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Thema: Glocken Fürstenwerder

  1. #1
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    Standard Glocken Fürstenwerder

    Hallo,

    ich habe im Internet herausgefunden, das die Kirche von Fürstenwerder offenbar noch die alten Glocken aus deutscher Zeit besitzt. Die Glocken tragen nämlich deutsche Inschriften.
    Hat jemand diese Glocken früher oder auch jetzt läuten gehört. Hingen diese Glocken früher auch in diesem Gestell?
    Es sieht so aus, als ob die größere der beiden Glocken einen Riss hat und nicht mehr geläutet wird.
    Gibt es in dem Dachreiter auf der Kirche auch noch Glocken?

    Über jede Antwort würde ich mich sehr freuen, da Nachbarn meiner Oma aus Einlage dort jeden Sonntag zur Kirche fuhren.

    Hier noch ein Bild:

    http://www.google.de/imgres?imgurl=h...:429,r:25,s:61

  2. #2
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Schoenen guten Abend,

    wahrscheinlich werde ich morgen nicht die Zeit aufbringen koennen, um an der Kirche anzuhalten. Ich fahre da zwar jeden Tag vorbei, aber morgen jagt ein Termin den anderen. Aber ich denke, dass es am Samstag klappen koennte. Warum die Glocke heute in dem Gestell haengt werde ich auch noch herausbekommen.

    Viele Gruesse aus dem naechtlichen Danzig
    Wolfgang
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  3. #3
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    Themenstarter

    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Hallo, vielen Dank für die Antwort.
    Es wäre wirklich sehr interessant, mehr über diese Glocken zu erfahren. Vermutlich ist die größere Glocke schon seit langem gerissen, da man im inneren der Glocke auch keine Spuren des Klöppels vorfindet. Bei der anderen Glocke sieht man deutlich die Anschlagstellen in der Glocke. Die größere Glocke schätze ich vom Alter her auf die Barockzeit. Könnte aber auch etwas jünger oder wesentlich älter sein. Das kann ich ander Glockenform, Rippe genannt, erkennen. Die kleinere Glocke ist wohl wesentlich jünger. Von deren Form her könnte sie auch erst nach dem ersten Weltkrieg gegossen worden sein. Das kann ich aber nicht genau beurteilen.
    Ich befasse mich seit langem schon mit Glocken und somit interessieren mich auch Gloken aus der Heimat meiner Großmutter.
    Den Riss der großen Glocke könnte man schweißen. Es gibt einen Familienbetrieb in Nördlingen (Bayern), der seit Jahrzehnten erfolgreich Glocken schweißt und wieder zum Klingen bringt. Dazu wird die gesamte Glocke auf etwa 500° erhitzt.
    Ich kann mir gut vorstellen, das dazu im heutigem Fürstenwerder nicht die nötigen Fianziellen Mittel vorhanden sind. Aber die große Glocke ist, da bin ich mir reht sicher, ein Stück deutsche Geschichte und hat über Jahrhunderte hinweg in Fürstenwerder Freud und Leid verkündet.
    Ich freue mich etwas von den Glocken zu hören.


    Liebe Grüße

    Dustin

  4. #4
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    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Hallo zusammen!
    Mein Vater ist 1931 in Fürstenwerder geboren und konnte mir etwas zu Glocken in Fürstenwerder erzählen. Als eifriger Ministrant hat er intensive Bekanntschaft mit den Glocken gemacht, da es auch zu den Aufgaben der Ministranten gehörte, die Glocken von Hand zu läuten.
    Es gab zu seiner Kinderzeit 3 Glocken: ein große, eine etwas kleinere, und eine, die deutlich kleiner war, die Wandlungsglocke. Die Glocken hingen im Turm der Kirche. Der Turm hatte große Klappen (ich vermute große Schallöffnungen), die zu allen vier Himmelsrichtungen zeigten und geöffnet wurden, wenn die Glocken geläutet wurden. Der Erinnerung meines Vaters nach gab es einen größeren Turm, in dem die Glocken hingen. Es war wohl auch möglich, sich als Ministrant beim Läuten, von dem Glockenseil ein Stück in die Höhe ziehen zu lassen. Der Turm muss gegen Ende des Krieges wohl abgebrochen worden sein, weil die Glocken weggebracht oder einfach nur aus dem Turm geholt wurden. So kann mein Vater nicht sagen, ob die Glocken, die heute auf dem Friedhof im Gestell hängen, die original Glocken sind oder nicht. Aber es wäre ja möglich.
    Schön fand ich eine weitere Erinnerung, die mein Vater erzählte:
    An besonderen Tagen, z.B. wenn Dominik in Danzig war, wurden die Glocken über einen langen Zeitraum (wohl 45 Minuten!) im ganzen Werder geläutet. Das funktionierte nach einem einfachen Prinzip. Die Dominikanerkirche in Danzig begann, die anderen Kirchen der Stadt schlossen sich an. Die umliegenden kleineren Orte, „antworteten“ durch ihr Geläut, sobald sie es hören konnten. Und so verbreitete sich, wie eine gute Nachricht, das Geläut weiter, durch das ganze Werder bis zur Marienburg.

  5. #5
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Schönen guten Nachmittag,

    morgen werde ich mal die Glocken in Nahaufnahme photographieren und ich hoffe, dass die Inschriften lesbar sind.

    Ich habe noch keine Vorkriegsaufnahme der Kirche gesehen, aber ich werde mal recherchieren ob der Turm früher anders aussah. Höhere Gebäude wurden hier noch in den letzten Kriegstagen von der deutschen Armee gesprengt um den russischen Feuerleitoffizieren keine Orientierungspunkte zu geben. So ist hier auch die alte Fentrohs'sche Mühle auf dem gegenüberliegenden Damm der Elbinger Weichsel gesprengt worden (und auch z.B. der Kirchturm der Bohnsacker Kirche).

    Viele Grüße aus Prinzlaff
    Wolfgang
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  6. #6
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Schönen guten Nachmittag,

    in den vergangenen Tagen war es draußen naß, rutschig, blottig, sodass ich nur wenig unterwegs war. Aber heute habe ich drüben in Fürstenwerder ein paar Aufnahmen machen können.

    Auf beiden Glocken befinden sich spärliche deutsche Inschriften. Auf der größeren älteren Glocke konnte ich lesen "Andreas Manholt" sowie "Glaube, Liebe, Hoffnung", auf der kleineren Glocke: "Spenden der Gemeinde Anno 1891" sowie '"Gegossen von Jean Collier in Danzig"

    Viele Grüße aus Fürstenwerders Nachbardorf Prinzlaff
    Wolfgang
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  7. #7
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    Standard AW: Glocken Fürstenwerder

    Hallo Wolfgang, die Aufnahmen sind klasse!
    Wenn es gelingt, die Glocken zu identifizieren, melde ich mich auf jeden Fall!
    Herzliche Grüße aus dem total verhangenen Niedersachsen,
    K.

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