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Thema: Mühlen und Müller im Werder

  1. #1
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard Mühlen und Müller im Werder

    Moin,

    ich brauche mal Nachhilfeunterricht in Sachen Mühlen und Müller:

    Es gibt

    - unter dem Aspekt des Antriebs Wind- und Wassermühlen

    - unter dem Aspekt des Produkts / der Leistung Korn- und Schöpfmühlen zur Be- oder im Werder meistens Entwässerung.

    Eine Windmühle dient entweder zum Mahlen des Kornes oder zur Be- / Entwässerung.

    Eine Wassermühle, wie z.B. die Große Mühle in Danzig, zum Mahlen des Korns.
    Eine Wassermühle zum Be- / Entwässern gibt keinen Sinn. Richtig???

    Ein Kornmüller mahlt Korn, wobei noch nicht klar ist, ob mit einer Windmühle ode einer Wassermühle. Richtig?

    Ein Wassermüller betreibt eine Wassermühle zum Mahlen von Korn. Richtig?

    Generell: Ein Müller mahlt immer Korn. Richtig?

    Wie wird derjenige bezeichnet, der eine Be- / Entwässerungsmühle betreibt? Gab es für diesen überhaupt eine Berufsbezeichnung oder fiel deren Organisation in den Berecih der Schlick- und Deichgeschworenen?

    Danke für's Nachdenken.

    Beste Grüße aus Kigali nach einem 30-minütigen Jahrhundertsturm ... der für Minuten windmäßig einem Nordseesturm gleichkam, ihn regenmäßig aber um ein Vielfaches übertraf,

    Rainer MueGlo
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  2. #2
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,
    wuzzele mich gerade durch die Geschichte der Mühlen.....Ist ja ein großes Themenfeld, Antriebsart der Mühle und des zu verarbeitenden Gutes.
    Umgangssprachlich, so kenne ich es, ist ein Müller für Korn oder Holz zuständig. Speziell im Werder war es evtl. anders.

    Die Entwässerungsmühlen (meist mit Wind, später auch Dampf etc.), soweit ich das überflogen habe, gehörten zu den Deichgeschworenen (ob geschworen oder nicht-keine Ahnung), zumindest im Verantwortungsbereich.

    Der Müller als solcher kann mit Wind oder Wasser Korn mahlen,
    Holz sägen (Sägewerk) auch als Schneidemühle bezeichnet,
    aber auch eine Hammermühle betreiben. Ob es letztere im Werder gab, entzieht sich meiner Kenntnis.
    Off-topic: Steinsägemühlen gab in ganz früher Zeit in der Türkei (Sägemühle in Hierapolis) und hier die Mühlenarten (meist Friesland, NL): http://nordwestreisemagazin.de/muehlen.htm
    Da steht auch, daß mit einer Entwässerungsmühle Korn gemahlen werden konnte. Fast hätt ich`s vergessen: die Papiermühle.
    Soweit meine laienhaften Gedanken bzw. Suche. Grüße in den Süden.
    Grüße von Inselchen2008
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  3. #3
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Nachtrag: Der Bediener einer Entwässerungsmühle ist der Wassermüller.
    Mit einer Windmühle konnte man auch Gewürze und Futtermittel mahlen.
    Und nun gute Nacht.
    Grüße von Inselchen2008
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  4. #4
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,

    mit dem Begriff des "Wassermuellers" habe ich mich auch eine ganze Zeit herum geschlagen, weil bei meinen Vorfahren Bietau in der Danziger Niederung, in Gross und Klein Zuender, Schmerblock, usw., ja mehrere Wassermueller dabei waren.
    Tatsaechlich ist es in der Hinsicht so, wie Insel im Beitrag #3 schreibt, also eine Wassermuehle ist eine Entwaesserungsmuehle, auch wenn es von der Seite des Antriebs her, eine Windmuehle war. Die Grosse Muehle in Danzig, eindeutig eine Wassermuehle vom Antrieb her, mahlte aber Korn und damit war es eine Kornmuehle.

    Viele Gruesse aus Peking

    Uwe (Theuerkauff geb. Bietau)
    Meine FN: Barkenau, Bietau, Claasßen, Fellhagen, Frether, Giese, Hildebrandt, Kretschmer, Lehnhardt, Peters, Schwarz, Sosatzki, Thomas, Zoellkau - alle im Danziger Raum mit gelegentlich abweichender Schreibweise

  5. #5
    Forum-Teilnehmer Avatar von christian65201
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo in die Runde,
    und dann gab es noch die Papiermühlen, wie in meiner Familie (Neumühle in Gischkau)

    Grüße aus Wiesbaden
    Christian
    "Nur wer weiß, woher er kommt, wird den Weg in die Zukunft finden,
    und nur wer das Alte achtet, wird sinvoll Neues gestalten können" (Autor unbekannt)
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  6. #6
    Forum-Teilnehmer Avatar von JuHo54
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,
    eine Mühle wurde hier vergessen und das ist die Ölmühle, die es ja auch im Werder gab ( Raps). Mein Urgroßvater Wittmann war Müller und Mühlenmeister. Das hat mich zunächst verwirrt. Das hat sich aber aufgeklärt. Der Müller ist der Betreiber einer Mühle, meist Kornmühle, also derjenige , der mahlt, während der Mühlenmeister eine Art Aufseher bzw. ein Mühlmacher war, konnte man auch gleichzeitig für mehrere Mühlen sein also eine Art Ingenieur.
    Mühlenmeister:
    http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/...uhlmeister.htm
    Liebe Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

  7. #7
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Schönen guten Nachmittag,

    mangels Zeit nur kurz ein paar Einwürfe von mir die mir durch den Kopf gehen:

    Wassermühlen wurden auch Abmahlmühlen, Schöpfmühlen oder schlicht Entwässerungsmühlen genannt. Große Wassermühlen hatten eine Wassermüller, auf kleineren wurde (zumindest hier im Werder bzw. im Scharpau'schen Amt) ein von Schlickgeschworenen vorgeschlagener und vom jeweiligen Bürgermeister "verordneter" sogenannter "Mühlenverwalter" eingesetzt. Da viele Wassermühlen nicht ganzjährig besetzt waren und der Wassermühlenbetrieb eine Scharwerkspflicht war, kann ich mir vorstellen, dass geeignete scharwerkspflichtige Einwohner herangezogen wurden.

    Wieviele Wassermühlen es bereits zu Ordenszeiten gab, weiß ich nicht. Die im 16. und 17. Jahrhundert einwandernden Mennoniten brachten jedoch die Kenntnisse mit, anhand derer die (wieder) überfluteten Landstriche entwässert werden konnten.

    Kleinere Wassermühlen waren meist keine Windmühlen (und logischerweise im Werder auch keine durch Wasserkraft betriebene Mühlen) sondern Rosswerkmühlen. Pferde kamen früher (also in den "Vor-Lasagne-Zeiten") noch häufiger vor als der Wind hier und eine Rosswerkmühle war auch einfacher und billiger zu unterhalten. Die letzte Rosswerkmühle gab es in Ladekopp, ich glaube bis 1928.

    Übrigens gab es auch noch Grützmüller, die Grützmühlen unterhielten (für Grütze und Graupe) und natürlich auch noch Pulvermüller.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang

    P.S.: Ich halte es für sinnvoll, wenn wir hier unter diesem Theme eine kleine Bibliographie zum Müller- und Mühlenwesen erstellen. In den nächsten Tagen schaue ich mal, was ich bei mir ad hoc finden kann
    -----
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  8. #8
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Themenstarter

    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Moin,

    besten Dank für all Eure Erläuterungen, auch an Hans-Werner, der einiges per PN hinzufügte.

    Einiges klärt und bestätigt sich, bei anderem bleiben einige Fragezeichen.

    Mir geht es momentan nur um die Unterscheidung von mit Wasser oder Wind betriebenen Mühlen, die zum Mahlen von Korn oder zur Entwässerung dienten sowie um die Berufsbezeichnung der Betreiber. Das alles im 17. bis 19. Jahrhundert.

    Daher noch einmal geordnet:

    - die mit Windkraft betriebene Mühle = Windmühle zum Mahlen von Korn; Beruf: Kornmüller, Müller

    - die mit Wasserkraft betriebene Mühle = Wassermühle zum Mahlen von Korn, Beruf: Kornmüller, Müller, aber auf keinen Fall „Wassermüller“ --- richtig?

    Das Geschäftsmodell dieser Mühlen: Erbringung einer Dienstleistung: Das Mahlen des gebrachten Korns gegen einen Prozentsatz des Korns oder – wahrscheinlich auf Lande seltener, am ehesten noch in Danzig bei der Großen Mühle – gegen Bares. Der Müller ist Unternehmer / Handwerker, der Eigentümer der Mühle ist oder diese gepachtet hat.

    - die mit im Werder wohl überwiegend mit Windkraft angetriebenen „Wassermühlen“ – Wolfgang fügt noch einige andere Bezeichnungen hinzu – zur Entwässerung. Die Tätigkeit ist eine Art „Öffentliche Dienstleistung“, die in den Scharwerksdörfern zu den zu erbringenden Scharwerksleistungen gehört. Der die Wassermühle betreibende „Wassermüller“ ist daher nicht auf einem Markt mit Angebot und Nachfrage agierender Unternehmer, sondern Angestellter, Dienstverpflichteter oder Subunternehmer, der einen fixierten Obolus als Lohn von der Gemeinschaft erhält. --- Mehr oder weniger richtig? Wer ist der Eigentümer der Wassermühle?

    Mein konkreter Fall: Max Wessel beschreibt im Gedenkbuch der Familie Wessel / 1926, wie 1711 in Kleinzünderfeld eine Windmühle zum Mahlen von Korn errichtet wird. Bis dahin bestand im Stüblauschen Werder ein Mahlzwang in der von Wasser angetriebenen Mühle in Grebin. Aufgrund der Kriegwirren in den ersten 20 Jahren des Jahrhunderts ließ sich diese Monopolposition nicht mehr aufrechterhalten. Die Mühle in Kleinzünderfeld war mithin die erste Kornwindmühle im Danziger Gebiet. Der erste Müller hieß laut Wessel Gräske, über den ich bislang aber noch nichts im KB gefunden habe.

    In den folgenden 30 Jahren hatten sich die Müller von Grebin und Kleinzünderfeld permanent in den Haaren bzgl. der Frage, welche Dörfer bei welchem Müller mahlen lassen mussten.

    1733 wird im KB bei der Auflistung der Höfe mit Hofmarken die Mühle nicht erwähnt. 1743 findet sich im KB eine Kollektenliste für die Reparatur der Kirche mit den Namen der Spender. Martin Lietz (I) wird als Kornmüller unter den „Handwerkern“ von Klein Zünder geführt. 1745 und 1747 firmiert er bei der Geburt seiner ersten beiden Kinder als "Müller"; ab 1748 bei der Geburt der folgenden Kinder als "Müller und Nachbar". Dies deutet an, dass er zuerst die Mühle in Kleinzünderfeld betrieben hat und erst um 1747/48 zusätzlich den Hof Nr. 17 (siehe die Aufstellung von Eugen B. Jantzen) erwarb, der 1733 Peter Freter gehört hatte und innerhalb von 15 Jahren durch fünf Hände geht (!)

    1749 und 1750 sammelt Pfarrer Moneta erneut für die Reparatur der Kirche und lässt die Geber sich mit ihren Unterschriften selber ins KB eintragen. Hier erscheint Martin Lietz (I) als Geber bei den „Nachbarn“ von Klein Zünder. Er ist mithin sozial aufgestiegen und wird in der Folge auch Kirchenvorsteher der Kirche von Groß Zünder. 1767 stirbt er.

    In der Landesaufnahme von 1793 wird Martin Lietz (II) als Hubenwirt und Kornmüller aufgeführt. Da er zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters erst drei Jahre alt war, hat offensichtlich die Witwe mit älteren Kindern Mühle und Hof Nr. 17 eine ganze Zeit bewirtschaftet.

    Martin Lietz (II) heiratet 1794 die Tochter des Schulzen Grunau. Zwei Kinder sterben im Kindesalter; er selber 1804.

    Laut KB 1733 ist der nächste Eigentümer des Hofes Nr. 17 ein Johann Gottlieb Behrendt. Ob der auch die Mühle übernommen hat, ist unklar.

    Gegen Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts taucht dann Uwes Wassermüller Bietau in Klein Zünder auf. Da kam dann die Frage hoch, ob eventuell die Kornwindmühle durch eine wasserbetriebene Kornmühle ersetzt wurde … aber durch Eure Erläuterungen ist jetzt klar, dass beide nichts miteinander zu tun haben.

    In der Aufstellung der Höfe mit Hofmarken von 1836 ist der Hof Nr. 17 nicht mehr enthalten. Untergegangen? Verschmolzen? Die Mühle wird nicht erwähnt.

    Irgendwie hat sie aber eventuell weiterhin bestanden. In der Karte „1779_Kasemark_geognostisch-agronomische_1903“ ist eine Windmühle in Kleinzünderfeld eingezeichnet.

    Uwe, hast Du eine Ahnung, wo in Klein Zünder die Wassermühle war?

    Beste Grüße in den Norden und den Osten,

    Rainer MueGlo
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  9. #9
    Forumbetreiber Avatar von Wolfgang
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Schönen guten Abend,

    eine Kornwindmühle gab es bereits 1687 in Nickelswalde. Sie wurde von Peter Gräßke aus eigenen Mitteln erbaut. 1711 wurde ein Strohwisch ausgesteckt, aber Peter Gräßke konnte seine Schulden nicht bezahlen. Im Juni 1713 scheint er noch in Nickelswalde gelebt zu haben (lt. Bohnsacker Kirchenbuch bei der Taufe seiner Tochter Anna Euphrosyna), aber ob er zu diesem Zeitpunkt noch die Mühle betrieb ist unklar. Im April 1734 stirbt er in Wordel. Interessant ist nun die Frage ob es zwischen Peter Gräßke und dem Müller der "ersten Kornwindmühle im Danziger Gebiet" in Kleinzünderfeld, der ebenfalls Gräske hieß, eine Beziehung bestand. Im Danziger Staatsarchiv ist ein Bittgesuch Fischerbabker Einwohner und Einsassen an die Stadt Danzig von 1715 erhalten, mit dem diese flehentlich erbitten, doch die Nickelswalder Mühle betreiben zu dürfen. In diesem Schreiben werden auch andere Mühlen genannt die jedoch nur unter Lebensgefahr erreichbar seien oder -wie die küchwerdersche- mangels Wind nicht genug abmahlen können.

    Die Geschichte des Mühlenwesens ist sehr interessant und zeigt exemplarisch auf unter welch widrigen Bedingungen unsere Altvorderen leben mussten.

    Viele Grüße aus dem Werder
    Wolfgang
    -----
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  10. #10
    Forum-Teilnehmer Avatar von Peter von Groddeck
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo,
    zur Anregung von Wolfgang: "
    Ich halte es für sinnvoll, wenn wir hier unter diesem Theme eine kleine Bibliographie zum Müller- und Mühlenwesen zu erstellen." kann ich aus meiner Familienchronik und meiner Ahnentafel das folgende beitragen:
    Cort Ilhorn besaß 1433 eine Schneidemühle in Ohra bei Danzig



    Andreas von Borgmann ließ 1615 eine Mühle in Kahlbude bei Danzig zu einem Eisenhammer umbauen

    Stenzel (Stanislaus) Bornbach wurde 1571 Stadtschreiber, Mühlenschreiber und Chronist an der großen Mühle in Danzig,



    Albrecht I. Groddeck war 1641-1643 Krug- und Mühlenpächter zu Lagschau bei Kladau/Westpr. Und 1647 Pächter der Wartscher Mühle
    er „zinset dem Arrendator (Pächter oder Verpächter) jährlich 25 Florinen“.


    Ferdinand Reinhold Jacob Groddeck, * 22.2.1833 in Groß Gartz, † 10.5.1862 in Klein Falkenau war Guts- und Mühlenbesitzer in Klein Falkenau.

    Albert Julius Groddeck, erwarb am 1.Juli 1873 die Mühle in Sobbowitz. Diese Mühle war bereits 1570 urkundlich erwähnt. Sie gehörte damals Godefried Lübe (Lyba).

    Oskar Groddeck, * 20.1.1874 in Groß Trampken war Mühlengutsbesitzer in Sobbowitz.

    Willy Groddeck, * 15.8.1875 in Groß Trampken, war Mühlengutsbesitzer in Sobbowitz.

    Im Jahre 1570 war Lagschau nach dem Warschauer Zinsregister (1911, Bd. I, Seite 158) 45 Hufen (ca. 720 ha), also etwa 2970 Morgen, groß, von denen 18 Hufen (ca. 288 ha) vom Vorwerk aus bewirtschaftet wurden. Außer dem Gutsbesitzer steuerten damals der Müller, der Krüger, sieben Gärtner, zwei Kmeten (Ansiedler) und ein Handwerker. 1853 werden in den Visit. eccles Fontee I-III (Thorn 1897) Seite 41, 40 Einwohner außer dem Gutsbesitzer erwähnt, die Roggen und Hafer der Kirche in Kladau, zu der damals Lagschau gehörte, abgeben. Die Mühle hatte drei Gänge und war „eine Wassermühle mit Staugerechtigkeit“. Für sie wurde später ein besonderes Grundbuchblatt neben dem Rittergut angelegt, so dass sie wohl wie dieser einer der 1722 genannten beiden Höfe, den weißen oder den roten Hof bildete. Zwischendurch, also für das uns besonders interessierende 17. Jahrhundert, hat der schwedisch-polnische Krieg anscheinend alle Quellen vernichtet.

    Wartsch liegt wie Lagschau im schönen Kladautal an der Straße von Praust nach Meisterwalde, umgeben von dem Stangenwalder Forst. 1380 wird schon eine Kornmühle mit freier Fischerei im Mühlenteich erwähnt. Der Krug stand außerhalb des abgezäunten Gutshofes zusammen mit sieben Kathen und dem Mühlengehöft. . Letzteres hat Albrecht I. 1647 dazu gepachtet, wohl unter denselben Bedingungen wie sein Vorgänger Kaspar Braun (oder Baum) für jährlich 50 Florinen. (Anmerkung: Widerspruch zu oben) Die Mühle war damals ein altes Gebäude mit zwei Gängen, einer Frei- und einer Mahlschleuse und drei Scheunen, also wohl ein größerer Hof. Zur Mühle gehörte eine Schleuse oberhalb im Fluss. Der Müller hatte alles frei zu mahlen für den Hof zu Brot, zum Brauen, zum Branntwein. und zu Grütze. 1660 musste der Mühlenhof nach dem schwedischen Kriege vollständig erneuert werden.

    Zur Mühle gehörte eine Schleuse oberhalb im Fluss. Der Müller hatte alles frei zu mahlen für den Hof zu Brot, zum Brauen, zum Branntwein. und zu Grütze. 1660 musste der Mühlenhof nach dem schwedischen Kriege vollständig erneuert werden.

    Gruß Peter
    Tue recht und scheue niemand.

  11. #11
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,

    auf Deine Fragen im Beitrag Nr. 8:
    In der Niederung dürfte es mangels Gefälle außer der Herrengrebiner Mühle kaum eine andere mit Wasserkraft angetriebene Kornmühle gegeben haben. Auf der Danziger Höhe dagegen waren sie sehr zahlreich.
    Übrigens waren unter den zeitweiligen Pächtern der Herrengrebiner Kornmühle auch Gottlieb Lietz aus Groß Zünder von 1771-1774 und sein Sohn Gottlieb Lietz von 1775-1792.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus

  12. #12
    Forum-Teilnehmer Avatar von JuHo54
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Ihr Lieben,
    da Peter schon die Mühle in Sobbowitz erwähnt hat, hier die Namen der " Besitzer" nach den Angaben von John Muhl " Aus der Geschichte der Domäne Sobbowitz"( 1925):
    vor 1570 Gottfried Liebe (Lyba) - Pächter
    1698: Andreas Lange aus Rambeltsch - Pächter
    4.11.1754 Erbkaufvertrag mit Johann Christoph Hambruch
    nach seinem Tod heiratete die Witwe Johann Georg Radtke:
    1759-1779 Johann Georg Radtke
    1779 Müller Romanowski aus Sargosch
    1780 -1826 Christian Bansemer aus Locken
    1826 -1827 Sohn Christian Rudolf Bansemer
    Die Wittwe heiratete Martin Burandt:
    1827 - 1840 Martin Burandt
    ab 1833 als voller Eigenthümer
    1840 - 1857 Martin Burandt und August Bahlinger ( gehört zur Familie meiner Urgroßmutter Wittmann )
    1857 August Bahlinger alleine
    25.2.1859 tauscht bzw. kauft Witwe Helene Behrend aus Altmark die Mühle
    1865 Sohn Jakob Behrend
    1.7. 1873 erwarb wie von Peter beschrieben Albert Julius Groddeck die Mühle
    und die Nachfahren besaßen sie bis mindestens 1925
    Liebe Grüße
    Jutta
    Jeder Tag ist ein kleines Leben für sich.

    Artur Schopenhauer* 1788 Danzig

  13. #13
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Moin, Sinus,

    Gottlieb Lietz, geb. 19.03.1747, Eltern Martin Lietz (I), Kornmüller in Klein Zünder, Euphrosina Elisabeth Bohlke (?).
    In Groß Zünder gibt es keine Lietz. Ergo muss es dieser Gottlieb Lietz (I) sein, der die Herrengrebiner Kornmühle 1771 - 1774 pachtet.
    Der Gottlieb Lietz (II) 1775 - 1792 kann jedoch altersmäßig nicht sein Sohn sein. Das ist entweder Gottlieb Lietz (I) oder ein Vetter gleichen Namens aus einem uns noch unbekannten Ort.
    Martin Lietz (I) ist offensichtlich nach Klein Zünder eingewandert. Vor ihm habe ich bislang keine Lietz entdeckt.

    Was ist Deine Quelle?

    Beste Grüße aus Kigali,

    Rainer MueGlo




    Herrengrebiner Kornmühle auch Gottlieb Lietz aus Groß Zünder von 1771-1774 und sein Sohn Gottlieb Lietz von 1775-1792.
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  14. #14
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,

    die Angaben habe ich aus "Die Geschichte des Rittergutes Herrengrebin" von John Muhl, S. 24.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus

  15. #15
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Moin, Sinus,

    na ... dann irrte auch mal der Muhl ...

    Beste Grüße, Rainer MueGlo
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  16. #16
    Forum-Teilnehmer Avatar von sinus
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    hallo, Rainer,

    Du hast Recht, er irrte nöch öfter. So stimmen auch die in seiner Schrift genannten nachfolgenden Pächter nicht ganz.
    Andreas Fach hatte den Pachtvertrag von 1805-1831 (laut Gedenkbuch der Familie Wessel sogar bis 1841). Er war einer meiner insgesamt 64 Ururururgroßväter. Andreas Fach starb aber schon vor 1815.
    Die Stadt Danzig hatte dann die Mühlenpacht neu ausgeschrieben und Meistbietender war der Pächter des Kämmereigutes Grebin, Johann Jacob Flockenhagen. Dieser hatte die Mühle jedoch nicht selbst bewirtschaftet, sondern George Fach, den Sohn seines verstorbenen Vorpächters, beschäftigt. Der bis 1814 dort als Müller beschäftigte Jacob Nickel aus Herzberg hatte schon 1813 die Tochter des Andreas Fach geheiratet und von dem Erbe seiner Frau dann einen Hof in Mönchengrebin gekauft. 1816 war schon Schulz in Mönchengrebin
    Flockenhagen starb dann 1825 und so musste die Wassermühle erneut verpachtet werden. Von 1825 - 1831 klafft dann eine Lücke bei Muhl.

    Herzliche Grüße aus Mecklenburg
    sinus

  17. #17
    Forum-Teilnehmer Avatar von Schönrohr
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo zusammen,
    ich lese gerade diesen hochinteressanten Beitrag. Lietz sind meine Vorfahren. Es gab Lietz in Herzberg.
    Ich glaube von meinem Vater gehört zu haben, dass in Schönrohr auch eine Mühle gestanden haben soll.
    Kann mir da jemand was dazu sagen?
    Liebe Grüße
    Renata

  18. #18
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Moin, Renata,

    ich habe Lietz im "Angebot"
    - Kb Käsemark, dazu gehört auch Schönrohr
    - Kb Gross Zünder
    - Kb Neukirch
    ... eine wahre Müllerdynastie.

    Beste Grüße aus Kigali,

    Rainer MueGlo
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  19. #19
    Forum-Teilnehmer Avatar von Schönrohr
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Vielen Dank für die Nachricht
    Ich habe ja richtig Glück.
    Die Daten meiner Oma und meines Opas habe ich aus deren Heiratsurkunde, die nach der Flucht nach Oxböl (Lager in Dänemark), noch blieb.
    Hochinteressant finde ich.
    Es gibt schon Ur- Urenkel mit dem Nachnamen Lietz. Die würden sich freuen, wenn ich Ihnen den Stammbaum erweitern könnte.
    Aber auch für meine Geschwister und mich ist es wunderbar. Nun sind meine eigenen Kinder groß und ich habe Zeit dafür.
    Hätten meine Eltern doch dieses noch erleben dürfen.
    Mama dachte immer, dass durch den Krieg alles verloren sei.

    In der Urkunde steht dass: Am 17.12.1922 in Gottswalde vor dem Standesbeamten Kiep der Arbeiter Wilhelm Albert Lietz, geboren am 3.November 1901 zu Gottswalde wohnhaft in Herzberg, Sohn der Einwohners August Lietz und seiner Frau Maria geb. Ringe, beide wohnhaft in Herzberg
    und die Dienstbotin Wilhelmine Elisabeth Brosinski, geboren am 8. August 1899 in Gottswalde, wohnhaft in Gottswalde, Tochter des Einwohners Carl Brosinski und seiner Frau Wilhelmine geb. Kosching, beide wohnhaft in Gottswalde, die Ehe geschlossen haben.

    Oma Elisabeth Geb. Brosinski hatte eine Schwester Anna.
    Opa Wilhelm hatte noch viele Brüder da müsste ich noch bei meinen älteren Geschwistern nachfragen.
    Woher hast du die Daten? Wo kann man so was sehen?
    Ich tippe mir schon die Finger wund. Und diese Nachricht ist wie ein Weihnachtsgeschenk :-)
    Gaaanz liebe Grüße
    Renata

  20. #20
    Forum-Teilnehmer Avatar von MueGlo
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Moin, Renata,

    prima.

    In aller Kürze ... bin auf dem Weg nach Sansibar ... wir brauchen mal wieder das Meer ...

    Wo und wie man suchen kann siehe unter

    http://www.momente-im-werder.net/01_...erkzeug_01.htm

    Dort sind etliche mögliche Suchquellen angegeben. Irgendwann muss man aber doch in die Kirchenbücher steigen, die von den Mormonen verfilmt worden sind. Wie man daran herankommt ist auch im Werkzeugkasten beschrieben.

    Was es an Kb von Gottswalde gibt siehe unter

    http://www.westpreussen.de/cms/ct/ki...llen.php?ID=87

    In dieses Kirchenbuch werde ich im nächsten Jahr schauen.

    Ich habe photographiert in den Kb von Groß Zünder (1648 - 1944), Käsemark (1689 - 1905) und ein bisschen in Neukirch. In allen diesen Orten bin ich auf Müller Lietz gestossen im 18. und 19. Jahrhundert. Im Kirchspiel Neukirch war ein Lietz von der Mühle in Palschau - die noch steht - Patenonkel eines meiner Altvorderen. Was ich habe, stelle ich auf Bedarf bereit. Aber ich warne Dich, ein Drittel aller Pfarrer ist wegen ihrer Sauklaue in der Hölle gelandet ...

    Die Kunst wird sein, die Eltern von dem Lietz 1899 herauszubekommen ... falls das gelingt, hat man gute Chancen weit ins 18. Jahrhundert zu kommen, da die o.a. Kb jahresmässig durchgängig vorliegen.

    Was weißt Du denn über die Verbindung des Arbeiter Lietz, Herzberg, zu den Müller Lietz im Kirchspiel Käsemark / Schönrohr?

    Von Martin Lietz (I), Mitnachbar und Kornmüller in Klein Zünderfeld, Kirchenvorsteher, gewählt 19.04.1749, gestorben 1767 in Klein Zünder liegt eine Unterschrift im Kirchenbuch vor.

    Bis zum nächsten Jahr,

    beste Grüße aus Kigali,

    Rainer MueGlo
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  21. #21
    Forum-Teilnehmer Avatar von Bartels
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Renata,

    hier sind Wolfgangs Fotos von der Mühle in Palschau

    - im nächsten Jahr zeige ich dann Bilder vom Innern der Mühle - die ganze Technik ist noch erhalten!
    Beste Grüsse
    Rudolf H. Böttcher

    Max Böttcher, Ing. bei Schichau (aus Beesenlaublingen & Mukrena);
    Franz Bartels & Co., Danzig Breitgasse 64 (aus Wolgast);
    Familie Zoll, Bohnsack;
    Behrendt, Detlaff / Detloff, Katt, Lissau, Schönhoff & Wölke aus dem Werder.
    Verwandt mit den Familien: Elsner, Adrian, Falk.

    http://bartels-zoll.blogspot.de/2012/07/ahnentafeln-zoll.html

  22. #22
    Forum-Teilnehmer Avatar von Schönrohr
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rainer,
    erhole Dich erst Mal gut :-)

    Wuensche eine bcesinnliche, frohe Zeit und einen grandiosen Rutsch in das Neue Jahr!

    Vielen Dank fuer die Tips. Wenn die Weihnachtsente verdaut ist, mache ich mich weiter auf die Suche.

    Renata

  23. #23
    Forum-Teilnehmer Avatar von Schönrohr
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    Standard AW: Mühlen und Müller im Werder

    Hallo Rudolf,

    danke für Deine Info :-)
    Ich freue mich schon auf die Fotos.
    Im Werder gab es wohl viele, aber ich erinnere mich nicht welche in dieser Umgebung gesehen zu haben.

    Grüße
    und einen wunderschönen Rutsch ins NEUE JAHR
    Renata

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