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Thema: Christel Wachowski: Als die Menschen verstummten

  1. #1
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard Christel Wachowski: Als die Menschen verstummten

    Schönen guten Nachmittag,

    hier eine kleine Rezension zum kürzlich erschienenen Buch von Christel Wachowski "Als die Menschen verstummten / Erinnerungen an die Flucht aus unserer Heimat Danzig":

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    Es ist wichtig, die Vergangenheit festzuhalten, sie aufzuzeichnen, sie für Interessierte öffentlich zu machen. Besonders interessant ist es, wenn persönlich Erlebtes authentisch vermittelt wird. Die Autorin schreibt in kurzen Kapiteln über ihre Kindheits- und Jugenderlebnisse in Danzig sowie ihre Flucht Ende des Krieges und die darauf folgende Internierung in Dänemark.

    Die Motivation für das Schreiben des Büchleins kommt aus ihrer Familie, die sie dazu bewegte, das alles schriftlich zu dokumentieren. Und so sind diese Aufzeichnungen auch eine nette Familienerzählung, vorlesbar selbst für jüngste Nachkommen. Die Eindringlichkeit jedoch, die Dramatik, die Wucht, die Katastrophe, die der Titel "Als die Menschen verstummten / Erinnerungen an die Flucht aus unserer Heimat Danzig" vermuten lässt, tritt in den leisen Erzählungen nur ansatzweise hervor.

    Im Anhang sind etliche Familienfotos zu finden, die über die Zeiten hinweg gerettet werden konnten. Das Buch zeigt eine Familiengeschichte, ein Familienschicksal auf, wie es sich zig hunderttausendfach ereignete.

    Mein Fazit: Empfehlenswert für all Jene, die keine Publikation zu diesem Thema verpassen möchten.

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    ISBN-10: 3-8391-0427-0
    EAN: 9783839104279
    Verlag: Books on Demand GmbH
    Einband: Taschenbuch
    Seiten: 128
    Gewicht: 198 Gramm
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    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  2. #2
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    Standard AW: Christel Wachowski: Als die Menschen verstummten

    Freundliche Grüße an die Verfasserin des Buches 'Als die Menschen verstummten", Christel Wachowski,
    und Dank an Wolfgang wegen der Rezension.
    Das Buch enthält bezüglich der letzten Tage in Danzig eine vergleichsweise milde Schilderung des Lebens und der Ereignisse.
    Ich bin ca. 1 Jahr älter als Frau Wachowski. Wir haben in der Straße "Schwarzes Meer" gewohnt, Parallelstraße zur Grenadiergasse. Obwohl ich (noch 15 J.) durch zufällige Ereignisse - ohne meine Eltern und meine jüngere Schwester -
    am 23.03.1945 auf einem kleinen Schiff (zwangsweise) abtransportiert wurde, habe ich noch schlimme Bombardements erlebt, u.a. Einschläge in der 'Lastadie' und totaler Brand des 'Vorstädtischer Graben'.
    Ich war im 'Schnellkommando'; das waren kleine Hilfsgruppen zum Einsatz bei Fliegerangriffen. --
    Das Schiff, auf dem ich abtransportiert wurde, wurde am 24.03.45 in der Danziger Bucht von einem russischen Flieger im Tiefflug angegriffen, doch die Bombe fiel zum Glück neben den Bug. --
    Ich hatte mir auch ab Februar 1945 bis nach Kriegsende Notizen in meinem Taschenkalender gemacht. ---

    Vergleichsweise schildert Kurt Paul Pahlke von Danzig-Ohra, Jahrgang 1935, in seinem Buch 'Danzig, der Krieg und ich' die grauenvollen Vorgänge nach der Eroberung und danach der Vertreibung. Leider fehlen bei ihm Zeitangaben von der Eroberung und danach, aber er war erst 10 Jahre alt.
    Ich bin 1970, 1971 und 1995 wieder in Danzig gewesen. Bei dem letzten Besuch wurde ich am Hauptbahnhof überfallen und beraubt und bin deshalb nicht wieder hingefahren.

    Jetzt lebe ich in der wunderbaren Stadt Hamburg, aber die Wunde der so verlorenen Heimat heilt nicht.

    Grüße an alle, denen es ähnlich ging oder die sich dafür interessieren,
    Dibomax

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