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Thema: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von mottlau1
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    Standard wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo ins Forum,

    weiß jemand von den Teilnehmer wie es war als die Russen in Danzig einmarschierten? Stimmt es , daß die gefangen genommenen deutschen Soldaten von Hela kommend nach Danzig getrieben wurden?
    Habe in den Papieren gefunden, daß mein Vater am 31.März 1945 in Danzig von den Russen als Kriegsgefangener mitgenommen wurde. Erst Ende 1949 kam er aus dem Lager Pedrosawodsk/ Karelien zurück.
    Danach hat er nur noch neun Jahre gelebt u. ist mit 39Jahren gestorben.

    Mottlau1
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  2. #2
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Mottlau1,

    habe das "Tagebuch eines Landsers" gefunden. Dort wird der Weg genannt.

    Ich habe noch in einem anderen Erinnerungsbericht gelesen, dass die gefangenen deutschen Soldaten durch Danzig getrieben wurden. Was jedoch für sie nicht schlimm war, da sie sich dadurch von Freunden und Familie noch verabschieden konnten bzw. ihnen Lebenszeichen zukommen lassen konnten, weil die Bevölkerung Danzigs ihren Weg säumte.

    Gruß
    Magdalena

  3. #3
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    guten Abendt Mottlau 1 . ich Hanswgeorg Augenzeuge.im Maerz 19/45 wurden die Deutschen Soldaten , Die auf der Halbinsel Hela Capitulierten wurden von Hela nach Dirschau und zurueck nach Hela in voller Deutschen Unieform Maschiert und musten Deutsche Millieter Lieden singen , und wurden dabei zu Tode maschiert

  4. #4
    Forum-Teilnehmer Avatar von mottlau1
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    Themenstarter

    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Magdalena,

    nun ja schlimm war es mit Sicherheit, auch wenn sie hier und da sich verabschieden konnten!!!
    Schließlich sind sie geschlossen in die Gefangenschaft gekommen und viele davon haben diese nicht überlebt.
    Ein Lebenszeichen war aus der Gefangenschaft " sicher nicht zu bewerkstelligen." Erst wenn sie nach der Entlassung nach Friedland oder Hersfeld gelangten erhielten die Angehörigen ein Lebenszeichen mittels des Deutschen Roten Kreuzes. --Oder hast Du andere Informationen?

    Gruß Mottlau1
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  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Ein Lebenszeichen war aus der Gefangenschaft " sicher nicht zu bewerkstelligen
    Hallo Jutta
    Nix da... mein Vater war rund 10 Jahre in russ. Kriegsgefangenschaft....es kamen
    durchaus "Briefe" . Erinnere mich noch auf die eng geschriebenen Karten die von Ihm kamen. Wann es losging kann ich aber nicht sagen.
    Seine Heimkehr war dann ein großes Ereignis in der Kleinstadt wo ich dann mit meiner Mutter wohnte.
    Viele Grüße
    Hans-Jörg

  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von Mariolla
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Guten Abend Mottlau1,
    auch mein Onkel und alle anderen Lagerinsassen konnten aus russischer Gefangenschaft schreiben.
    Am Anfang 1 Karte mit 25 Worten pro Monat und dann wurden es immer mehr und man schrieb die
    Karten randvoll aus - ebenso durfte Post empfangen werden.
    Gruß Mariolla alias Marion
    Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen und
    es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
    Slaw.Sprichwort

  7. #7
    Forum-Teilnehmer Avatar von mottlau1
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    Themenstarter

    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Hans-Joerg,

    ich vermute mal, daß Deine Mutter "nicht mehr in Danzig "wohnte. Somit war wohl die Suche über das deutsche Rote Kreuz zustande gekommen. Ob das jedoch über in Danzig verbliebene Angehörige möglich war
    wage ich zu bezweifeln. - Mein Mutter u. ich waren noch bis 1950 in Langfuhr. Wohnten aber nicht mehr in Hochstriess sondern im Ulmenweg. - Der Bruder meines Vaters lebte aber bereits in der Nähe von Frankfurt/M.
    Somit wurde mein Vater nach Frankfurt/M. entlassen. Wir erhielten erst dann eine Nachricht vom Dt.Roten Kreuz über seinen aktuellen Wohnort. Aus der Kriegsgefangenschaft ist mir kein Briefwechsel zwischen meinem Vater u. meiner Mutter bekannt geworden. Ob die Schreibmöglichkeit aus jedem Gefangenenlager möglich war
    wage ich hiermit zu bezweifeln.
    Dennoch vielen Dank für Eure Stellungnahme.

    Viele Grüsse Mottlau1
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  8. #8
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo an die an dieser Thematik Interessierten ,
    den Einmarsch - eigentlich war es ein für beide Seiten verlustreiches und zähes Kämpfen - habe ich vor 65 Jahren im Keller des Hauses Dampfbootstraße 3 in Heubude erlebt . Die Eindrücke waren so , daß ich es bis heute nicht vergessen habe . In meinen Erinnerungen habe ich es so beschrieben :
    "Am Ostersonntag , den 1. April 1945 hörte man schon in den frühen Morgenstunden , daß in unmittelbarer Nähe des Hauses gekämpft wurde . Über dem Keller , in der Wohnung der Familie Bieschke , hatten deutsche Soldaten - wegen ihrer andersfarbigen Tarnanzüge dürfte es sich um Angehörige der Waffen-SS gehandelt haben - am Vorabend ein Maschinengewehr in Stellung gebracht . Dieses MG schoß seit der Morgendämmerung fast ununterbrochen und alle Kellerinsassen hatten schon Angst , daß die Russen das Haus unter Artilleriebeschuß nehmen könnten . Hierzu kam es jedoch nicht , denn am frühen Vormittag hörte man laute deutsche Rufe und plötzlich verstummte das MG . Nach wenigen Minuten kam dann vom Hintereingang des Hauses ein lautes "Doitsche rraus" .
    Mit bangen Gesichtern traten wir den Gang nach draußen an , zuerst mein Vater , er war wegen seiner schweren Herzkrankheit nicht Soldat und daher der einzige Mann im Keller , mit 2 Koffern in den Händen . Oben angekommen , hielt ihm ein junger Sowjetsoldat eine Maschinenpistole mit Trommelmagazin vor die Brust und sagte - und hieran erinnere ich mich wörtlich - mit grinsendem Gesicht "Kamerad , wie spät ?" .
    Mein Vater ließ beide Koffer fallen und wollte ihm die Zeit sagen , doch da war die Uhr schon "Beutegut" . Danach wurde er abgetastet und ein verdächtiger Gegenstand aus seiner Manteltasche entfernt - es war ein kleiner viereckiger Reisewecker . Dieser verschwand ebenso schnell im Rucksack des Russen und zwar mit einem geschickten Wurf nach hinten . Diese Rucksäcke waren sehr merkwürdig geformt und sie bekamen später von uns den Spitznamen "Dawai-Beutel" , weil die Russen immer , wenn sie den Deutschen etwas abnahmen , zuvor "dawai" ( bedeutet "los" aber auch "her damit" ) sagten .
    Auf der Rückseite des Hauses stand in geringem Abstand zum Haus ein gemauerter Schuppen . Entlang des Schuppens standen mehrere sowjetische Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett , die uns Zivilisten beobachteten und nach meiner Erinnerung hatten alle wegen unserer ängstlichen Gesichter ein Grinsen oder Lächeln im Gesicht .
    Mir fiel übrigens auf , daß sie auf ihren Mützen nicht eine roten Stern - wie man es von den Propagandaplakaten kannte - hatten , sondern einfache Sterne aus Weißblech und zudem waren die Schäfte ihrer Stiefel nicht aus Leder , sondern aus geteertem Segeltuch , was ich trotz der damaligen Situation als militärisch recht unpassend fand .
    Nach der in aller Eile vorgenommenen Überprüfung und natürlich auch ersten Abnahme von Schmuck und Wertgegenständen wurde uns bedeutet , daß wir in Richtung Danzig zu gehen haben . Wir gingen die Dampfbootstraße bis zur Dammstraße , wo es einen ersten Halt gab , weil eine große Gruppe von Sowjetsoldaten - bewaffnet mit Maschinenpistolen und Gewehren mit aufgepflanzten Bajonetten - im Dauerlauf in Richtung des weitergezogenen Kampfgebietes trabte . Dabei sahen wir einen verwundeten deutschen Soldaten , der auf dem Grundstück der Familie von Aschenraden um Hilfe rufend lag . Weiter ging es dann die Heubuder Straße entlang in Richtung Troyl . Unterwegs mußten wir mehrmals halten und in Deckung gehen , weil die deutsche Artillerie jetzt in Richtung Danzig schoß und auch weil sowjetische Panzer und auch motorisierte Kolonnen in Richtung Frontlinie fuhren . In den angrenzenden Gärten der von uns passierten Häuser hörte man noch einige male Hilferufe der dort verwundet liegenden deutschen Soldaten . Als wir ungefähr in der Mitte der Heubuder Straße waren , sah ich etwas , was sicher nicht nur mich sondern auch andere Heubuder ziemlich verwirrte . Dort stand ein Mann , der noch kurze Zeit vorher in den Wohnungen mit einer Büchse Geldspenden im Auftrag irgendwelcher NS-Organisationen gesammelt hatte und der - wenn die Spende nach seiner Meinung zu niedrig ausfiel - recht lautstark werden konnte . Dieser Mann trug Zivilkleidung , am linke Arm trug er eine weiß-rote Armbinde , am Mantelkragen und auch an der Mütze hatte er weiß-rote Streifen und umgehängt hatte er sich einen deutschen Karabiner mit dem Lauf nach unten .Auf der Straße und auch in den Gärten sah man mehrere tote deutsche Soldaten liegen . An der Eisenbahnbrücke Heubuder Straße war zu sehen , daß dort - erkennbar an den Überresten - einige tote deutsche Soldaten regelrecht zu Brei gefahren wurden .
    Vor der zerstörten Breitenbachbrücke - dem einzigen Übergang über die Weichsel - der von den Russen provisorisch wieder befahrbar gemacht war , bildete sich ein Stau . Der Grundwar der , daß die Russen dort eine Rettungsaktio gestartet hatten . Eine junge Frau , sie soll eine Heubuderin gewesen sein , hatte sich nach mehrfacher Vergewaltigung zusammen mit ihrer tochter von der Brücke , die kein Geländer mehr hatte , aus Verzweiflung in die Weichsel gestürzt . Sowjetische Soldaten , die beiderseits dwer Brücke mit Motorbooten stationiert waren , hatte zwar die Frau gerettet , das Kind war jedoch ertrunken . Wir erfuhren später , daß die Russen die Frau dafür fast totgeschlagen haben sollen . Auf der anderen Seite der Breitenbachbrücke - gegenüber der Schule Althof - war die erste große Kontrollstelle . Alle ankommenden Deutschen wurden getrenn , Frauen und Kinder nach links , Männer nach rechts . Frauen und Kinder wurden gründlich eigentlich nur nach Schmuck und Wertgegenständen durchsucht , männliche Personen etwa zwischen 14 und 60/65 Jahren wurden ohne Ausnahme festgehalten . Man hatte keine Möglichkeit mehr , sich zu verabschieden oder auch nur noch etwas auszutauschen . So konnten wir nur noch sehen , wie die Russen meinem Vater die beiden Koffer abnahmen und auf einen schon stark beladenen LKW luden . Meine Mutter und ich blieben stehen und wollten meinem Vater zuwinken , aber er hatte keine Möglichkeit mehr , sich umzudrehen und es sollten mehr als 3 Jahre in völliger Ungewißheit vergehen , bis wir ihn wiedersahen . Bei der Durchsuchung meiner Mutter hatte ihr ein Sowjetsoldat die Handtasche weggenommen und , nachdem er nichts für ihn Interessantes fand , den Inhalt auf die Erde geschüttete . Dabei gingen fast alle Familiendokumente und Foto´s verloren , denn als meine Mutter sie aufsammeln wollte , gab er ihr einen Fußtritt und verjagte sie . Dann wurde die Gruppe durch die Stadt geführt . Es ging die Breitenbachstraße entlang und am Langgarter Tor über Langgarten , Milchkannengasse , dann links in die Hopfengasse und von dort über die Kuhbrücke und die Hundegasse bis zum Karrenwall . Dort mußten wir uns unter freiem Himmel schräg gegenüber dem Polizeipräsidium niederlassen , wo wir 3 Tage und Nächte lagerten" .
    So , liebe Forumfreunde , das war ein Auszug aus meinen Erinnerungen . Ein schönes Wochenende wünscht Euch Rudi

  9. #9
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Ein kleiner Augenzeugenbericht:
    Von unseren Verwandten in Langfuhr hatten wir noch kein Lebenszeichen erhalten. So wanderten wir bei herrlichem, warmen Wetter nach Langfuhr auf der schönen Großen Allee. Uns begegnete eine große Marschkolonne deutscher, unbewaffneter Soldaten. Sie waren nur schwach bewacht. Die Kommandos gaben weiterhin die deutschen Offiziere. Sie marschierten in fröhlicher Stimmung, winkten uns Kindern zu. Für uns war der Krieg schon ein Weilchen beendet, warum erst jetzt für die Soldaten? Es hieß, sie kommen von der Halbinsel Hela. Unser Besuch war erfolglos, uns öffneten uns eine Polin, die uns nicht verstand. Es geschah Ende April oder Anfang Mai 1945.

  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Hans-Joerg +, Ehrenmitglied
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten


    Hallo
    Habe in diesem Zusammenhang / Thema ein kleines altes Heft von 1950
    “ Weisse Fahne über Danzig “ von Alfred Kätner.
    Ist es sonst jemand bekannt ???
    Viele Grüße
    Hans-Jörg
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  11. #11
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Mottlau1 und alle,

    in den Erinnerungsbericht, den ich gelesen habe, wurde der Marsch so beschrieben, wie Jügen Albrecht es schreibt.
    Die Soldaten fingen an zu singen, lächten und winkten, "so dass man meinen konnte, sie kommen als Sieger und nicht als Besiegte".

    Mottlau1, zu dem Zeitpunkt wußten sie noch nicht, was sie erwartet. Sie haben bei dem Marsch zwar von den Frauen von den Vergewaltigungen erfahren, aber selber bauten sie wohl auf den Soldatenstatus und konnten sich nicht vorstellen, dass sie evtl. 10 Jahre in der Gefangenschaft verbringen.

    Der junger Soldat, der diesen Erinnerungsbericht verfaßt hatte (leider finde ich ihn nicht mehr, ich suche aber weiter im Internet ) war ein Offizier und schrieb auch von der geringen Bewachung, so dass er jederzeit hätte abhauen können. Er wollte jedoch seine Kameraden nicht im Stich lassen.

    Viele Grüße
    Magdalena

  12. #12
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo magdzia
    an anderer Stelle habe ich im Forum schon mal von dem Marsch der deutschen Soldaten auf Langgarten geschrieben und zwar von den Soldaten , die sich zum Zeitpunkt der Kapitulation auf der Nehrung ( Raum Schiewenhorst/Bohnsack/ Nickelswalde ) befanden .
    In meinen Erinnerungen habe ich dies so beschrieben :
    "Wir kamen bei einer Frau in der Trojangasse unter . Diese Frau sagte uns , daß erst die auf der Nehrung befindlichen deutschen Truppen den Weg in die Gefangenschaft durch Danzig gehen müßten und erst danach deutsche Zivilisten wieder zurück dürfen . Zwei oder drei Tage später war dies dann der Fall . Wir hörten davon und alle Deutschen der dortigen Umgebung gingen auf die Straße nach Langgarten . Es war ein eigenartiges Gefühl , die Kolonnen der Gefangenen zu sehen . Voran ritten Offiziere , danach marschierten die Soldaten , gefolgt von Pferdefuhrwerken , auf denen ihr Gepäck lag . Ich wunderte mich , daß die Offiziere zum Teil ihre Säbel bzw. Degen , einige sogar ihre Pistolen trugen ( Jahre später erfuhr ich , daß ihnen dies gestattet wurde , allerdings wurde die Munition vorher entfernt ) . Von sowjetischen Wachsoldaten war nichts zu sehen . Die Bevölkerung reichte den Soldaten Wasser und die auf den Fahrzeugen mifahrenden Soldaten gaben uns von ihren Vorräten große Stücke Käse und Wurst ."
    Ich stand damals auf Langgarten und zwar gegenüber ungefähr der Stelle , wo auf dem Mittelstreifen ein zerstörter Panzer in einem Bombentrichter vermutlich in voller Fahrt gelandet war . Hiervon gibt es ein Foto auf einer polnischen Internetseite .
    Allen Forumteilnehmern wünsche ich ein schönes Wochenende - Rudi

  13. #13
    Forum-Teilnehmer Avatar von Pogge28
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Magdalena,

    den Bericht, in dem die deutschen Soldaten singend durch Danzig in die russische Gefangenschaft marschierten, kannst Du nachlesen. Er steht im Danziger Hauskalender 1995 unter

    In Gefangenschaft - Marsch durch Danzig - vor fünfzig Jahren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Inge

  14. #14
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten


  15. #15
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    Beitrag AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Langfuhrer,
    wir (ich Jahrgang 1930) erlebten den Einmarsch der Russen am 2. April 1945, am Geburtstag meiner Mutter. Die dauernden Störflüge der einzelnen russischen Flugzeuge mit Beschuß und einzelnen Bombenabwürfen hatten aufgehört. Die Russen kamen durch die Kellergrabenverbindungen in alle Häuser und trafen uns in den Kellern an, in denen wir einige Wochen schon gelebt hatten. Sie haben sich dann Frauen ausgewählt und sexuell mißbraucht; das was für mich als 15-jähriger Junge ein schreckliches Erlebnis.
    In unserem Haus wurde in einer Erdgeschoßwohnung ein Quartier von den Russen eingerichtet, wo sie sich eine Zeitlang aufhielten.
    Irgendwie hatten wir zum Geburtstag unserer Mutter ein Hühnchen ergattert. Es wurde gekocht und sollte mit Kartoffeln verspeist werden. Es war fertig zum Essen. Als ich, der sich als kleiner Jungen immer wieder mal traute vom Keller nach oben zu gehen, in die Küche kam, sah ich, dass russische Soldaten das "Geburtstagsessen" vertilgten.
    In der Folgezeit konnten wir in unserem Haus bleiben; wir lebten so daher. Es kam immer wieder zu Übergriffen von russichen Soldaten, bis im Mai oder Juni 1945 die Russen in unsere Wohnung eindrangen, sie durchsuchten und zwei Schwestern (16 und 18 Jahre) mitnahmen.
    Erst nach etwa 5 Jahre, wir waren im November 1945 vertrieben worden, kam eine Karte vom "Roten Kreuz" mit der Mitteilung von der jüngeren Schwester, dass sie in Sibieren sei und ihre Schwester nicht mehr heimkomme. Das war das erste und einzigste Lebenszeichen. Irgendwann im Jahre 1950 kam sie, russich geprägt und aussehend, heim. Wir wohnten derzeit in Nordeutschland. Sie berichtete, dass ihre Schwester bereits auf dem Marsch nach Russland an verstorben war.
    Dies ist ein Teil der Erlebnisse nach dem Einmarsch der Russen1945.

  16. #16
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Danke Werner

    bei manchen Geschichten aus dieser Zeit fällt es schwer zu antworten. - Eine Professorin hat mich vor kurzem gebeten etwas über den Zweiten Weltkrieg zu schreiben. Ich weiss noch nicht, ob ich dies Angebot annehme - bin auch erst viel später geboren.
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  17. #17
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Wenn ich das richtig habe, so war Danzig die erste deutsche Großstadt, die von der Roten Armee erobert wurde. Aufgeputscht durch entsprechende Propaganda (I. Ehrenburg, "Rache für Majdanek") kam es zu diversen Exzessen.
    Sovietische Offiziere, die sich darüber beschwerten, landeten schnell als Verräter im Gulag...
    Es ist wirklich traurig, daß damals "Aug um Aug, Zahn um Zahn" vergolten wurde.

    Auf russischer Seite war damals sehr viel Hass. Viele russische bzw. sovietische Großstädte wurden zwischen 1941 und 1944 ebenfalls stark zerstört. Die Bevölkerung wurde zum Arbeitseinsatz nach Deutschland zwangsverschleppt, Frauen wurden in Wehrmachtsbordellen missbraucht und bei der Partisanenbekämpfung wurden auch sehr viele Unschuldige ermordet.

    Der Chinesische General Sunzi ("Die Kunst des Krieges") hatte schon im sechsten Jahrhundert vor Christus formuliert: "Lass eine geschlagene Armee ziehen..."

    SC

  18. #18
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Wer weiß es heute noch, hat es in der Danziger Niederung- und Höhe
    Zivil-Personen in Gefangenschaft gegeben, die für Todesmärsche nach
    dem Monat März und April 1945 in Richtung Thorn bestimmt wurden.
    Danzig-Praust und Matskau waren Lager für Deutsche Zivil-Personen.
    Mein Vater kam nach Sibirien, aber mein Bruder Fritz starb in Thorn.

    Schöne Grüße mit trauriger Erinnerung und schmerzlicher Zeit für Danzig.

    kurt m

  19. #19
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hier ein sehr ausführlicher Erlebnisbericht einer Frau Klara Seidler aus Danzig zu diesen Geschehnissen mit der Überschrift "Erlebnisse in Danzig während der Eroberung der Stadt durch die Rote Armee.":

    http://www.z-g-v.de/doku/archiv/oder...-6-1-1-9-4.htm .

    Im Inhaltsverzeichnis zu dieser umfangreichen Website findet man noch einige andere Erlebnisberichte aus jener Zeit unter der Sammelangabe "Die Fluchtereignisse im Gebiet um Danzig und auf der Halbinsel Hela."

  20. #20
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Es handelt sich bei dem von Ulrich angezogenen Link um die Texte aus der Dokumentation des ehemaligen Vertriebenenministeriums, die in den fünfziger Jahren zusammengestellt wurde:

    http://forum.danzig.de/showthread.php?1343-1944-1945

    http://forum.danzig.de/showthread.ph...=dokumentation

  21. #21
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Danke, Rüdiger, für Deine erläuternden Hinweise, besonders für den in #2 zu dem von Dir angezogenen Showthread-Link 1.

    Gruß Ulrich

  22. #22
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo
    du schreibst dass du bis 1950 in Langfuhr warst. Kennst Du auch den Simsonweg? Am 7. April 1945 muss da ein Haus getroffen worden sein war meine Oma mein Vater und 2 seiner Geschwister darin. Fam Thoms. weist Du was davon?

  23. #23
    Forum-Teilnehmer Avatar von Ulrich 31
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo hthoms (#22),

    Du meinst mit Deiner Anrede sicher langfuhrer (#15). Vermutlich geht Deine Frage in diesem schon älteren Thread aber unter. Deshalb empfehle ich Dir, sie im lokalen Unterforum "Langfuhr / Wrzeszcz" unter Bezug auf den Beitrag hier von langfuhrer zu wiederholen.

    Gruß Ulrich

  24. #24
    Forum-Teilnehmer Avatar von mottlau1
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Guten Tag Holger,

    ich vermute mal daß Du mich meinst, weil ich bis 1950 in Langfuhr lebte.- Bedenke bitte daß ich 1944 geboren bin und mit gerade mal 6 Jahren kaum eine Ahnung von von den Straßen in Langfuhr hatte. - Tut mir leid, daß ich Dir nicht behilflich sein kann.

    Jutta
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  25. #25
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Danke Jutta und Ulrich für Eure schnellen Rückmeldungen, Ulrich danke für den Tip, Jutta mein Vater war damals auch erst 7 Jahre alt. Er war aber der einzige Überlebende, deshalb mein Interesse Licht ins Dunkle zu bringen.

    beste Grüße aus dem Wittelsbacher Land
    Holger

  26. #26
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo Holger,

    ältere Fädchen gibt es eigentlich, denn die werden immer wieder "neu" - aber meine Antwort an anderer Stelle.

    MbG Rudolf

  27. #27
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo guten Tag,
    1945 die Russen kommen und alle haben Todesangst. Wirklich ALLE, auch meine Tante damals 15 Jahre Alt und Polin.
    Gruß Roman
    http://www.n-tv.de/panorama/Kuenstle...e11534271.html

  28. #28
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Wer da schreibt, die deutschen Soldaten währen singend und winkend in die Gefangenschaft marschiert,

    der hat das vom „HÖRE-SAGEN“, kann das aber mit Sicherheit nicht selbst erlebt haben.

    Ich habe da ganz andere Erinnerungen, über die ich aber nicht näher eingehen möchte.

    Den Soldaten möchte ich kennenlernen, der frohen Mutes und singend in die russische Gefangenschaft ging.
    Es grüßt herzlich, Erhart vom Schüsseldamm.
    "Nec Temere - Nec Timide"
    Eine Freundschaft ist das, was man aus ihr macht. EKJ

  29. #29
    Forum-Teilnehmer Avatar von Heinzhst
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Ich habe die Soldaten in Oliva gesehen und singen gehört.

    Heinz der olivsche
    Ich glaube nur das was ich gesehen und erlebt habe.
    A.G.

  30. #30
    Forum-Teilnehmer Avatar von Belcanto
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Ich habe das alles in meinem Buch festgehalten und kann hier nicht darüber schreiben.

  31. #31
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Ich habe die Russen in meinem Elternhaus Martschinke in Hundertmark/ Gemeinde Müggenhahl
    erlebt. Meine Eltern, Hugo und Frieda Martschinke und mein Bruder waren alle im unsern Hause
    geblieben. Meinen Bruder Fritz und meinen Vater nahmen sie schon gleich zur Sammel-Stelle
    Praust in Gefangenschaft. Wir hatten alle große Angst. Unsere Nachbarin Preschkes waren auch
    in ihrem Haus geblieben. Es lag eine große Spannung in der Luft, was wird nun mit uns geschehen.
    Unsere Nachbarin Paul und Hedwig Preschke hatten 3 Töchter, Frieda, Wanda und Edith. Ich hatte
    für sie ein Versteck in unserem Taubenschlag gefunden. Die russischen Soldaten vergewaltigten
    alle deutschen Frauen und wollten die Töchter erneut vergewaltigen. Sie fanden sie nicht in
    unserem Taubenschlag. Da kam am nächsten Tag ein russischer Offizier, sehr fein angezogen
    mit guten Umgangston zu mir. Er nahm mich mit zu den Eltern ins Nachbarhaus und sagte zu
    mir, die Nachbaren müßten sofort ihr Haus verlassen. Ihre Töchter würden gesucht werden und
    die Eltern müßten ihr Versteck preisgeben. Es gab vereinzelnd russische Militärangehörige, die
    nach ihrer Möglichkeit das Leben deutscher Zivilisten zu retten versuchten. Leider hatten die
    Nachbarin bedenken ihr Haus zu verlassen. Sie hielten sich mit ihren ihren noch verbliebenen
    Habseeligkeiten im leeren Pferdestand auf. Die Soldaten würden sonst in unserem Gebäude
    nach ihren Töchtern suchen und somit blieben sie lieber auf ihren eigenen Pferdestand.
    Die russischen Soldaten fanden die Nachbarstöchter bei uns im Taubenschlag nicht und ich
    selbst habe unter Lebensandrohung ihren Aufenthalt verschwiegen. Dafür sollte ich später
    noch schwer bezahlen müssen. Am nächsten Morgen suchte ich das Nachbarhaus auf um
    den Nachbaren die gute Botschaft zu erbringen. Mein Versteck im Taubenschlag war sicher.
    Leider waren sie im Hause nicht auffindbar. Die russischen soldaten hatten sie getötet und
    im Vorgarten mit einer Pferdeleine gefesselt vergraben. Die russischen Grausamkeiten hatten
    damit noch längst nicht ihren Schrecken verloren. Der Kampf um das Leben ging täglich weiter.
    Eine beschäftgte Ukrainerin bei uns im Hause während des Krieges hatte mir mein Leben gerettet.
    Die russischen Kommissare suchten alle Häuser auf, um junge Menschen in russische Gefangenschaft
    zu holen und das bedeutete überwiegend den Tod. Z B. mein Bruder Fritz Jahrgang 1928 überlebte
    in einem Thorn'schen Gefangenschaft das Jahr 1945 nicht. Ich wurde von der Ukrainerin gewahr,
    dass ich auf der Liste für die Gefangenschaft stand. In manchen Dingen hatte ich ihr in unserem
    Hause Gefälligkeiten erweisen können. Sie setzte sich für mich ein, und wie es manchesmal das
    Schicksal mit einem Menschen will kann auch ein Zufall Hilfe sein. Ich war in Besitz eines Platten-
    spielers mit Schlager-Schallplatten gekommen. Es war ein Tausch für 11 Kaninchen während
    meiner Lehrzeit. Darunter auch russische Schallplatten ..Kalinka - Kalinka und viele andere
    deutsche Schlager, die gern gehört wurden. Dieser Besitz war für mich ein Verhandlungsangebot
    an die Russen. Die Ukrainerin als Dolmetscherin und als meine Fürspracherin war meine
    Lebensretterin. Die russischen Soldaten wollten die Musik und ihren Sieg mit Tanzen feiern.
    Danach hatte ich nach der Beruhigung von den Hauptkriegswirren in Danzig feststellen können,
    dass ich keinen deutschen, jungen Menschen meines Jahrgangs 1928 mehr angetroffen hatte,
    mein Bruder war ja auch Jahrgang 1928 und musste 1945 im Lager Thorn sterben.

    kurt m

  32. #32
    Forum-Teilnehmer Avatar von Felicity
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Habe auch meine Schwester verloren, Kurt. Du, ich und viele andere haben Unsagbares durchgemacht, das man nie vergessen kann, aber man muss darueber hinweg kommen und es darf nicht unser Leben und unsere Faehigkeit zu lieben und zum Vergeben von uns nehmen. Im Krieg veroht die Menschlichkeit auf beiden Seiten und wenn wir durch diese Zeit durch gegangen sind, dann muss man daran denken, wir kamen aus anderen Zeiten und werden in andere gehen und unser Leben darf nicht von diesem Schrecklichen, dass der Krieg mit sich brachte, beeinflusst werden. Lass uns froh sein und gluecklich das erleben zu koennen, was uns in unseren letzten Jahren noch beschert ist. Das Forum, mit seinen vielen Freunden gehoert auch dazu. Ich danke allen auch Dir Kurt, fuer die Freundschaft und die Heimat Liebe, die ich hier erlebt habe. Liebe Gruesse von der Feli.

  33. #33
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Liebe Felicity, Danke für Deinen freundlichen Bericht. Nr. 32. Wie auch seiner Zeit im Jahr 1944/45
    alle Danziger Freunde die schwere Zeit des Kriegs-Ende überstanden haben. Es hätte viel Leid von
    uns genommen werden können, wenn rechtzeitig eine Evakuierung der Danziger Bevölkerung
    zugelassen worden wäre. Am 28.12.1944 wurde ich 16 Jahre alt und am 29.12.1944 erhielt ich
    den Stellungsbefehl nach Hela zur vormilitärischen Ausbildung. Der Kanonen-Donner von der
    Front war schon hörbar. Wofür sollten wir Jugendliche noch ausgebildet werden. Sicherlich
    hat man versucht uns noch als Schutzschilder einzusetzen. Wer von den Jugendlichen sich drückte
    musste auch noch mit dem Tode von der eigenen Wehrmacht rechnen. Jeder wußte der
    Krieg war verloren. Gerade wir Jugendlichen waren von beiden Seiten von der eigenen
    Deutschen Wehrmacht bei Weigerung von Befehlen zum Tode verurteilt und danach von
    den Russen als Feinde in die Todeslager und -Märsche geschickt zu werden. Die schwerste
    Last des schon längst verlorerin Krieges haben die Ost- und -Westpreußen zu tragen
    gehabt, obwohl sie die geringste Schuld am Kriegsgeschehen hatten.
    Viele liebe Grüße von kurt m

  34. #34
    Forum-Teilnehmer Avatar von Felicity
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    In 1944 wurde ich auch eingezogen. Jahrgaenge 27 und 28 in den oberen Klassen von unseren Schulen, kamen in den Kriegseinsatz. Viele endeten bei der Flak, einige von uns in den Lazaretten. Ich kam in's Reservelazarett Danzig, frueher das Marienkrankenhaus in der Weidengasse. In 2006 kam ich zum Klassentreffen nach Ueckermuende reingeflogen. Und da habe ich erst erfahren wie viele von uns das Leben hergegeben hatten, in den letzten Tagen des Krieges. Da bist Du ja im selben Alter wie ich. Wir haben so viel ueberstanden also immer schoen brav weiter kaempfen, Kurt, jetzt kommt der Feind nicht von draussen aber unsere armen, alten Knochen da drinnen, wollen nichr mehr gehorchen und sogar das Augenlicht verschwindet so langsam. Ich habe einen guten Kameraden, mein Roller, er heisst Pony. ohne ihn geht es halt nicht mehr. Bin ja so froh dass ich noch so viel erleben kann und freue mich jeden Tag auf all das Neue. Mach's gut mein Lieber und immer schoen in die Zukunft sehen. An der Vergangenheit koennen wir nichts aendern und auch von der Zukunft weiss man nicht was zu erwarten ist, aber den grossen Wert hat die Gegenwart und die muessen wir ausnutzen, so lange wir koennen. Ganz liebe Gruesse von der Feli

  35. #35
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    Standard AW: wie war das als die Russen in Danzig einmarschierten

    Hallo hthoms, wir wohntenim Posadowskiweg 55. Der Simsonweg war eine Paralelstraße und etwa 150 Meter von uns entfernt. Ich war 15 Jahre alt und habe alles erlebt und bin erst am ersten September 1946 vertrieben. Der Russe kam am 28. März und wir waren im Hochbunker an der Frauenklinik. Mir ist nicht bekannt, dass dort ein Haus getroffen worden ist. Das hätte man erfahren. Unsere Siedlung, man nannte sie die gelbe Siedlung wurde von einem Arteleriegeschoss getroffen. Das war aber Wochen bevor die Russen kamen. Ich habe gesehen als sie kamen. Ich war an der Brücke bei der Schule Neuschottland. Sie kamen mit Panzer hinter denen Soldaten gingen, von der Christus Kirche die Ostseestraße hoch. Ich lief vom Conradinum kommend zum Hochbunker. Wenig später waren die Russen im Bunker und das Grauen begann. Also wovon soll am 7.9.1945 das Haus getroffen worden sein. Vieleicht irrt man sich im Datum. Es soll keine Kritik sein nur eine Hilfe zur Wahrheitsfindung. Gruß Jegosch Piefke

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