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Thema: Unterwegs nach Allenstein

  1. #1
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard Unterwegs nach Allenstein

    Unterwegs nach Allenstein

    Freitag, 14. Mai 2010

    Die Fahrt von Danzig nach Allenstein dauert -bei vernünftiger Fahrweise- etwa drei Stunden. Es geht natürlich auch schneller, aber die "Schnellstraße" von Elbing Richtung Warschau, eine spurrillenzerfurchte Landstraße, mahnt zu angemessener Geschwindigkeit. Es ist jedoch eine Straße, auf der sich offensichtlich Verkehrsrowdies, Raser und Selbstmordkandidaten ein Stelldichein geben. Kaum irgendwo anders wird brutaler und rücksichtsloser gerast, kaum irgendwo anders sieht man sich der Himmelspforte näher.

    Große LKWs fliegen mit mehr als hundert Stundenkilometer dahin, selbst in unübersichtlichen Kurven Überholverbote missachtend. Schuhmacher-/Kubicka-Kopien hetzen ebenso über die Piste wie junge "Businessmen" in geleasten BMW und Mercedes.

    Kurz nach Preußisch Holland (Pasleka) war heute das Resultat sinn- und hirnlosen Rasens zu sehen: Ein langer LKW, in mehrere Teile zerfetzt, war gerade auf andere LKW verladen worden. Schon von Weitem wahrnehmbare Blaulichter ließen den fließenden Verkehr für einen Moment langsamer werden. Die Unfallstelle war geräumt, es war nicht mehr zu erkennen, wie sich dieses schreckliche Ereignis zugetragen und ob bzw. welche weiteren unfallbeteiligten Fahrzeuge es gegeben hatte.

    Auf der Ladefläche des ersten LKW die zerquetschte, zerfetzte und vom Unglücks-LKW abgerissene Fahrerkabine. Auf dem nächsten LKW ein Schrotthaufen mit dem vorderen Teil des Fahrgestells. Weiterer LKW-Schrott war schon abtransportiert.

    Der Verkehr fordert Opfer und es scheint unabdingbar zu sein, diese Opfer bereitwillig zu bringen. Auf der Straße ist eine verschworene Gemeinschaft unterwegs, die in der Polizei einen Feind sieht und in Verkehrskontrollen eine Schikane vor der andere Verkehrsteilnehmer gewarnt werden müssen. Beim Passieren der Unfallstelle musste ich genau daran denken, denn eine gute halbe Stunde zuvor waren wir bei Groß Zünder (Cedry Wielkie) von entgegenkommenden Autos per Lichthupenkonzert vor einer Radarkontrolle gewarnt worden.

    Sollen doch die unverantwortlichen Raser kräftig zur Kasse gebeten werden! Es ist allemal besser sich totzuzahlen als sich totzufahren...

    P.S.: Die vorangegangenen Zeilen schrieb ich in Allenstein. Nachmittags um fünf Uhr fuhren wir aber zurück nach Danzig. Kurz nach Stadtende Allenstein überholte uns halsbrecherisch ein Harakiri-Pilot. Etwa eineinhalb Stunden später überholten wir ihn... - zuvor standen wir eine gute halbe Stunde im Stau. In der Ortsmitte von Mahrau (Marzewo) stand inmitten eines Blaulichtgewitters von Feuerwehr und Polizei der total zerstörte Wagen des Bruchpiloten. Er war in ein entgegenkommendes Fahrzeug gerast, von dem nicht einmal mehr die Automarke erkennbar war.

    Als wir die Unfallstelle passiert hatten, ging das halsbrecherische Überholen unvermindert weiter...
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  2. #2
    Bruno
    Gast

    Standard AW: Unterwegs nach Allenstein

    Über diese hirnlose "Harakiri-Piloten", die getrieben durch eine Sucht oder auch durch pure Angeberei überall auf den Strassen plötzlich hinter und neben dir auftauchen, noch ein Wort zu verlieren, erübrigt sich! Wenn die sich den Hals brechen, kommt in mir keinerlei Mitleid auf.

    Wolfgang, lieber lesen wir, was sich aktuell rund um Danzig so alles tut. Und wenn Du wiedermal im Stau stehst, kannst'e ja Störche zählen.

  3. #3
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Themenstarter

    Standard AW: Unterwegs nach Allenstein

    Schoenen guten Morgen,

    Stoerche zaehlen, ja, das ist eine wunderbare Beschaeftigung. Sie sind haeufiog zu sehen, auf den Wiesen, bruetend in ihren Nestern, ueber der Landschaft schwebend. Stoerche und Kormorane sind fuer mich phaszinierende Voegel denen man unendlich lange zusehen kann. Aber wir sind ja hier auch im Storchenland.
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