Hamburg, den 15.02.012
Sehr geehrter Herr Naujock,
Wie sie merken, ist mein Artikel - Warum ich schreibe - in einigen Tagen über 580 Mal geöffnet worden, das zeigt, dass er aufmerksam beachtet wird.
Dass eine jüngere Generation nicht mehr von Emotionen gehemmt wird, wenn Sie Texte kritisch lesen werden, kommt wie das Amen in der Kirche auf uns zu. Was viele übersehen, zum Beispiel, dass in den Berichten kaum Danziger Polen, Juden oder andere zu Worte gekommen sind, das wird später noch aufgearbeitet werden und die Frage, warum es geschehen konnte, wird spätere Textkritiker beschäftigen. Meine Kritik an Frau Steinbach kennen sie sicherlich, sie basiert darauf, dass ausgerechnet diese Frau und der Vorstand des BDV bisher keine Kontakte zu dem Verein der Danziger, Westpreußen und Ostpreußen aufgenommen hatte. Siehe mein Beitrag in der Bucerius Uni in Hamburg während ihres Auftrittes dort. Leider hat auch der Danziger Hauskalender bis heute keinem Mitglied der Danziger Minderheit die Möglichkeit gegeben, eine eigene Darstellung seines Leidensweges in Danzig zu veröffentlichen. Außer dem Hinweis, dass in Tel Aviv ein Denkmal für die Opfer des Krieges aufgestellt wurde und in Verbindung mit einem Gedächtnis – Wald, ist keine weitere Mitteilung erschienen. Mein kleiner Artikel über Max Danzig eben auch nicht. Nun ist Frau Rosenberg bestimmt keine Antisemitin, , aber die Sorge, dass im Danziger Hauskalender Jüdiche Mitbürger zu Worte kommen, würde zum Verlust von Abonnenten führen, könnte wohl der Grund gewesen sein, dieses Thema auszuklammern. Nun hatte Frau Rosenberg sich damit zu helfen gewusst, dass sie in mehreren Kalendern an jüdische Geschäfte erinnerte.
Mein oben erwähnter Artikel enthält Lob, aber auch kritische Nachfrage. Leider ist meine Antwort nicht erschienen. Da sich fast alle Beteiligten anonym melden, ist es über das Internet nicht möglich, wie früher im Briefverkehr, private Antworten zu erteilen. Das ist ein Problem, des Versteckspiels untereinander. Insofern kann ich von einer Zugehörigkeit zur Danziger Stadtgemeinde nicht mehr sprechen. Diese Art der Kommunikation fördert zunehmend die Isolierung untereinander. Grüße sendet aus Hamburg . Gerhard Jeske