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Thema: [Käsemark / Kiezmark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

  1. #1
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard [Käsemark / Kiezmark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Schönen guten Abend,

    in einem meiner Beiträge im Thema "Fährbetrieb 2012 eingestellt" schrieb ich:

    "Bis 1939 war in Käsemark ausschließlich Fährverkehr. Im Rahmen Hitlers Kriegsvorbereitungen wurde am 20.08.1939 anstelle der Fähre eine 280 Meter lange Pontonbrücke errichtet. Sie wurde jedoch bei Eisgang zur Seite gefahren. Wie ich hörte -bisher konnte ich das aber nicht prüfen- ist das die Pontonbrücke die heute in Bohnsack im Einsatz ist.

    Die heutige Brücke mit einer Länge von 942 Metern wurde 1973 fertig gestellt. Im Rahmen des Autobahnausbaus ist vorgesehen, im nächsten Jahr mit dem Bau einer zweiten Brücke zu beginnen."

    Als Quelle für den 20.08.2012 diente das Magazin "Deutsche Kraftfahrt Nr. 10 / 01.10.1939 / Seite 48".

    Wer kann Näheres zu den Verbindungen zwischen diesen beiden Weichselufern sagen?

    Bekannt ist zudem Folgendes: Die am 20.08.1939 freigegebene Brücke könnte möglicherweise bereits ein bisschen früher "inoffiziell" verwendet worden sein. Denn wie Gerhard Jeske am 29.04.2009 unter http://duckhome.de/tb/archives/5510-...rtriebene.html schrieb, fuhren über sie rund 1.000 aus Königsberg eingeschleuste SS-Leute samt Fahrzeugen und Gerät. Diese aus dem "Reich" kommenden SS-Männer sollten die Danziger SS-Heimwehr verstärken. Am 18.08.1939 trat bereits die gesamte Heimwehr vor Forster auf dem Danziger Maifeld an.

    Neben der Pontonbrücke scheint aber die Fähre zumindest zeitweise weiterhin ihren Dienst verrichtet zu haben. Als die großen Fluchtbewegungen aus Ostpreußen und dem Werder Anfang 45 eintraten, wurden zwischen Rotebude und Käsemark gleich MEHRERE Fähren eingesetzt - neben dem Verkehr auf der Pontonbrücke. Bei Delia Güssefeld wird aufgezeigt was Kreisbauernführer Fieguth dokumentierte: "Der Aufbau der Fähren war fertig geworden und klappte bis auf wenige Störungen gut. Tag und Nacht wird ununterbrochen übergesetzt; trotzdem läßt es sich nicht verhindern, daß sich an den Fähren Massen von Wagen anstauen [...] Vier Tage und drei Nächte wird übergesetzt, glücklicherweise nimmt auch die Brücke eine Menge Wagen auf; dann ist der Kreis geräumt."

    Auch andere Quellen (u.a. Tiegenhofer Nachrichten) weisen darauf hin, dass Anfang 45 bei Rotebude noch Fähren in Betrieb waren.

    Es stellen sich nun mehrere Fragen (die sicherlich noch erweitert werden):

    - Wann (genaues Datum) wurde die Pontonbrücke tatsächlich fertig gestellt?
    - Wie lange wurde an ihr gebaut? (Wenn das Pioniere mit entsprechendem Material waren, müsste das ratzfatz gegangen sein)
    - WER (bzw. welche Einheiten) errichtete sie? Woher kamen die Pontons?
    - Gab es neben dem Verkehr auf der Pontonbrücke einen durchgehenden und geregelten Fährverkehr? Wenn ja, warum?
    - Gab es für die Pontonbrücke irgendwelche Einschränkungen?
    - Überdauerte die Pontonbrücke den Krieg? Trug sie Schäden davon?
    - Welche Pontonbrücke war bis zur Errichtung der 1973 fertig gestellten neuen Brücke in Betrieb?
    - Welche Pontonbrücke ist heute in Bohnsack in Betrieb?

    Ich bitte Euch um Eure Mithilfe. Sowohl Aussagen von Zeitzeugen als auch Quellenhinweise sind gefragt und erbeten. Ich denke, das ist ein sehr interessantes Thema, das es verdient etwas näher beleuchtet zu werden. Im Internet gibt es eine schier unübersehbare Menge von Informationen, aber das ist schier zu viel für Einen. Vielleicht gelingt es uns zusammen, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen?

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
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  2. #2
    Forum-Teilnehmer Avatar von vklatt
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    Standard AW: [Käsemark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Hallo,

    also im Januar 1945, der nun wirklich sehr kalt war,
    fuhr die Fähre von Nickelswalde nach Schiewenhorst noch.
    Denn mit der Fähre begann unsere Flucht.
    Weiter nach Danzig ging es dann zu Fuß.

    Viele Grüße
    Vera

  3. #3
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: [Käsemark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Schönen guten "Abend",

    in der Pionierausbildung haben wir mit einem Zug (30 Mann) an einem Vormittag bei Hannoversch-Münden eine Brücke über die Weser gelegt.

    Am Rhein war früher die Schiffahrt für einen Tag im Monat gesperrt und dann haben die Pioniere in Speyer und Germersheim Brücken über den Rhein gelegt und auch wieder abgebaut. - Allerdings die sogenannten "NATO-Rampen" über den Deich bis ans Ufer sind vielfach (mit Betonpflaster) vorhanden.

    Als Alternativen gab es 1. Schlauchbootbrückengerät (trug auch unsere 44 t- Leos) über die Donau, 2. Pontons und 3. Schwimmpanzer. Zu 2. und 3. habe ich keine Erfahrung - als Panzerpioniere hatten wir immer eine 22m-Brücke über dem Kopf, die wir in weniger als 2 Minuten ablegen konnten.
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  4. #4
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: [Käsemark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Schönen guten Abend,

    hier zwei Bilder von der Fähre von Rotebude nach Käsemark.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang

    -----

    Die Veröffentlichung der Bilder erfolgt mit freundlicher Genehmigung des "Bundes der Danziger" in Lübeck.

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  5. #5
    Forum-Teilnehmer
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    Standard AW: [Käsemark / Kiezmark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Wolfgang möchte ich um "Deutsche Kraftfahrt" Nr. 10 / 01.10.1939 / Seite 48" sehr bitten. Jetzt schreibe ich Monographie zum Thema "Geschichte des Gemeinde Gross Zünder". Im voraus danke sehr.

  6. #6
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: [Käsemark / Kiezmark] Weichselüberquerung Käsemark - Rotebude

    Schönen guten Nachmittag,

    der von mir am 26.10.2012 angegebene Link auf die Ausgabe der "Deutsche Kraftfahrt" vom 01.10.1939 stimmt nicht mehr bzw. ist falsch. Ich habe jedoch einen Link gefunden der einen Teil des Textes dieses Artikels zeigt: http://www.zwischengas.com/assets/23...0-d177267cc39a

    Um dort den kompletten Text lesen zu können ist eine Registrierung erforderlich.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    Geändert von Wolfgang (27.08.2014 um 12:18 Uhr)
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