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Thema: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Moin,

    Eugen B. Jantzen schreibt 1929 in dem Artikel „Die Bewohner der Dörfer Groß- und Klein-Zünder im 17. und 18. Jahrhundert“ (siehe Danziger familiengeschchtliche Beiträge, herausgegeben von der Gesellschaft für Familienforschung, Wappen- und Siegelkunde in Danzig, Heft1 – 7, Danzig 1929 -1943, Sonderschrift des Vereins für Familienforschung e.V. Nr. 60, Nachdruck Hamburg 1988, S. 101 – 114) auf Seite 101: „Wie alle freiköllmischen Bauern führten die Hofbesitzer hier wie anderwärts Hofmarken, die am Hofe und an allem lebenden und toten Inventar, nicht an der Person des Eigentümers, hafteten.“

    Der Autor sagt nicht, ob er die Hofmarken in Klein- und Groß-Zünder Ende der 20-er Jahre selber gesehen hat oder ob er sie anhand der verwendeten Quellen zusammenstellte. Er sagt auch nicht, wo sich diese Hofmarken gemeinhin am / im Haus befanden. – Die Gebäude konnten, Jantzen richtig verstanden – durchaus an neueren Gebäuden befestigt sein und nicht nur an alten, da bei der Zerstörung der Hofgebäude, z.B. durch Brand, die Hofmarke unverändert erhalten blieb.
    Frage an das Forum: Hat jemand von Euch irgendwo im Werder solch eine Hofmarke bereits gesehen? Falls ja, wo befand sich diese. Habe mir unter dem Hofmarkenaspekt auch noch einmal Wolfgangs kürzliches Photo des Vorlaubenhauses in Neukirch angeschaut – hatte es selber im letzten Jahr photographiert – und festgestellt, dass sich auf dem Türbalken kaum etwas befindet, was sich als Hofmarke identifizieren ließe. Und auch die vier von Jantzen erwähnten Hofmarken auf der Kirche in Groß-Zünder mit der Jahreszahl 1718 habe ich nicht finden können.

    Die Überlegung dabei: Falls man die alten Hofmarken heute noch finden würde, könnte man eventuell herausbekommen, auf welchen Höfen die Altvorderen saßen …
    Jantzen listet hauptsächlich anhand von Kirchenbüchern für 1633, 1648, 1663, 1665 und 1733 die Namen und Hofmarken in Klein- und Großzünder auf. Das Irritierende dabei ist, dass sich kaum ein Name zu den Zeitpunkten wiederholt. In größeren Zeitabständen kann ich mir ja vorstellen, dass aufgrund von Seuchen (Pest, etc.), Überschwemmungen oder Krieg ein Dorf untergeht und danach neue Einwanderer einsickern. Aber warum 1665 kein Name identisch ist mit dem von 1663 verstehe ich einfach nicht.

    Nach den Hofeigentümern von 1733 (mit Angabe der Hofgröße) listet Jantzen die Besitznachfolger bis ins 19. Jahrhundert auf, wobei er nur in Ausnahmefällen angibt, in welchem Jahr die Hofübername erfolgte. Überraschenderweise nutzt Jantzen dabei weder die Ergebnisse der Erhebung über die Eigentumsverhältnisse im Werder von 1772 (nach der 1. Polnische Teilung. Marburger Auszüge, siehe http://www.odessa3.org/collections/land/wprussia/ , nur Name, Vorname, Ort, zuständiges Amt), noch die von 1793 (nach der 3. Polnischen Teilung. Ernst Bahr, Das Territorium der Stadt Danzig und die Danziger Hospitalgüter bei der Preußischen Landesaufnahme von 1793, Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V., Nr. 57, Hamburg 1987 - Band 1 als pdf, damit lässt sich hervorragend suchen, Band 2 noch nur gedruckt, mit sozioökonomischen Daten, Kinder, Personal, Vieh, Land, Landqualität. Jantzens Angaben passen vielfach nicht mit den Daten von 1793 zusammen.

    Aber sei’s drum. Es fällt bei der Jantzen-Aufstellung etwas anderes auf: Es gibt eine überschaubare Zahl von Fällen, wo die aufeinander folgenden Besitzer den gleichen Nachnamen tragen. D.h., der Vater hat den Hof an den Sohn vererbt. Es gibt keinen einzigen Fall, wo der Nachname dreimal hintereinander auftaucht (Vater, Sohn, Enkel). In den meisten Fällen trägt der nachfolgende Besitzer einen anderen Namen. Beispiel, ohne Vornamen und sonstige Anmerkungen: 1733: Fast, dann Schumacher / Mölke / Höpfner / Brenkel / Tabbert / Schumacher / Schumacher, dessen Sohn. Der Vorletzte wird 1793 als Eigentümer gelistet.

    Da denke ich als Amateur, dass die Höfe 100, vielleicht auch 200 und mehr Jahre im Familienbesitz bleiben – und nun so etwas! Das macht den Eindruck, als ob oftmals ein Eigentümer den Hof für 10 bis 25 Jahre bewirtschaftet hat und ihn dann verkauft / abgegeben hat… Ok, es ist auch der Fall vorstellbar, dass der Nachfolger einheiratet und sich deswegen der Nachname des Eigentümers ändert. Aber damit lässt sich nicht der Normalfall, sprich, die große Anzahl an veränderten Eigentümernamen erklären. Oder hat man im 18. Jahrhundert in Klein- und Groß-Zünder nur Mädchen gezeugt? Unwahrscheinlich.

    Da hatte ich gedacht, dass ich mit dem Jantzen-Artikel locker flockig ohne das Studium der Kirchenbücher in. der Familiengeschichte bis zum 30-jährigen Krieg kommen würde. Ist wohl nichts damit. Mein Vater ist zwischen 1930 und 1933 als Schüler durch die Kirchen marschiert und ist bis 1648 gekommen, aber natürlich sind alle seine Unterlagen im Krieg untergegangen.

    Hat jemand Erklärungen für diese wechselnden Eigentumsverhältnisse? Hat jemand so etwas woanders beobachtet – oder das Gegenteil, dass der Hof lange Zeit im Familienbesitz verblieb?

    Beste Grüße zurzeit aus Kronberg,

    Rainer MueGlo
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  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von JuHo54
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo Rainer,
    ich habe letztens den Beitrag von Otto Gebhard "Friderizanische Kolonien und Kolonisten in Pommern nach dem Stande des Jahres 1754" aus familienkundliche Mitteilungen 1938, S.80-95. 113-131 gelesen. bereitgestellt durch die Stuidienstelle Ostdeutsche Genealogie. danach geht dem Sinne nach hervor , dass sich die überwiegend Pfälzer Siedler verschätzt hatten mit den Bodenverhältnissen.. Sie waren überwiegend Handwerker und hatten wenig Ahnung von Landwirtschaft. Außerdem hatten die Entrepreneure Abmachungen ( Rodungen , sozusagen die Erschließung) nicht eingehalten, so dass die neuen Siedler es doppelt schwer hatten. Viele gaben auf und verdingten sich wieder als Tagelöhner, so dass ganze Dörfer neu besiedelt werden mussten. Vielleicht war es ähnlich im Werder, könnte ich mir jedenfalls vorstellen.....

    Viele Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

  3. #3
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Rainer,

    der von Dir erwähnte Artikel in den Danziger familiengeschichtlichen Beiträgen interessierte auch mich schon früher. Mir fiel ebenfalls auf, dass es in der Regel keine Generationenfolgen gab, aber ich machte mir bisher keine besonderen Gedanken darüber. Wo die Hofmarken an den Häusern angebracht waren, weiß ich ebenfalls nicht.

    Für die Identifizierung der köllmischen Höfe und deren Bewohner gab es anfangs nur die Hofmarken. 1781 kamen die Hypothekennummern hinzu (es wurden in diesem Jahr Hypothekenbücher angelegt) und noch später die Polizei- bzw. Hofnummern. In dem von Dir erwähnten Artikel wird als eine Quellenangabe "Lohmeyer, Haus und Hofmarken, 1880" genannt. Dieser bezieht sich jedoch in seiner Arbeit auf Landrat Carl Parey, der 1869 die Hofmarken des Großen Marienburger Werders -insgesamt 83 Ortschaften- veröffentlicht hatte. Auf Wunsch kann ich diese Hofmarken einscannen und veröffentlichen.

    Wo Hofmarken an den Häusern angebracht wurden, weiß ich nicht. Ich habe mich auch bisher nicht darum gekümmert, aber ich werde mal meine Fotobestände danach durchforsten.

    Obwohl ich nun keinen köllmischen Hof im Werder baue, werde ich doch eine Hofmarke an meiner Vorlaube anbringen. Es werden zwei ineinandergefügte Dreiecke sein.
    -----
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  4. #4

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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo liebe Forum-Teilnehmer!
    Lieber Wolfgang!

    Es wird jetzt also doch endlich wahr dass Du Deinen Traum umsetzen kannst. Aber wie kommst Du auf eine Hofmarke?Und dazu zwei ineinanderfließende Dreiecke? Hast Du Dir dabei Gedanken gemacht was Du damit sagen willst?

    Liebe Grüße von den Balearen
    Helga Claassen

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo, Jutta, hallo Rainer,
    bei meinem Nesuch in Danzig Anfang mai habe ich mich auch für die Hofmarken interessiert.
    Hofmarken sind seit Jahrhunderten in der Danziger Niederung gebräuchlich. Sie waren wie bekannt mit dem Hof fest verbunden, also nicht mit den Familien. Wechselte ein Hof seinen Besitzer, so blieb die Hofmarke bei dem Hof und wurde vom neuen Eigentümer übernommen.
    Diese Marken waren relativ einfache Symbole, bestanden meist aus geraden Linien, die sich leicht schnitzen ließen. Zuweilen erinnern sie an Runenzeichen.

    Auf einem einzigartigen Plan des Dorfes Zugdam von 1667 sind die 8 Höfe mit den zugehörigen Hofmarken zu sehen. Auch die auf der anderen Straßenseite liegenden Flächen an der Mottlau sind mittels Hofmarken diesen Höfen zugeordnet, wie hier zu sehen ist http://www.starypruszcz.pl/forum/viewtopic.php?t=566

    Aber es gab auch vereinzelt gebogene Linien. Der Hof, der meinen Vorfahren in Mönchengrebin seit Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte, hatte in seiner Hofmarke eine gebogene Linie in Form eines „Fleischhakens“. Diese Hofmarke habe ich aus der Überlieferung meiner Tante. Weil ich sonst immer nur gerade Linien fand, hatte ich Zweifel, ob die Hofmarke tatsächlich so ausgesehen haben kann.

    Aber dann fand ich tatsächlichin der Ausstellung im Vorlaubenhaus in Trutenau ein Dokument mit der Auflistung der Hofmarken aus Krampitz und Weißhof. Und darin sind genau diese „Fleischhaken“ zu sehen und auch andere gebogene Linien. (Bild 1)

    Dieses Vorlaubenhaus in Trutenau trägt selbst eine schöne Hofmarke. Die Hofmarke, die 1720 der Erbauer des Hauses George Basener geführt hat, ziert immer noch dieses Haus, das heute im Besitz des Malers Daniel Kufel ist. (Bild 2)

    Sehr schön und von schon weitem zu sehen sind die Hofmarken in
    Sperlingsdorf am Speicher des Hofes von Richard Nickel (1885-1945)(Bild 3).
    Die linke Marke scheint etwas ausgeschmückt zu sein, denn sie zeigt deutlich erkennbar die Initialen des
    Hofbesitzers. Das widerspricht der Regel, dass die Hofmarke dem Hof und niemals der Familie folgt. Dies unterscheidet die Hofmarken auch von den Hausmarken, die in Danzig die Kaufleute benutzten, um ihren Besitz zu kennzeichnen. So scheint wohl eher die rechte Marke die wirkliche Hofmarke zu sein.

    Die Hofmarken dienten aber nicht nur zur Kennzeichnung der Gebäude.
    So hatte jeder Hof auch in den Kirchen seine eigene Kirchenbank, die mit dieser Hofmarke gekennzeichnet war. Ich wollte prüfen, ob in der Kirche meiner Vorfahren, der Kapelle in Herrengrebin noch Spuren zu finden sind. Ich dachte immer an eingeschnitzte Zeichen.
    Der Bürgermeister Jan Kruczek öffnete uns die Kapelle. Doch obwohl dort noch einige alte Bänke vorhanden waren, fand sich keine Spuren von Schnitzereien im Kirchengestühl. Aber Herr Kruczek zeigte uns dann, dass die Hofmarken auf Messingschildern an den Stirnseiten der Bänke angebracht waren . Diese Schilder zieren jetzt vielleicht irgendeine Sammlung.

    Man kann noch deutlich die Aussparungen sehen, in denen einst die Hofmarken angebracht waren (Bild 4).

    Weiter dienten die Hofmarken auch zur Kennzeichnung des beweglichen Eigentums, wie Fuhrwerke, Ackergeräte, Werkzeuge. Manchmal wurde auch dem Vieh die Hofmarke eingebrannt. Ein Beispiel für Hofmarken auf einfachem Werkzeug kann man ebenfalls im Trutenauer Vorlaubenhaus sehen.

    Rainer, Du fragtest nach den Ursachen für die häufigen Wechsel im Hofbesitz.
    Die Zeiten waren hart damals im Werder. Überschwemmungen vernichteten Existenzen.Hinzu kamen Pest, Typhus- oder Cholera-Epidemien, Kriege und Zerstörungen. Die Werderbauern hatten es nicht leicht. Als die Zeiten friedlicher wurden, waren häufig wirtschaftliche Schwierigkeiten die Ursache für den Besitzwechsel. Meine Tante hatte mir von einigen Höfen berichtet, wo der Inhaber "ausgebauert" hatte, also pleite war.
    Ein weiteres Problem war die Erbfolge. In einigen Gegenden war es Brauch, dass der jüngste Sohn den Hof erbte. Das hatte zur Folge, dass die älteren Söhne beizeiten den Hof verließen, entweder in einen anderen Hof einheirateten oder nach Danzig gingen und Kaufmann oder Handwerker wurden. Geschah nun dem jüngsten Sohn etwas, standen die älteren Brüder für die Hofübernahme nicht mehr zur Verfügung und der Hof wurde verkauft.
    Ich bin dabei, die Geschichte der Höfe in Mönchengrebin zu erforschen. Da gibt es Höfe, die in einem Jahrhundert bis zu 5 mal den Besitzer wechselten, andere dagegen über 5 Generationen im Besitz der gleichen Familie waren.
    In den Aufzeichnungen der Preussischen Landesaufnahme 1793 kannst Du sehen, dass manche Bauern sogar mehrere Höfe hatten, die sie dann verpachteten, wo also der Besitzer nicht Eigentümer im heutigen bürgerlich-rechtlichen Sinne war.

    Alles in allem sind die Hofmarken ein interessantes Forschungsgebiet und ich bin gespannt, was dieser thread noch bringt.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus
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  6. #6
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Gerhard,

    ich weiß nicht genau ab wann die Hofmarken ihre Bedeutung verloren, aber ganz sicher hatten sie ab etwa der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts keine praktische Bedeutung mehr sondern wurden lediglich aus Traditionsbewusstsein verwendet. Dies zeigte sich auch darin, dass von Eltern "ererbte" und auf neue Höfe übernommene Hofmarken nicht nur durch einfache Striche ergänzt sondern immer komplizierter wurden. Auch Initialen flossen dann in die Hofmarken ein.

    Rundungen in den Hofmarken sind seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar, auch wenn sie aus praktischen Gründen eher selten blieben. Denn die Hofmarken dienten ja dazu, alles lebende und tote Inventar zu kennzeichnen. Da war es einfacher, schlichte Striche zu schnitzen.
    -----
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  7. #7
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Helga Claassen,

    Du fragst, ob ich mir Gedanken gemacht hätte zu meiner beabsichtigten Hofmarke. Die Antwort: Ja, das habe ich. Bei meinen direkten Vorfahren fand ich bisher keinen Hofbesitzer, die meisten waren einfache Handwerker, Fischer und Mitnachbarn. Die zwei ineinandergefügten Dreiecke sollen in alter Tradition nicht nur geradlinig sein, sondern auch einen Bezug zum Hof/Grund bilden. Mein Grundstück liegt an der Elbinger Weichsel, des früheren fischreichen Hauptarms der Weichsel, und etliche meiner Vorfahren waren Fischer. Die zwei von mir vorgesehenen Dreiecke ">-<" sollen nicht nur jahrhunderte lange Bodenständigkeit symbolisieren sondern auch zum Ausdruck bringen, dass Wasser, See und Fisch elementare Lebensgrundlage meiner Familie waren.
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  8. #8
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo lieber Wolfgang hier ist der ,lange ins Schweigen gebrachte Mottlauspucker.Das habe ich mir aber selbst zuzuschreiben,-"Kennwort"verlegt.Dann habe ich alles Mögliche versucht wieder ins Forum zu kommen,ohne Erfolg!Heute um 16.00 blitzte es im Oberstübchen ,gespeicherte E-Mail! da fand ich dann mein Kennwort.Dieses ist keine Antwort zu deinem Beitrag doch ich muß erstmal rausbekommen wie man Beiträge absetzt.Es grüßt in alter Frische (Altersfrische)der Mottlauspucker.

  9. #9

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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    hallo liebes Forum!
    Hallo lieber Wolfgang?

    Wie kommst Du auf das Symbol ">-<"? Was hat das zu tun mit Bodenständigkeit, Wasser, See und Fisch?

    Liebe Grüße von den Balearen
    Helga Claassen

  10. #10
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Schönen guten Nachmittag,
    hallo Helga Claassen,

    die Hofmarken kennzeichneten zuerst Eigentum und waren später Ausdrücke eines ausgeprägten Traditionsbewusstseins. Sie wurden willkürlich festgelegt. Ich lege für mein Vorlaubenhaus das Symbol eines Fisches fest. Der Fisch wird häufig ausgedrückt durch zwei entgegengesetzte Halbkreise die mittels eines Bindestriches miteinander verbunden sind. Ich habe mir überlegt wie ich mit einfacheren Worten ausdrücken kann, wie meine Hofmarke aussehen soll: Es soll ein mathematisches Größerzeichen sein das mittels eines Bindestriches mit einem Kleinerzeichen verbunden ist.
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  11. #11
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Moin, allerseits,

    ich genieße Eure spannenden Beiträge, die – wohl wenig überraschend – neue Fragen und Beobachtungen provozieren.

    Hofmarken:

    Erst jetzt fällt mir in Jantzens zitierten Beitrag von 1929 der Absatz auf, in dem er sagt, dass er in Klein- und Großzünder „zeichnerische und photographische Aufnahmen von Kunstgegenständen, Gebäuden, Grabsteinen, Hofmarken pp gemacht“ hat (S. 111). D.h., es gab die Hofmarken damals noch. Jantzen bietet auch an, weitere Auskünfte zu erteilen … leider sind wir da wohl ein wenig spät dran …

    Bzgl. der Form der Hofmarken stellt Jantzen im Laufe der Zeit Veränderungen fest, genauso wie sich Familienwappen verändert hätten. D.h., anfangs – 15. Jahrhundert – bestanden sie, wie auch Sinus sagt, aus geraden Linien / Schnitten, später wurden regelrechte Kunstwerke daraus – siehe z.B. die Hofmarken von Klein- und Groß-Zünder. Dies dürfte auch wachsendes Selbstbewusstsein und Prestige ausdrücken.

    Wolfgang: Wenn Du die von Jantzen genannte Quelle „Lohmeyer: Haus und Hofmarken“ und die Veröffentlichung von Landrat Carl Parey hast, wäre ich an einer Kopie natürlich sehr interessiert.

    Der Ort der Hofmarken an Gebäuden: Sinus’ Beispiele zeigen sie zum einen am Vorlaubenhaus am Querträger über den Ständern – und nicht über der Eingangstür -, zum anderen am Giebel von neueren – nach 1880 erbauten – Ziegelgebäuden. Das heißt, dass die Hofmarken auch noch lange Zeit, nachdem sie ihre juristische Eigentumsfunktion verloren hatten, bewahrt / gepflegt wurden.

    Also gehen wir die Hofmarken suchen, nicht nur an den älteren Vorlaubenhäusern sondern auch an den neueren Ziegelgebäuden.

    Frage eines Amateurs: Wolfgang, wo findet man die von Dir genannten Hypothekenbücher bzw. die Polizei- und Hofnummern?

    Kurzer Exkurs: Jantzen listet auf der Basis eines Dokuments von 1798 die feuerversicherten Höfe in Klein- und Groß-Zünder auf. Diese Feuerversicherung war vonnöten aufgrund der heftigen Sommergewitter im Werder, die immer wieder zu Bränden führten. Mein Vater berichtete, dass er in den 20-er Jahren von der Danziger Wohnung im dritten Stock am Langgarten Tor weit ins Werder sehen konnte und gelegentlich Höfe brennen sah … wobei er durchblicken ließ, dass es durchaus vorkam, dass die Bauern die Gelegenheit nutzten und bei den Bränden etwas nachhalfen …

    Häufige Wechsel der Hofeigentümer im 17. und 18, Jahrhundert

    Jutta: Friderizianische Kolonien und Siedlungen von Pfälzern im Werder? Von derartigen Siedlungen habe ich bzgl. Pommern irgendwann in grauer Vorzeit schon einmal gehört. Ich hatte dabei immer angenommen, dass es sich um die Neuanlage ganzer Dörfer handelte. Klein- und Groß-Zünder sind jedoch Siedlungen holländischer Wasserbauern aus dem 15. Jahrhundert, die – so nehme ich mal an – nie gänzlich entvölkert waren. Beide Orte liegen, wie eine Karte von 1903 zeigt (http://amzpbig.com/maps/1779_Kasemar...ische_1903.jpg ), auf einer erhöhten Sanddüne, so dass die Ortskerne selbst bei den vorsätzlichen Flutungen des Werders durch die Schweden und zuletzt die napoleonischen Truppen kaum überschwemmt gewesen sein dürfen, sehr wohl jedoch die umliegenden Äcker. Wenn Neusiedler jedoch in bereits besiedelte Gegenden zogen, dann müssten sie gemeinhin als erstes geschaut haben, wie die Altsiedler die Landwirtschaft betrieben.

    Kleiner Exkurs: Sowohl in Danzig bzgl. des Werders wie im südlichen Ostpreußen wurde mir im letzten Jahr erklärt, dass die 1945 aus der heutigen Ukraine vertriebenen polnischen Bauern in diesen Gebieten die Landwirtschaft aus Ahnungslosigkeit falsch betrieben hätten. Sie pflügten wie in ihrer Heimat 60 cm tief. In diesen Regionen pflügte man jedoch nur 40 cm tief. Durch die 60 cm zerstörten die Polen die Drainageschichten, wodurch die Felder versumpften und die Erträge erheblich zurückgingen.

    Sinus, ich folge Deinen Argumenten und Überlegungen voll. Aber waren die Verhältnisse in anderen Regionen nicht genauso schlimm bzw. dort, wo die Bauern Untergebene / Leibeigene der Adeligen waren nicht noch schlimmer? Irgendwie behagt es mir nicht, diese Faktoren als alleinige Erklärung für diese Non-Kontinuität auf den Höfen so stehen zu lassen.

    Die Frage ist, wieweit Jantzens Aussagen in der vorgelegten Form stimmen. Jantzen bzw. seine Familie kam aus Groß-Zünder. Mein alter Herr schrieb 1982 über unseren Vorfahren Müller, der aus Königsberg stammend sich 180x bei Neukirch niederließ und dessen Sohn Mitte des 19. Jahrhunderts in Klein Zünder einen Hof erwarb:

    „Trotz des Erwerbs des Hofes war die Familie Müller offenbar recht wohlhabend. Da waren der Hauslehrer für die Kinder, die recht kostbare silberne Uhr, die ich aus dem Nachlaß erbte (und die 1945 in Danzig verbrannt ist), die Glaskutsche "Rummelsburger", eine Sonderanfertigung für die zwölfköpfige Familie. Ein Sonntagsgefährt, das, nach heutigen Maßstäben mindestens einem Mercedes 450 entsprach.

    Kurz, dieser Martin Ferdinand Müller war der Begründer der einzigen Bauernfamilie im Werder mit dem Namen Müller. Vielleicht gab es andere Müllers, Lehrer oder Pfarrer, Kaufleute oder Handwerker. Oder Briefträger. Ist aber unwahrscheinlich: mit Ausnahme vielleicht der Pfarrer stammten die doch alle von den Höfen, hießen somit nicht Müller.

    Und die Landarbeiter, die in den Katen wohnten? Die redeten die Bauern mit "Gnädiger Herr" an und wurden mit Vornamen angesprochen Über deren Nachnamen weiß ich nichts – aber sie zählten im Werder sowieso nicht. Nur die Bauern, zur Not noch der Pfarrer, wenn er Skat spielen konnte und einen Schnaps mochte. Und die Schnapsbrennerfamilie Stobbe in Tie¬genhof wegen des Machandels.“

    Sprich: Da gab es eine ganze Portion an Klassendenken und Arroganz. Übertragen auf Jantzen kann das bedeuten, dass mit „Die Bewohner der Dörfer Groß- und Klein-Zünder im 17. und 18. Jahrhundert“ nicht die Einwohner gemeint sind sondern nur die Hofbesitzer (weil die anderen ja sowieso nicht zählten). Und vielleicht listet er noch nicht einmal alle Hofbesitzer auf, sondern nur diejenigen mit Höfen mit identifizierten Hofmarken … Im Ergebnis kann das bedeuten, dass die Kontinuität bei der Bevölkerung höher war, als Jantzens Aufstellungen vermuten lassen.

    Inzwischen habe ich in dem Artikel Adalbert Goertz: Lutherische Trauungen 1648 – 1700 in Groß Zünder, in: Altpreußische Geschlechterkunde, Neue Folge, Blätter des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, 36. Jahrgang, Band 18, 1988, S. 177 ff - eine Reihe von Namen im 17. Jahrhundert gefunden, die sowohl bei Jantzen im 18. Jahrhundert auftauchen und auch bei den Landesaufnahmen von 1772 und 1793 … siehe oben bzgl. der Kontinuität.

    Sinus: Wie gehst Du bei der Erforschung der Höfe in Mönchengrebin vor?

    Beste Grüße zur Zeit aus Kronberg,
    Rainer MueGlo

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo, Rainer,

    Du fragst, wie ich bei der Erforschung der Höfe in Mönchengrebin vorgehe.
    Also meine wichtigste Quelle ist meine Tante, die mit 91 Jahren geistig noch auf der Höhe ist und fast zu jedem Hof die letzten Eigentümer nennen konnte und meist noch einige Geschichten dazu über Verwandtschaftsbeziehungen, Eigentümerwechsel, Brände, Umbauten, Schwarzschlachtungen, Kriegsgefallene u.v.a.m.
    Dann nutze ich natürlich die gängigen Quellen wie Adressbücher 1927 und 1888. Das 1888er Adressbuch hat den Vorzug, dass es die Namen nicht alphabetisch sondern geografisch aufführt (von Nord nach Süd). Das erleichtert die Zuordnung enorm. Weiter die Preussische Landesaufnahme 1772 (Mönchengrebin gehörte 1772 nicht zur Stadt Danzig sondern zum Kloster Oliva und wurde bereits bei der 1. Polnischen Teilung preussisch, wie so ein Wurmfortsatz aus der Danziger Höhe in die Niederung hinein).
    Durch die Hinweise auf meine Forschung haben sich schon Nachkommen anderer Familien gemeldet, die mir natürlich auch sehr weiter geholfen haben.
    Dann natürlich die Kirchenbücher von Wossitz, die ich in Berlin im Ev. Zentralarchiv einsehe. Besonders in den Kopulationsregistern findet man Hinweise auf Eigentümerwechsel der Höfe (in dem Fall, dass ein Sohn die Tochter eines anderen Hofbesitzers heiratet und den Hof des Schwiegervaters übernimmt). In Mönchengrebin sind Höfe auch häufig verkauft worden, besonders in der Zeit von Mitte 19.Jhdt. bis nach dem 1. Weltkrieg.
    Nochmal zu den unruhigen Zeiten, in denen die Menschen (und besonders die Hofbesitzer) lebten. Fast jede Generation hatte ihren Krieg. Eine kleine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:
    1576 -77 Danziger Krieg
    Die Stadt Danzig erkennt den gewählten König Stefan Batory nicht an.
    Dieser zieht gegen Danzig, Plünderungen und Zerstörungen in den Werderdörfern

    1626-35 1. Schwedenkrieg (Schweden gegen Polen).
    Die Burg Grebin ist von Schweden besetzt. Die Niederungsbauern werden von der
    schwedischen und auch von der polnischen Armee mit hohen Abgaben drangsaliert.
    Vieh und Getreide werden ihnen genommen. Viele Bauernhöfe gehen in Flammen
    auf.
    1627 wird Sperlingsdorf geplündert, ab 3.8.1628 hat Gustav Adolf sein
    Hauptquartier in Grebin.

    1654-60 2. Schwedenkrieg (Schweden gegen Polen).
    Grebin unter schwedischer Besatzung von Danzigern belagert.
    1656 Kriegshandlungen auch im Danziger Werder.
    24.05.1656 erobern Schweden Grebin.
    1700-21 2. Nordischer Krieg.
    1702-1704 Feldzug durch die Danziger Niederung, 1712 polnische Truppen in der
    Niederung.

    1733-34 Polnischer Erbfolgekrieg
    russische und sächsische Truppen im Werder, Einquartierungen und Plünderungen
    1756-63 7-jähriger Krieg
    (3. Schlesischer Krieg) zwischen Russland/ Österreich/ Frankreich gegen Preußen/
    Großbritannien. Polen blieb trotz Personalunion mit Sachsen neutral. In Ostpreußen
    konnten die russischen Truppen in der Schlacht von Groß-Jägersdorf am 30.
    August 1757 das preußische Korps schlagen, das sich bis hinter die Weichsel
    zurück zog. 1758 bis 1762 Einquartierungen russ. Truppen in den
    Niederungsdörfern.

    1772 1. Polnische Teilung, Preussische Rechtsordnung löst bisheriges polnisches und
    Danziger Recht ab

    1807 Napoleonische Truppen belagern, besetzen und plündern Danzig.
    Danzig wird Freistaat unter dem Schutz der Könige von Preussen und Sachsen
    1813 Befreiungskrieg
    Napoleonische Truppen belagern, besetzen und plündern Danzig.
    Danzig wird Freistaat unter dem Schutz der Könige von Preussen und Sachsen
    Danach wurde es ruhiger und bis 1945 waren keine fremden Truppen
    mehr in der Niederung

    Beste Grüße
    sinus

  13. #13
    Forum-Teilnehmer Avatar von susannefreter
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo,

    danke vielmals für den Link. Habe ein paar Verwandte ??? gefunden.
    Viele Grüße, Susanne
    -----------------------

  14. #14
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Ich suche Hofmarken aus Trutenau. Danke

  15. #15
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo, Freunde der Hofmarken,

    habe kürzlich im Ev. Zentralarchiv in Berlin im Film "Kirchenbücher Wossitz" Nr. 5814 ganz am Ende einen vom damaligen Pfarrer handgezeichneten Lageplan von Wossitz aus dem Jahr 1890 gefunden mit Eintragung aller Hofbesitzer und der zu den Höfen gehörigen Hofmarken. Interessenten können eine Kopie anfordern gegen Gebühr natürlich. Ich selbst habe keine Kopie.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus

  16. #16
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo,

    Im ev. Zentralarchiv Berlin fand ich im Kirchenbuch Wotzlaff eine Darstellung der Kirchensitzverhältnisse aus dem Jahr 1864. Darin werden die entstandenen Probleme bei der Zuteilung der Kirchensitze zu den einzelnen Höfen behandelt. Offenbar gab es durch Hofteilungen und -zusammenlegungen oder auch durch Neusiedlungen (ehem. Grebiner Wald) Störungen der alten Sitzordnung und Bedarf an zusätzlichen Sitzen, der vermutlich auch Streitereien zwischen den Sitzinhabern führten.
    Dabei werden einige Höfe auch mit ihren Hofmarken genannt. Ich habe die dort eingetragenen Hofmarken abgezeichnet und hänge sie an.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus
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  17. #17
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Moin, Sinus,

    sehr schoen.

    Inzwischen habe ich auch noch etwas gefunden: Die Hofzeichen, die Eugen B. Jantzen in seinem Artikel "Die Bewohner von Gross- und Klein Zuender im 17. und 18. Jahrhundert darstellte stammen aus dem KB 1733 - 1804. 1733 erstellte der Pfarrer eine Aufstellung der Hoefe von Gross- und Klein Zuender. Seine Nachfolger fuegten dann jeweils die folgenden Eigentuemer dazu ... was zu einer einzigartigen Schmiererei gefuehrt hat. Mir ist noch nicht klar, was ich davon entziffern kann.

    Dann kam jedoch der Hammer: 1830 hat der Pfarrer eine neue Aufstellung der Hofbesitzer in das KB eingefuegt, die auch wieder fuer eine mir noch nicht klare Anzahl an Jahrzehnten weiter gefuehrt wurde. U.a. taucht mein Urgrossvater als Besitzer des Muellerschen Hofes in Klein Zuender auf sowie dessen Vorbesitzer. Mal sehen, wieweit ich damit jetzt die Geschichte des Hofes zurueckverfolgen kann.

    Die Details kommen noch.

    Beste Gruesse aus Kigali,

    Rainer MueGlo
    "Der Mensch lebt, so lange man sich seiner erinnert!" - Afrikanisches Sprichwort

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  18. #18
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Moin,

    ich habe mich noch einmal aufgemacht, nach dem von Eugen B. Jantzen in seinem u.a. Artikel angegebenen Buch von Lohmeyer "Haus- und Hofmarken", 1880, zu suchen. Ergebnis: Fehlanzeige. Und allmählich glaube ich, dass es das Buch überhaupt nicht gibt, denn ...

    ... ich habe etwas anderes gefunden: Homeyer, Carl Gustav: Die Haus- und Hofmarken, Berlin 1870 ... ca. 550 Seiten über entsprechende Marken im gesamten Mitteleuropa.

    Momentan gehe ich davon aus, dass Jantzen einfach geschlampt hat ... grrrr. Sein Artikel enthält etliche Lese-, Interpretations- und Schreibfehler ... aber daran sind wir durch Ministerdissertationen inzwischen ja gewöhnt ...

    Die Westpreußen betreffende Teile von Homeyers Buch habe ich "zerlegt" in die Website

    http://www.momente-im-werder.net/01_...01_Homeyer.htm

    gepackt. "Zerlegt", weil im Buch die Marken ausgewählter Orte getrennt von den Listen der Eigentümer dargestellt werden, was die Sache ziemlich unleserlich macht.

    Homeyer sagt, dass er die Hofmarken von 33 Orten der Danziger Niederung habe ... und präsentiert leider nur eine Auswahl. Wie kommen wir jetzt an die anderen???

    Viel Spaß und beste Grüße,

    Rainer MueGlo
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  19. #19
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Emil Schnippel schreibt dazu:

    ""Die Hausmarke, hier „das Hofmark“ genannt, haftet nicht wie z B bei den Fischern von Hela an der Person, sondern am „Hofe“ und ist daher auch in seiner starren geradlinigen Gestalt unveränderlich. Es gilt als von alters her überliefert und ist insbesondere im Querbalken über der Haustür eingestemmt, gewissermaßen als Abzeichen und Name des Hofes. Aber auch „jedes Pferdegeschirr und jeder Paartopf“ wurde damit gezeichnet. „Wechselte der Besitzer, so verblieb doch das Zeichen dem Hofe, die Person des Besitzers hatte keinen Anspruch darauf“. (Vergleiche . L. Passarge, Weichseldelta S 237 und 348 ff.)""
    (Emil Schnippel, Volkskundliches aus dem Werder, 1909)

    http://pbc.gda.pl/dlibra/docmetadata..._id=&lp=14&QI=

    Leider schrieb er dazu nicht mehr.
    Herzliche Grüße von Karin!
    Ich suche die Hochzeit von Schmied Johann Gustav Witschke und Maria Mathilde Magdalena Koschnick, ca 1890/1896 in?. Sohn Otto Witschke wurde am 3.10.1896 in Holm-Hinterthor geboren.

  20. #20
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Hallo liebe Leser,

    sind aus Bohnsack und Pasewark auch Hausmarken der dortigen Höfen bekannt?


    Beste Grüße,

    MarcelKr

  21. #21
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    Standard AW: Hofmarken und Hofvererbung im Werder

    Guten Morgen

    Sind jemandem vlt. Hofmarken der Familie Ziemann aus Müggenhahl bekannt?
    In dem verlinkten Buch hatte ich leider keinen Erfolg.
    LG
    Marco Ziemann

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