzig von 1938:

    https://www.stampworld.com/stamps/Da...-stamps/g0275/

    Hoffentlich funktioniert der Link (Ich bin dort registriert).

    SC

  24. #24
    Forum-Teilnehmer Avatar von Felicity
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Ein kleines Geschenk in der Morgenstunde, danke Dir S.C. Der Link hat geklappt. Da war ich gerade 11 Jahre alt und nur in Puppen interessiert und nun habe ich diese wertvolen Marken in meiner Wohnstube. Liebe Gruesse von der Feli

  25. #25
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Hallo SC und andere,

    der Link in #23 funktioniert auch bei mir. - Danke!
    Hier noch ein weiterer Link zu diesen Gedenkmarken zum 150. Geburtstag von Arthur Schopenhauer:
    > https://www.briefmarken-sieger.de/ar...83-danzig.html .

    Eine weitere Gedenkmarke zu 80 Pfennig wurde zu dessen 200. Geburtstag (1988) herausgegeben. Diese wird im Link zur Fahilbert-Darstellung in #20 weit unten (scrollen!) unter "WEITERES" gezeigt und außerdem vergrößert über diesen Link: > https://www.briefmarken-bilder.de/br...auer-philosoph .

    Und, last not least, wurde in der BRD zu seinem 200. Geburtstag die offizielle 10-DM-Silber-Gedenkmünze "Arthur Schopenhauer" ausgegeben. Hier 3 Links dazu:
    > https://www.mdm.de/1988-10-dm-silber...r-schopenhauer ,
    > https://www.briefmarken-sieger.de/10...mpelglanz.html ,
    > https://www.reppa.de/10-dm-arthur-schopenhauer (mit visuellen Spielchen).

    Gruß Ulrich

  26. #26
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Hallo,

    das von Ulrich in #25 gepostete Angebot ist relativ teuer.
    Man bekommt dort allerdings auch eine absolut einwandfreie Qualität.

    2015 war der Katalogwert für den Satz:
    Postfrisch (ungebraucht mit 100% Originalgummierung): € 25.00
    Ungebraucht (Originalgummi mit Haftstelle / Klebefalz): € 7,50
    Gestempelt: € 17.00
    Ersttagsbrief vom 22. Februar 1938: € 50.00

    Gedruckt wurden die Marken in der Reichsdruckerei Berlin in Schalterbögen zu 10 x 5 = 50 Marken.
    Die Druckauflage war 203.000 Sätze.

    SC

  27. #27
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Hallo SC,

    es ging mir in #25 nicht darum, Kaufangebote zu zeigen, sondern allein darum mitzuteilen, in welcher Form unseres berühmten Danzigers zu seinen besonderen Geburtstagen gedacht wurde.

    Ulrich

  28. #28
    Forum-Teilnehmer Avatar von Felicity
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    So habe ich es auch verstanden und habe nun eine schoene Sammlung von Schopenhauer's Andenken. Gute Nacht, habe mir noch die Closing Ceremony von Peyong Cheng angesehen. Liebe Gruesse von der Feli

  29. #29
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Nein Ulrich,

    das ging nicht gegen Dich. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß mögliche Kaufinteressenten auch nach anderen Angeboten Ausschau halten könnten.

    SC

  30. #30
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: Arthur Schopenhauer 1788 - 1860

    Hier noch der Link zu einem in Google-Deutsch übersetzten Artikel über Arthur Schopenhauer in der Danziger 'Gedanopedia':

    > https://translate.google.de/translat...UR&prev=search .

    Interessant darin dieses Zitat: "Er sagte wiederholt, er sei kein Deutscher, sondern ein gebürtiger Gdańsker."

    In diesem Artikel wird auch eine Abbildung des Geburtshauses von Arthur Schopenhauer in der Heilig-Geist-Gasse von 1930 gezeigt. Allerdings sind hier die Angaben zu den Nummern dieses Hauses sowohl für 1930 (= "111"), als auch für den heutigen Nachbau (= "51") falsch (korrekt: Original 114, Nachbau 47; siehe dazu #6 im Forum-Thread "Schopenhauers Haus in der Heilig-Geist-Gasse" (> http://forum.danzig.de/showthread.ph...807#post120807 ).

    Gruß Ulrich

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