Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Der nördliche Teil Fürstenwerders

  1. #1
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
    Registriert seit
    10.02.2008
    Ort
    Prinzlaff/Przemysław
    Beiträge
    9.129

    Standard Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Schönen guten Morgen,

    Fürstenwerder ist ein altes Straßendorf, ein Dorf also, in dem links und rechts der Straße die Häuser und Höfe lagen. Wenn man von Norden kommt, also von Nickelswalde (Mikoszewo), Prinzlaff (Przemyslaw) und Schönbaum (Drewnica), überquert man die Elbinger Weichsel und ist in Fürstenwerder. Von Süden her kommt man in das Dorf, fährt hindurch und an der Kreuzung Schönbaum - Brunau (Bronowo) biegt man dann in der Regel links nach Schönbaum ab. Aber das Straßendorf Fürstenwerder ist noch ein bisschen größer. Denn an der Kreuzung kann man auch gerade aus fahren auf einen alten furchtbar holprigen Kopfsteinpflasterweg. Gleich rechts steht dann das wunderbar restaurierte Vorlaubenhaus "Hamm". Fährt man den Weg weiter Richtung Jankendorf (Jankowo) stößt man auf weitere alte mennonitische Bauernhöfe.

    Von der Prinzlaffer Seite der Elbinger Weichsel aus fotografierte ich diesen Teil Fürstenwerders.

    Viele Grüße aus dem Danziger Werder
    Wolfgang
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken      
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  2. #2
    Forum-Teilnehmer
    Registriert seit
    29.07.2011
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    21

    Standard AW: Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Die Macht der Bilder!!!
    Ich möchte mal einen Dank an das Forum, an Wolfgang und alle, die Bilder einstellen, loswerden!
    Als ich jünger war, konnte ich mir die Heimat meines Vaters nicht vorstellen und wenn er schwärmte, klang es für mich ehr abstrakt. Aber die Bilder, die ich in diesem Forum gefunden habe, lassen in mir etwas lebendig werden.
    Allen einen Dank, die das ermöglichen!
    Katharina

  3. #3
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
    Registriert seit
    10.02.2008
    Ort
    Prinzlaff/Przemysław
    Beiträge
    9.129

    Themenstarter

    Standard AW: Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Schönen guten Abend,
    hallo Katharina,

    danke auch Dir für diese schöne Resonanz auf die Bilder. Und ein Dankeschön auch allen Anderen, die sich hochgeladene Fotos anschauen und das kommentieren.

    Es freut Einen immer zu wissen, dass man eine kleine Freude bereiten konnte.

    Viele Grüße aus Prinzlaff wo ich von meinem Fenster aus gerade einen wunderbaren Blick über die Elbinger Weichsel hinweg auf den nördlichen Teil Fürstenwerders habe
    Wolfgang
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  4. #4
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
    Registriert seit
    10.02.2008
    Ort
    Prinzlaff/Przemysław
    Beiträge
    9.129

    Themenstarter

    Standard AW: Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Schönen guten Abend,

    hier noch einige Fotos von den mennonitischen Höfen im Norden Fürstenwerders. Ich fuhr heute auf dem holprigen Kopfsteinpflasterweg entlang der Elbinger Weichsel. Ende des Krieges wurde hier noch die alte Fentrohs'sche Kornmühle gesprengt von der es heute keine Überreste mehr gibt.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken       
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

  5. #5
    Forum-Teilnehmer
    Registriert seit
    19.04.2012
    Beiträge
    2

    Standard AW: Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Guten Morgen,
    wollte ebenfalls vielen Dank sagen für die schönen Bilder von den mennonitischen Höfen. Noch eine Frage dazu - was bedeutet in diesem Zusammenhang "alt" - wie alt sind diese Höfe? Sind sie aus dem 19. Jahrhundert, oder gibt es da auch noch ältere?
    Schöne Grüße,
    HaFaWie

  6. #6
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
    Registriert seit
    10.02.2008
    Ort
    Prinzlaff/Przemysław
    Beiträge
    9.129

    Themenstarter

    Standard AW: Der nördliche Teil Fürstenwerders

    Schönen guten Abend,

    einer meiner Spaziergänge am letzten Sonntag führte mich in Fürstenwerder entlang der Elbinger Weichsel bis auf Jankendorfer Gebiet, hart an der Grenze zur Brunauer Gemarkung. Es war ein typischer Herbstspaziergang: Frischer Wind hart von Nord, verdorrtes Gras, abgeerntete Felder, Feldwege im saugenden Blott, Wildgänseschreie, glasklarer Himmel.

    Eigentlich musste ich mich überwinden rauszugehen. Meine Frau musste alle Überredungskünste aufwenden. Ich wollte nicht so recht. Aber bei so einem Wetter? Es ist immer wieder von Neuem eine Entdeckungstour. Du kannst da zehn Mal gehen, und wenn Du die Augen aufmachst, siehst Du zehn Mal etwas Anderes, etwas Neues.

    Am Ende der Dorfsiedlung Fürstenwerder: Bellende Hunde, ein noch nicht abgeernteter unter seiner Fruchtlast schier zusammenbrechender Apfelbaum, der Feldweg mit Kohlenasche bestreut. Dadurch bleibt der Blott aber trotzdem immer noch Blott. Wir laufen auf einem Grasstreifen. Ein Weißdorngebüsch mit herbstlich rot leuchtenden Früchten. Wir kommen zu einem parallel zur Elbinger Weichsel angelegten Vorfluter, hinter dem Deich. Weite Felder, abgeerntet, umgepflügt, geeggt, teils mit Gründüngung bepflanzt. Bis zum Horizont, bis zu Alleen die eine über das Werder führende Straße anzeigen, bis zu vereinzelten weißen fernen Wolken.

    Die Elbinger Weichsel war in früheren Zeiten einmal der Hauptarm der Weichsel über den bis zu sieben Zehntel der Wassermassen in das Frische Haff flossen. Erst im 18. Jahrhundert floss aufgrund wasserbautechnischer Maßnahmen mehr Wasser Richtung Danzig -über die "Danziger Weichsel"- als in das Haff. Und so Manches lässt sich hier noch sehen, so die früheren Deiche, die heute teils mehrere hundert Meter entfernt von der seit über hundert Jahren abgeschotteten und nur noch recht schmalen Elbinger Weichsel entfernt liegen. Aber auch diese Deiche werden mittlerweile immer öfter abgetragen, zerstört. Sie erfüllen keinen Schutzzweck mehr, aber sie sind, überwuchert mit hohem Gras und dichtem Buschwerk, Rückzugsgebiete und Refugien der sonst überall bedrohten Tierwelt.

    Wer hat diese Deiche seinerzeit gebaut? Vor drei-, vier-, fünfhundert und mehr Jahren? Wie war das seinerzeit möglich? Ein Wunder! Jedes Mal wenn ich hier bin, frage ich mich das.

    Reste einer MG-Stellung. Ein kleiner Bunker mit Schießscharten. Das ist hier überall noch zu sehen. Ein Wäldchen, Teiche. Messtischblätter zeigen, dass es hier Einsiedlerhöfe gab. Heute ist da nur noch Acker. Bis zum Horizont. Ich nehme mir vor, hierher einmal zu kommen, wenn das Feld ein bisschen trockener ist. Vielleicht haben Pflug und Egge Bewahrens-, Aufhebenswertes an die Oberfläche gebracht. Was hier wohl ein Sucher mit einem Metalldetektor finden mag?

    Hier einige Fotos, nichts Besonderes, hier gibt es nur das Werder. Aber das ist das Besondere!

    Schöne Grüße aus dem herbstlichen Werder
    Wolfgang
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken           
    -----
    Das ist die höchste aller Gaben: Geborgen sein und eine Heimat haben (Carl Lange)

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •